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Schluss mit lustig, jetzt geht's um Politik!

  • Ratten mit Riesen-Genitalien: Aufregung um wissenschaftliche Arbeit
    Ein Paper schaffte es trotz absurden Kauderwelsch-Abbildungen durch das Peer-Review.
    futurezone.at


    Wie sollte das bisherige Modell überarbeitet werden?


    Bis heute ist es so: Forschende reichen bei einem wissenschaftlichen Magazin online ihr Manuskript ein. Der Editor (einer von mehreren oder der Chefeditor) guckt drüber und entscheidet in 1. Instanz „Weiterleiten zur Peer Review oder Ablehnen“. Wenn es weitergeleitet wird, müssen unentgeltlich andere Forschende aus einem ähnlichen oder demselben Gebiet die Arbeit kritisch durchlesen und kommentieren. Dann gibt es entweder eine Ablehnung oder eine Revision und dann nochmal eine Ablehnung oder Akzeptanz mit Formatierungsanpassungen. Dann wird der Artikel publiziert.


    Oft aber haben wir Publication Bias, also nur statistisch signifikante Ergebnisse aus einer Hypothesenformulierung werden eher publiziert als negative oder gar keine schlüssigen Ergebnisse. Das schadet der Forschungskultur, denn auch negative oder keine Ergebnisse sind Ergebnisse.

    "Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren, wie aus einer Quelle, Zufriedenheit in sein Leben."


    - Plutarch

  • Sorry aber das ist selbst mir mit meinem Behavioristischen Interesse im Wirtschaftsmaster zu hoch.

  • Naja, ich würde sagen, dass es schon irgendwie überarbeitet werden müsste. Wenn Negativergebnisse nicht veröffentlicht werden ist das einfach Verschwendung, vor allem von Zeit.

    Des Weiteren bin ich der Meinung, dass der Rome 2 Mehrspieler nochmal gebalanced werden sollte.

  • Das Problem ist, wie aufwändig das ganze System ist. Eine renommierte Fachzeitschrift lässt so eine Arbeit doppelt begutachten und das nur um zu bestätigen, dass Ratten nicht fliegen können (überspitzt gesagt) ist halt ein enormer Aufwand.

    Ich seh aber auch nicht wirklich eine Möglichkeit den Prozess zu vereinfachen oder das Peer-Review weg zu lassen.

    Aussagen die ich als Mod tätige sind in kursiv gehalten.



    NUTS!
    -Anthony McAuliffe

  • Ja, das Peer Review wegzulassen, gestaltet sich als fast unmöglich.


    Es gibt ja gerade für klinische Versuche mit Menschen 4 Wege, eine Studie zu publizieren:


    1) Klassisch erst dann mit allen Ergebnissen, wo wahrscheinlich schon die Statistik und Hypothesenformulierung manipuliert wurde, weil es bei der Fachzeitschrift keine Kontrollinstanz gab vor der Auswertung, erst später mit Peer Review. Ist immer noch der gängigste Weg.


    2) Man publiziert nach einem erfolgreichen Peer Review zuerst ein Studienprotokoll, wo alles genaustens beschrieben ist, wie die Forschenden alles machen würden. Problem ist, dass sehr wenige Fachzeitschriften dies erlauben. Und sowieso wird es oft Protokollabweichungen geben und man nimmt noch diese und jene Parameter der Messung ins Visier. Ich habe jetzt zum 5. Mal ein Studienprotokoll eingereicht und danach gebe ich es auf, da auch mein Betreuer keine Lust mehr hat und weil wir viel noch erledigen müssen. Es gab Begründungen wie „passt nicht zum Zielpublikum oder den Zielen des Journals“, „Mangel an genügender Innovation“, „wir haben in der vorgegebenen Zeit keine Reviewer gefunden“ oder „wir publizieren keine Studienprotokolle, da sie noch nichts aussagen“. Man hätte dann 2 versch. Publikationen, ein Studienprotokoll und eine Publikation mit den Ergebnissen.


    3) Es gibt 2-3 Datenbanken, wo man seine Studie vorregistrieren kann (Preregistration), wo man einfach analog wie bei einem Studienprotokoll, aber mehr stichwortartig und kürzer, die nötigen Infos eintippt und dann klassisch zu publizieren versucht nach Weg 1).


    4) Registered Reports: Dies ist recht neu und bieten sehr wenige Journals an. Man geht mit einem Studienprotokoll durch ein Peer Review, aber mit Betonung auf statistische Tests. Man muss sich dann extrem strikt an die Durchführung halten. Aber egal, was rauskommt (positive, negative oder keine Ergebnisse), die Studie wird als Artikel in dem Journal publiziert.


    Eine weitere Massnahme, welche durch die EU derzeit in einem riesigen Proket gefördert wird, ist die Reproduzierbarkeit von Studienergebnissen. Man kann, glaube ich, auf Datenbanken dieses Projekts die unveränderten Rohdaten von vergangenen Studien hochladen und Biostatistiker können danach die statistischen Tests reproduzieren und mehrere Studien vergleichen mit ähnlichen Effektgrössen, um so klinische Evidenz zu generieren, was wir in den Nachrichten lesen à la „Der Konsum von diesen spezifischen Produkten mit dem Aromamolekül erhöht das Krebsrisiko um das x-fache“. Problem ist aber die Mentalität: Wer würde sich schon willentlich als Betrüger entlarven, wenn die Ärzte und/oder Naturwissenschaftler ihre Rohdaten dort hochladen? ^^


    Apropos wegen der Grundlagenforschung (PC-Simulatoon, Labor, Zellen, Mäuse): Dort ist Weg 1) immer noch der gängiste mit Peer Review. Diese ganzen Kontrollinstanzen von 2) bis 4) sind hauptsächlich für Menschenversuche gedacht.


