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  • Die Magistratur:

    Cnaive Lethai Havrenias zupfte etwas nervös am Saum seines Gewandes. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und brannte unbarmherzig auf die wartenden Männer und Frauen, die sich auf einem kleinen Hügel vor der Stadt versammelt hatten. Sie alle blickten erwartungsvoll nach Südwesten, wo sich der schwierige Weg über den Appenin bis nach Rom erstreckte. "Die Gesandtschaft sollte doch längst hier sein.", brummte Publius Marmarai ungeduldig. Er trug wie immer dunkele Kleidung und die Falten seines Gesicht schienen seinem Kollegen heute noch tiefer. "Sorge dich nicht, Publius. Argetorix versicherte mir, dass sie schon nahe sind. Wir werden diese Sache hoffentlich bald und endgültig klären." "Nun ja, die Bürger rumoren schon arg, und warum haben sich die Clinii gerade jetzt auf ihren Landsitz zurückgezogen? Was führen sie im Schilde?". Havrenias wandte sich um. "Du machst dir zu viele Gedanken. Wir haben nichts zu befürchten, solange wir mit den Senatoren sprechen. Die Reiterei wird eh erst in ein paar Wochen hier sein, und bis dahin ist genügend Zeit die Wogen zu glätten. Konzerntrieren wir uns also auf die Aufgaben, die vor uns liegen." Und die beiden blickten wieder über die Landschaft, auf der sich nur einige Bauern bewegten, die der Hitze zum Trotz nach ihren Feldern sahen.

  • Appius Opimius Gala



    Gala war gemeinsam mit seinem Vertrauten Titus Racilius Cultro der langsam reisenden Gesellschaft voraus geritten. Das langsame Reisetempo der Gruppe ging ihm auf die Nerven, war er doch das Marschtempo der Legion gewohnt.

    Da es grundsätzlich nicht ratsam war die Gefahren der Reise auf die leichte Schulter zu nehmen trug er eine leichte Rüstung die ihn beim Reiten nicht behinderte.

    Cultro war ähnlich gekleidet. Jetzt schob er seinen Helm etwas zurück und wischte sich den Schweiß ab.

    "Wir sollten nicht mehr zu weit entfernt sein. Lass uns auf den Hügel reiten und Ausschau halten."

    Sie trabten einen Grashügel hinauf und tatsächlich - nördlich von ihnen stand eine Gruppe Menschen auf einem Hügel, im Hintergrund lag Ariminium.

    "Ich bin gespannt was uns hier erwartet. Wir dürfen jedenfalls niemandem blind vertrauen. Auch nicht den Mitgliedern der Gesellschaft."

    Gala machte eine Pause.

    "Besonders nicht den Mitgliedern der Gesellschaft."

    Sie ritten zurück zu der Gesellschaft um sie zur Eile anzuspornen, das Ziel sei nah.

    Kurz darauf kamen sie in Sicht der warteten Menschen von Ariminium.

  • Die Magistratur

    Die Wachen nahmen Haltung an, als sich die Abordnung aus dem fernen Rom näherte. Trotz des Staubes der Straße konnte man leicht die Senatoren und Würdenträger ausmachen, und wenn es nur ihre Haltung war. Publius Marmarai verzog den Mund als er die gerüsteten Männer auf Pferden sah. "Ich dachte, die Reiterei stünde noch entfernt?" Havrenias hätte fast losgelacht. "Glaubst du so sieht eine Kampfeinheit der römischen Armee aus? Nein, das wird irgendeiner der Gesandten sein, der sich ein wenig inszenieren will." Während sie sprachen näherten sich die Reiter und die restliche Gruppe immer mehr. Als sie vor der Gruppe halt gemacht hatten, trat Havrenias vor und öffnete die Arme. "Salvete, geehrte Gäste aus unserer Fernen Stadt. Mein Name ist Cnaive Lethai Havrenias, Konsul und Magistrat der Stadt. Hier ist mein Kollege Publius Marmarai. Wir grüßen euch und doch sind wir betrübt, über die Umstände die euch herführen. Ja, es gab einige unglückliche Vorfälle in der letzten Zeit. Und das in einer Zeit, in der es eigentlich nie mehr zu tun gäbe. Darum laden wir euch beisammen ein, uns in den Sitz der Magistratur zu folgen, dort könnt ihr euch ein wenig erfrischen und euch von der Reise erholen. Dann wenn ihr gerastet habt, werden wir alles tun, um zusammen mit euch die Probleme unseres schönen Ariminum zu ergründen, Lösungen zu finden und Ariminum und ihrer Mutterstadt Rom zu all der Ehre zu verhelfen, die beiden gebührt. Bis dahin, folgt bitte mir und meinem Kollegen, wir können die Stadt zu Fuß oder zu Pferde durchqueren, ganz nach belieben der Senatoren und Würdenträger."

  • Manius Pomponius Matho


    Matho als Anführer der römischen Gesandtschaft, in seiner eleganten römischen Rüstung gekleidet, die er vor 8 Jahren bereits auf Sardinien und Korsika trug, machte sich wie Flaminius zu den Toren Ariminums auf. Er beschleunigte das Tempo seines Rosses und dachte sich "Ach, Gala, immer so ungeduldig".

    "Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren wie aus einer Quelle Zufriedenheit in sein Leben."


    - Plutarch