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[SPQR] Senatssitzung

  • Lucius Postumius Albinus



    "Wer sagt, dass die Kolonisten sich von ihrem Stück Land ernähren können? Das Los, welches ihnen ein ausreichend großes Stück Land zugesteht.

    Die Probleme treten dann auf, wenn in einer Generation kein Land mehr da ist, das auf ihre Söhne aufgeteilt werden könnte weil alles bereits an andere Familien vergeben wurde. Wenn wir sämtliches Land an Kolonisten verteilen verpflanzen wir nur das Problem der Erbschaftsteilung welches die Leute hier in Rom haben in diese neue Kolonie und verzögern es um eine Generation. Wirklich äußerst großzügig und vorausschauend Herr Kollege!

    Albinus Stimme triefte vor Herablassung.

  • Gens Mucia


    Quintus erhob sich noch während Albinus gesprochen hatte und führte weiter: "Richter werter Kollege! Wir sind gewählte Staatsmänner um diese Stadt und seine Bürger in die sichere Zukunft zu geleiten. Wenn nicht einmal wir einer Meinung sind, wie können wir es dann erwarten, dass dann die Plebejer wissen was der bestmöglichste Schritt sein soll? Ich finde daher Albinus Ansatz nicht schlecht wenn wir einen Teil des Landes verpachten und somit ein wenig Kontrolle darüber behalten was damit geschieht. Weder werden hier die armen Bürger ausgenutzt, noch wird hier Vetternwirtschaft betrieben. Um einen Staatsapparat am Laufen zu halten ist eine gewisse Kontrolle der Wirtschaft von Nöten. Gäben wir alles Land an die Kolonisten ab, wer garantiere uns, dass es den Kolonisten allein so gut erginge? Es wird nicht verlangt alles an Land zu verpachten sondern eben wenigsten soviel, eben DASS wir Rom auch in Zukunft wehrhaft halten können!"

  • "Werte Vorredner,


    Ihr scheint zu vergessen, dass jeder Mann in der Landwirtschaft mindestens genauso gut begabt und geeignet ist wie ein Magnat, der das Land von seinen Bediensteten und Sklaven bestellen lässt, den Landwirtschaftliches Wissen ist Usus unter den Leuten, und ausserdem wisset, dass Rom auch von diesen Bürgern Steuern nehmen wird, denn wen wir besteuern ist letztendlich bei einer effektiven Verteilung egal. Ich schlage daher vor, das wir zunächst eine Gesandtschaft nach Volaterrae schicken, die die Qualität und Quantität des Landes begutachtet und die entschprechenden Markierungen setzt. Auf den unwirtlichsten Flächen wird eine Siedlung errichtet, gleich welchem Recht sie auch seien mag, die anderen Lande werden an Bürger und Veteranen verteilt nach dem Losverfahren."

  • Lucius Postumius Albinus


    "Werter Minucius Rufus, niemand stellt in Abrede dass findige Leute unter den Kolonisten sein werden. Wohl werden auch Leute dabei sein die schlecht wirtschaften aber dies steht außer Debatte und soll unsere Entscheidung nicht übermäßig beeinflussen.

    Nein, worum es geht, und was Fakt ist: Großbauern können einfach durch schiere Arbeitskraft einen Überschuss auf ihrem Land erwirtschaften der durch die Aufteilung der Parzellen für eine einzelne Familie nicht möglich ist. Deshalb können sie mit diesem Überschuss Nahrungsmittelknappheiten abfangen.

    Hinzu kommt eben das Problem der Erbschaftsteilung. Sagen wir eine Parzelle wird an eine Familie verlost und ist geeignet bequem eine siebenköpfige Familie zu versorgen. Doch sobald der Hausherr stirbt und das Land auf die Söhne aufgeteilt wird verringert können sich vielleicht nur noch zwei Familien zu je 4 Köpfen versorgen. Und spätestens in der dritten Generation kann das vorhandene Land nicht mehr alle Familienmitglieder versorgen und das Land fällt erst recht wieder an einen Großgrundbesitzer der es aufkauft. Das ist die Situation hier in Rom und so wäre die Situation auch in der Kolonie, wenn nicht der Staat dafür sorgt, dass Land zur Verfügung steht um zukünftig Familien zu versorgen. In der Zwischenzeit kann das Land gewinnbringend befristet verpachtet werden.

    Liebe Kollegen, Ihr seht also, dass vorausschauendes Handeln die Zukunft der Besiedler sichert während kurzfristige, populäre Vergabe an den Pöbel um sich beliebt zu machen schlussendlich negative Auswirkungen haben wird.

