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[SPQR] Domus der Claudii Pulchri auf dem Esquilin

  • Die Familie der Claudii Pulchri hat den Ruf unkonventionell für römische Verhältnisse zu sein.


    So ignorierte Publius Claudius Pulcher vor der Seeschlacht von Drepana (249 v.Chr.) das böse Omen, dass die Heiligen Hühner nicht fressen wollten, kurzerhand und liess sie mit den Worten "Wenn sie nicht fressen wollen, sollen sie wenigstens trinken!" über Bord werfen und griff die nichtsahnende, Truppen transportierende, karthagische Flotte an.

    Zum Unglück der Familie war der karthagische Admiral Adherbal nicht nur nicht überrascht, sondern auch ein fähiger Kommandant, der seine Flotte so geschickt manövrierte, dass am Ende Publius' Flotte überflügelt und vom offen Meer gegen die Küste gedrückt wurde. 93 römische Schiffe sanken.


    Logischerweise wurde Publius hiernach nach Rom zurückbeordert und der Senat beauftragte ihn einen Diktator zu ernennen. Publius wäre nicht Publius gewesen, hätte er einfach so den vom Senat vorgeschlagenen Kandidaten ernannt. Nein stattdessen ernannte er seinen Klienten und ihm nachgeordneten Scriba Marcus Claudius Glicia , einen niederrangigen Verwaltungsbeamten, zum Diktator.


    Es ist daher nicht verwunderlich, dass Publius Claudius Pulcher in Rom wegen Inkompetenz und Religionsfrevel angeklagt und zu einer Geldstrafe von 120.000 asses verurteilt, was die Familie ruinierte und zum Verlust von Publius' Villa führte. Publius zog es vor, sich der Schande durch Selbstmord 246 v.Chr. zu entziehen und die Familie wäre in Schimpf und Schande geendet, wäre nicht seine junge, zweite Ehefrau gewesen:


    1. Caecilia Metelli (41 Jahre alt)


    Caecilia Metelli stammt aus der Familie der Caecilia Metelli und wurde mit 15 Jahren im Rahmen einer politischen Ehe 251 v.Chr. von ihrem Vater Lucius Caecilius Metellus mit dem verwitweten Publius Claudius Pulcher verheiratet. Aus der Zweckehe entsprangen zwei Kinder. Nach dem Selbstmord hätte es niemand der jungen Frau zugetraut die Familie vor dem finanziellen Ruin zu retten. Aber obwohl sie keine rhetorische Bildung genossen hatte, gelang es ihr durch ihre praktische Veranlagung und ihren aus zahlreichen Kontakten im Haus ihres Mannes mit Händlern aus Massalia und Syrakus entwickelten und geschulten Geschäftsinn und ihrer Mitgift gute Geschäfte via Mittelsmänner aus den Equites (Ritterstand) abzuschliessen und den Reichtum der Familie zu mehren und schliesslich ein grosses ummauertes Haus auf dem Esquilin zwischen den reichen Equites zu kaufen.

    Caecilia Metelli ist trotz ihres Alters noch attraktiv, aber unverheiratet geblieben. Man munkelt von Affären mit reichen Equites und Senatoren, aber alles unbewiesenes Geschwätz.

    Der gesellschaftliche Absturz ihres Mannes und die darauf erfolgende Meidung und Verachtung durch die Nobilität haben sie schwer gekränkt umso ehrgeiziger will sie die Karriere ihres Sohnes vorantreiben. Wenn auch nicht sie als Frau Ruhm für die Familie erlangen kann, soll es wenigstens der Sohn!


    2. Appius Claudius Pulcher (25 Jahre)


    Appius ist das Gegenteil von seinen Eltern. Zwar ist er nicht so ein unbesonnener Heissporn wie sein Vater, er hat den Verstand und die Besonnenheit seiner Mutter geerbt. Aber er hat auch nicht deren Energie und ihr Geschick in der Selbstdarstellung und im Verhandeln, er verfolgt seine Ziele lieber still und durch gute Arbeit. Festivitäten hasst er. Als centurio classicus hat er sich im ersten Illyrischen Krieg gegen Teuta durch Tapferkeit ausgezeichnet und versucht nun Militärtribun an Land zu werden.


    Appius hat eine achtjährige Tochter namens Claudia Prima Pulchra, deren Mutter Servilia nach der Geburt an Kindbettfieber gestorben ist. Caecilia zieht das Kind, dass sie abgöttisch liebt, gross, während Appius bei der Flotte ist.


    3. Claudia Quinta Pulchra


    Claudia Quinta ist die unverheirate, 21 jährige Tochter der Caecilia Metelli. Sie ist sehr fromm und gut darin einen Haushalt zu leiten, Caecilia spottet über sie, wenn sie weniger Zeit im Heiligen Hain der Vesta beim Beten verbringen würde und mehr auf Festivitäten wäre sie auch schon längst verheiratet.