    Wie verdient denn eine wiss. Zeitschrift ihr Geld? Sie verlangen pro Einreichung eine Gebühr von 3000 - 6000 Euro, kein Scherz. Oft übernimmt es die Uni, aber nicht jede Uni hat mit jedem grösseren Verlag (Springer, BMC, Elsevier, Nature, Oxford Academic, Thieme) einen Vertrag für reduzierte Gebühren. Wir haben das Studienprotokoll 5 Mal bisher eingereicht. Eine systematische Review von uns 9 Mal und es jetzt begraben. Das ist schon gutes Geld gewesen.


    Ich frage mich dann eher: Gäbe es andere Wege, als die Kompetenz eines Forschenden anhand der Anzahl der publizierten Artikel zu bemessen? Weil das ist immer noch der springende Punkt, um an der Uni zu bleiben und weiter forschen zu können bzw. eine Professur zu erhalten. Soziale, administrative, didaktische oder überfachliche Kompetenzen sind unwichtig, was eigentlich mehr ausmacht als das erfolgreiche Publizieren…

    "Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren, wie aus einer Quelle, Zufriedenheit in sein Leben."


    - Plutarch

  • Außerhalb dieser Diskussion nochmal ein interessantes Interview für Interessierte (Lafontaine)


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  • Die Frage ist halt, wie will man die ganze Schose finanzieren, bzw. wie soll der Lebensunterhalt generiert werden?

    Des Weiteren bin ich der Meinung, dass der Rome 2 Mehrspieler nochmal gebalanced werden sollte.

  • Das einzige, was Deutschland bedroht, sind nützliche Idioten ala Lafontaine, Wagenknecht und die ganze AFD, die mit Ihrem Appeasement erst die Ukraine,, dann das Baltikum und das an Russland angrenzende Osteuropa über die Klinge springen lassen wollen, nur um billig Gas zu beziehen und weil Putin so schön für Familien sorgt, sprich Weiber sollen Kinder gebären und mal so richtig unter LGBTQ und lästigen Oppositionellen aufräumt.


    Für alle mit extremen Kurzzeitgedächtnis:


    Massaker von Butscha


    Russlands Entnazifizierung der Ukraine


    Russische Minderheit „schweinisch behandelt“: Putin droht Lettland nach Ausländerrechtsreform


    Estlands Premier auf russischer Fahndungsliste Kaja Kallas hat es geschafft


    Russische Familien sollten mindestens zwei Kinder hervorbringen, um das ethnische Überleben des Landes zu sichern, findet Präsident Wladimir Putin. »Wenn wir als ethnische Gruppe – oder als ethnische Gruppen, die in Russland leben – überleben wollen, müssen es mindestens zwei Kinder sein«, sagte Putin vor Arbeitern in einer Panzerfabrik in der Ural-Region. Wenn jede Familie nur ein Kind hätte, würde die Bevölkerung schrumpfen. »Und um zu expandieren und sich zu entwickeln, braucht man mindestens drei Kinder.«


    Oberster Gerichtshof Russland stuft LGBTQ+-Community als "extremistisch" ein


    Frau muss in Russland wegen Ohrringen in Haft


    Russia: More than 400 detained at vigils for Navalny


    Die mokieren sich über Kiesewetter, lassen aber das wöchentliche Säbelrasseln von dem Vize des russischen Sicherheitsrates Medvedev unkommentiert:


    Russlands ehemaliger Präsident hat Polen als »gefährlichen Feind« bezeichnet und mit dem »Tod der polnischen Staatlichkeit« gedroht. Diplomaten fürchten, dass die Kreml-Elite Medwedews Einstellung teilt.


    Russlands Ex-Präsident Medwedew ist für krude Einlassungen im Ukrainekrieg bekannt. Nun schlägt er eine Zerschlagung des Landes in einen russischen und einen EU-Teil vor – und droht erneut mit Atomschlägen.


    Cause tomorrow is a brand-new day
    And tomorrow you'll be on your way
    Don't give a damn about what other people say
    Because tomorrow is a brand-new day


    Burning Witches - Tomorrow

  • Das Problem ist, dass das Publizieren halt das einzige halbwegs objektive Kriterium ist. Soziale Kompetenz, wie willst Du das messen?


    Gute Vernetzung in der lokalen Burschenschaft Helvetia oder der örtlichen Bibelgruppe oder dem örtlichen Antifakommitee der Salonkommunisten?


    Für das administrative wird es einen leitenden Beamten der Univerwaltung geben (den Wasserträger jenseits der reinen Lehre).


    Didaktik eignet man sich erst während einiger Zeit des Lehrens an.


    Überfachlich ist auch wünschenswert, aber wenn ich eine Professur für englische Literatur anstrebe, ist mein Nebenstudium der Ming-Kunst nicht so hilfreich.


    So oder so, man kommt um das Publizieren nicht herum, hat aber wenigstens die Chance eklatanten Observation bias aufzuzeigen.

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    Einmal editiert, zuletzt von SalmaH ()