    Selbstverständlich müssen sich die Anwesenden über diese Auswirkungen keine Gedanken machen, denn dann sind sie ja nicht mehr davon betroffen."

  • Claudii Pulchri


    Malleolus schüttelte den Kopf.


    Jedes Kind wusste, dass die Kleinbauern das schwer bewaffnete Fussvolk stellten, dass Pyrrhus Graecia Magna (Süditalien) und Karthago Sicilia entrissen hatte, nicht die Equites aus Grossbauern und Händlern. Und das in jedem neuen siegreichen Krieg eroberte Ackerland war an die landlosen Familien verteilt worden. So war es immer gewesen.


    Aber Albinus - gerissen wie er wahr - hatte an die Gier der Senatoren appelliert, denn es war klar, wer das Land pachten würde, natürlich senatorische Latifundienbesitzer, und jedes Wort war daher hier verschwendet und man wandte sich daher besser dringerenden Geschäften zu.


    Wortlos standen daher die Anhänger der Claudii Pulchri auf und verließen die Curia.

    I think I'm paranoid

    Manipulate it

    I think I'm paranoid

    And complicated


    Garbage - I Think I'm paranoid


  • M.M.R.


    "Werter Albinus,


    Sicherlich haben Magnaten größere Kapazitäten. Doch auch diese teilen ebenfalls ihr Land auf und Rom hat dann in einer Generation mehr dasselbe Problem!


    Ausserdem stellen die Magnaten viel weniger Soldaten wie der "Pöbel" es tut (Rufus betonte dies sehr sehr zugespitzt) aus dem nun mal das Groß unserer Armee besteht, welche tapfer gegen Karthago und die Epiroten kämpften!


    Daher Frage ich euch:

    Was ist wichtiger, kurzfristig ein starkes Heer zu Verteidigung Roms! Zu besitzen, welches gegen keltische, Makedonische oder meinetwegen auch Karthagische Truppen bestehen kann oder in 10-20 Jahren ein reiches Rom zu sein, was erneut! geplündert wird, da seine Einwohner die Mauern nicht bemannen wollen oder können, da sie zu wenige sind, sich keine Waffen leisten können und nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnt wie eine eigene Parzelle?


    Und aus diesem Grund, werte Kollegen, lasst uns das Land an Veteranen und mündige Römische Bürger effizient verteilen, auf das Rom wahrhaftig stark bleibt!"

  • Lucius Postumius Albinus



    Albinus fragte sich langsam ob er nuschelte.

    "Ich bin mir nicht sicher wo Ihr den Einfluss auf die wehrfähige Bevölkerung seht? In Euren Vorschlägen wurde die Ansiedlung von 300 Familien vorgeschlagen und gefordert. Und nichts anderes schlage ich auch vor. Nur bin scheinbar ich der Einzige hier der bemerkt hat, dass die angegebene Fläche für mehr als 300 Familien ausreicht und dass eben auch ein Teil des Landes in Staatsbesitz übergeht."

    Albinus hatte zudem die spitze Bemerkung über den Pöbel registriert und setzte nun seinerseits zu einer spitzen Bemerkung an.

    "Vielleicht bin ich auch der Einzige hier der den Begriff "Pacht" versteht. Ich schlage keineswegs vor Großgrundbesitz einfach so zu verschachern und reichen Interessenten zukommen zu lassen. Ich will einen Teil des Landes im Besitz des Staates belassen, diesen Besitz über festgelegte Zeiträume von Privatpersonen bewirtschaften lassen solange dieser Besitz nicht für eine anderweitige Verwendung benötigt wird. So wird sichergestellt, dass wir auf die Erfordernisse der Zukunft reagieren können weil..." Er machte eine dramaturgische Pause. "...der Staat bereits die nötigen Mittel an der Hand hat."

  • M.M.R.


    Rufus erwiderte nur:


    " von 300 Familien habe ich nie etwas gesagt. Mir geht es darum, so vielen wie möglich der mittelosen Römer eine Chance auf Prosperität und Rom die Chance auf eine starke Wehrfähigkeit zu geben. Und die bekommt man bestimmt nicht durch 'Verpachtung' "

  • Lucius Postumius Albinus


    "Und mir geht es darum möglichst vielen mittellosen Römern eine Chance auf ein gutes Leben zu geben UND ihnen und ihren Kindern eine Zukunft zu schenken. Und diese Zukunft bekommt man tatsächlich durch "Verpachtung".

    Albinus äffte Rufus mit diesem letzten Wort nach.