    4. Marcus Claudius Glicia


    Marcus Claudius Glicia ist ein Klient der Claudii Pulchri und sitzt dank seiner kurzzeitigen Diktatur im Senat. Er ist 54 Jahre alt, nicht der prickelnste Redner, aber der Caecilia Metelli treu ergeben, da sie seinen Senatorenstatus finanziert.


    5. Tarvos (20 Jahre) und Artaios (30 Jahre)


    Zwei ehemalige ligurische Sklaven von hünenhafter Gestalt mit langen Haaren und Schnurbärten, denen Caecilia Metelli die Freiheit schenkte und ihr nun treu als Bodyguards und Torwächter dienen.


    6. Servia (17 Jahre) und Livia (18 Jahre): zwei römische Dienerinnen

    Treat me like I'm evil


    Freeze me 'til I'm cold


    Beat me 'til I'm feeble


    Arch Enemy - Shadow on The Wall

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  • Es war eine Stunde nach Sonnenaufgang, als Caecilia Metelli das Tor zu ihrem Haus öffnen liess. Sie thronte auf einem Sessel im Tablinum um die Klienten und zukünftigen Klienten zu empfangen. Sie trug eine dunkelrot gefärbte Tunika, darüber eine makellos weisse Tiga und auf dem Haupt ein kunstvoll verarbeitetes silbernes Diadem, auf dem ein Elephant mit hocherhobenen Rüssel zu sehen war. Die Haare waren mit weissen Stoffbändern kunstvoll nach hinten frisiert und endeten in einem grossen Haarknoten. Caecilia Metelli ging kurz auf ihren Wachstäfelchen durch, welche Klienten sie heute besuchen sollten.


    Als erstes war Marcus Claudius Glicia angekündigt, der eine neue Toga praetexta erhalten sollte. Zudem wollte Caecilia Metelli mit ihm die Strategie bezüglich der Senatssitzung am vierten Tag vor den Kalenden des Sextilis.


    Und tatsächlich keine Viertelstunde später erschien auch schon Glicia.


    "Domina, ich freue mich Euch zu sehen. "


    Glicia trat an den Sessel von Caecilia Metelli heran und machte eine tiefe Verbeugung. Caecilia hielt ihm ihre rechte Hand mit dem goldenen Siegelring entgegen, auf dem ein Elephant zu sehen war. "Seid gegrüsst, Glicia. Auch ich freue mich Euch zu sehen. War der Aufstieg angenehm?"


    Glicia deutete einen Kuss auf den Ring an. "Er war angenehm, Domina. Kein Müll- oder Leichenwagen in der Subura vor mir." Glicia grinste.


    "Gut, gut, Glicia. Ich habe etwas für Euch." Caecilia winkte eine ihrer Dienerinnen herbei. "Servia würdest Du bitte dem Senator und ehemaligen Diktator seine neue Toga praetexta holen? Und Du Livia würdest Du bitte meine Schatulle holen?"


    Servia kam mit einer schneeweißen Toga mit einem rotvioletten Purpursteifen, dem wertvollsten Purpur wieder und präsentierte sie Glicia. Man sah förmlich die Eitelkeit und Selbstzufriedenheit in Glicia aufblitzen, als seine Hand über den Purpurstreifen glitt.


    Währendessen hatte Livia Caecilia Metelli die Schatulle gebracht. Diese nahm einen Beutel heraus und reichte diesen Glicia hin. "Eure monatliche Unterstützung. "


    Gierig griff Glicia nach dem Beutel.


    "Danke Domina. Habt ihr Anweisungen für die Senatsitzung am vierten Tag der Kalenden des Sextilis?"


    "Fangt damit an, dass zwar eine Goldwährung die Preise stabil hält, aber dass es den Handel innerhalb Italiens behindert, da Gold knapp ist und zu wenig Münzen geprägt werden können, wie nötig wäre, um mehr Güter verkaufen zu können. Ausserdem wird es schwieriger und teurer für Pächter ihre Pacht zu bezahlen, da Gold knapp und damit wertvoller ist. Daher müssen wir es vorerst - merk es Dir v o r e r s t - ablehnen. Schwör auch meine anderen 4 Senatoren darauf ein. Natürlich schmückst Du es weiter aus." Caecilia Metelli zwinkerte Glicia zu.


    "Sonst noch etwas, Domina?"


    "Nein, Du darfst gehen."


    Glicia nahm auch noch die Toga praetexta entgegen, verbeugte sich und zog sich zurück.


    Während Caecilia Metelli auf die nächsten Klienten wartete, hörte sie plötzlich von hinten rufen: "Avia, Avia, darf ich mich auf Deinen Schoss setzen?"


    "Aber sicher doch mein Sonnenschein."


    Caecilia küsste Ihre Enkelin Claudia Prima auf die Stirn und setzte sie auf ihren Schoss und streichelte ihren Kopf während der nächste Klient hereintrat ...

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