  • M.M.R.


    "natürlich werter Albinus,


    Eine 'Zukunft' (Rufus versuchte ebenfalls Albinus nachzuäffen) in den Elendsvierteln Roms!


    Eine Zukunft bekommt maximal die Familie, welche die Pachtrechte ergattert und diese Gewinnbringend bebauen wird. Fortuna möge sich ihnen erbarmen."


    Spotete Rufus


    " Lasst uns daher das Volk milde Stimmen und möglichst vielen von ihnen die Chance auf ein gutes Leben in einer Colonia, einem Municipium oder was auch immer jetzt draus werden mag, geben!"

  • Lucius Postumius Albinus


    Albinus verdrehte die Augen und winkte ab. "Ihr könnt Euch hier als der große Wohltäter und mich als die Wurzel allen Übels welches die Römer zu erleiden haben hinstellen so viel ihr wollt. Ich argumentiere im Sinne aller Römer, wenn Euch das nicht passt, so bringt einen Gegenvorschlag ein."

  • Lucius Postumius Albinus


    Albinus verdrehte die Augen und winkte ab. "Ihr könnt Euch hier als der große Wohltäter und mich als die Wurzel allen Übels welches die Römer zu erleiden haben hinstellen so viel ihr wollt. Ich argumentiere im Sinne aller Römer, wenn Euch das nicht passt, so bringt einen Gegenvorschlag ein."

    (Disclaimer, das kann auch jemand anderes machen, ich warte da jetzt Erstmal auf das ok der HS-Leitung qka Turba)

  • Scipiones


    Nachdem der ältere Asina sprach und die Diskussion zwischen Rufus und Albinus entflammte, meldete sich der jüngere Publius zu kurz zu Wort, da sich das Geäffe zwischen Rufus und Albinus verstärkt zugespitzt hatte: "Werte Kollegen, seht Ihr nicht, dass Ihr euch gerade wie kleine Kinder benehmt und rumgackert wie Hühner? Dass das eine junge Eselin wie ich Euch sagen muss...!", lachte Publius selbstironisch.


    "Jedenfalls müssen wir entscheiden, ob es eine Kolonie römischen Rechts oder latinischen Rechts sein wird. Ich plädiere eher für eine latinische aufgrund der höheren möglichen Anzahl zugezogener Römer, Latiner oder Etrusker, da in etwa 300 römische Familien meist der Richtwert sind, um eine römische Kolonie zu gründen, nicht aber bei einer latinischen. Andererseits könnten wir eine römische Kolonie errichten trotz symbolischer Provokation gegenüber den Etruskern, wobei ich dann vorschlage, mehr ärmeren römischen Bürgern Land zu geben, z.B. 500 Familien. Ich bin da eher der Meinung von Rufus und den vorhin verschwundenen Senatoren, nämlich unter anderem die des Malleolus und Glicia. Trotz der guten Argumente von Albinus gedenke ich immer der Symbolkraft, die wir ans Volk der Stadt Rom und Umgebung ausstrahlen müssen. Des Weiteren kann der Staat durch Beamte stets dann das Land aufkaufen und verpachten, falls es die ausgewanderten Bürger nicht hinbringen, das Land erfolgsträchtig zu bestellen. Schliesslich schlage ich vor, eine grössere römische Kolonie zu errichten mit etwa 400 bis 500 Familien und keine Verpachtung des Staates, ausser nach etwa 5 bis 10 Jahren ein Aufkauf, falls sich ein Stück Land einer Familie nicht rentiert hat.", endete Publius.

    "Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren wie aus einer Quelle Zufriedenheit in sein Leben."


    - Plutarch

  • M.M.R.


    "Was ihr da sagt, finde ich äußerst kontrovers, erst wollt ihr eine latinische Kolonie, dann eine römische mit 400-500 Familien, und dann soll bei Unrentabilität ein Aufkauf stattfinden?


    Entscheidet euch und stellt eure Auffassung klar dem Kollegium vor, Asina.


    Gleichwohl möchte ich einen Kompromiss vorschlagen. Was haltet ihr von eine Kolonie latinischen Rechts, verwaltet durch einen Präfekten Roms, alles Land wird unter mittelosen Veteranen und Bürgern aufgeteilt. Gleichwohl hat die Res Publica über zwei Generationen ein Vorkaufsrecht auf das gesamte Land außerhalb der gegründeten Siedlung inne . Damit währe der wirtschaftlichen Unrentabilität genüge getan und Rom könnte das Land nach schlechter Bewirtschaftung dann anderweitig nutzen!"