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Beiträge von splifftastic

    18: Schiffe in Nurc


    2105. Jahr der Sonne, Nurc in der Republik Linistien:
    „Wohin gehen wir eigentlich?“ fragte Kyon nachdem die Gruppe eine Weile durch die Straßen gegangen war. Er warf immer wieder besorgte Blicke auf die bewusstlose Asahina in seinen Armen.
    „Irgendwohin wo es sicher ist, wir können uns nicht sicher sein dass alle Königlichen tot sind.“ antwortete Koizumi. Vor einer halben Stunde war Haruhi endlich aufgewacht und hatte den anderen erzählt was passiert war, wie es dazu kam dass ihre Angreifer tot waren und dass Gasthaus brannte wusste sie jedoch nicht.
    „Wir können nicht ewig durch die Gegend laufen, Lady Asahina braucht dringend Hilfe.“
    „Dann nehme ich an dass du eine Idee hast?“ fragte Koizumi während er sich zum jungen Trellik umdrehte. Dieser seufzte, es gab in der Tat eine Möglichkeit, zwar war sie ihm alles andere als lieb aber etwas besseres wollte ihm einfach nicht einfallen.
    „Ja, ich habe eine Idee. Folgt mir.“ Die anderen sahen sich kurz verwundert an folgten ihm dann aber als er in eine Seitengasse einbog. Als sie die Gasse durchquert und eine größere Straße betreten hatten war die Gruppe sofort umzingelt. Koizumis Hand legte sich sofort auf seinen Schwertgriff während Haruhi ihren Dolch zückte und Yuki ihre Hand ausstreckte. „Halt, halt, halt!“ rief Kyon und stellte sich vor die Gruppe. „Das sind die Leute nach denen wir suchen!“
    „Was meinst du damit, Kyon?“ fragte Haruhi während sie die Männer und Frauen die um sie herum standen misstrauisch beobachtete.
    „Sind das deine Freunde, Kyon? Moment, ist das Lady Asahina? Was ist passiert?“ zwischen den Gestalten welche um die kleine Gruppe herumstanden trat Anduin Linda hervor. „Was steht ihr hier noch dumm rum? Bringt sie zur Villa und sorgt dafür dass die besten Ärzte des Hauses sich um Lady Asahina kümmern!“ fuhr er die Leute um sich herum an welche sich sofort in Bewegung setzten und Kyon Asahina abnahmen.
    „Kyon? Würdest du das bitte erklären?“ fragte Haruhi während sie ihren Dolch wegsteckte.
    „Natürlich, das ist Anduin Linda, ein alter Freund von mir und Lady Asahina. Er ist Teil der Gilde und dafür verantwortlich abtrünnige Attentäter zu jagen. Ich hatte ihn das letzte mal getroffen als ich hier in der Nähe war und hatte gehofft dass es wieder der Fall sein würde. Anduin, kannst du uns bitte bei den Linda unterbringen? Auf dem Weg dahin werde ich dir erzählen was passiert ist.“
    „Natürlich, folgt mir. Ich werde euch zur Villa führen, dort könnt ihr dann mir und Davian alles erzählen.“
    „Davian?“ Haruhi sah fragend zu Kyon herüber.
    „Davian Rist, Oberhaupt von Haus Rist. Solange Jeanette Linda in Gurilia sitzt ist er für Nurc verantwortlich.“ Nach dieser Erklärung schwieg die Gruppe und folgte Anduin.


    Nach einigen Minuten wurde das Schweigen unterbrochen als urplötzlich eine Gestalt neben Anduin erschien.
    „Was zum?“ entfuhr es Kyon vor Überraschung, selbst Yuki und Koizumi sahen ziemlich überrascht aus.
    „Wow, das war fantastisch! Wie hat der das gemacht?“ brach es aus Haruhi heraus, anscheinend hatte sie den Angriff auf ihr Leben bereits hinter sich gebracht und konnte sich wieder voll und ganz auf die interessanten Dinge des Lebens konzentrieren. Die Person neben Anduin war ein junger Mann mit schwarzen Haaren und kalten Augen welche eine seltsame Farbe zu haben schienen. Der Rest seines Gesichts war von einem Tuch bedeckt und in seiner Hand ruhte eine seltsame Waffe die Kyon noch nie zuvor gesehen hatte, es war eine Art Sichel welche an einer Kette befestigt war, außerdem hatte er mehrere Wurfmesser an seinem Gürtel befestigt.
    „Ah, Hattori. Wie ist es gelaufen?“ fragte Anduin und blieb stehen. Der angesprochene kniete vor dem Linda während er antwortete.
    „Ich war erfolgreich, mein Lord. Die Abtrünnigen sind tot, sie waren in einem Kampf mit Bulldoz und seinen Kumpanen verwickelt. Ich habe sie am Leben gelassen als sie meinten dass sie mit einer Silberblatt und einer Mimir reisten. Ich habe sie zur Villa geschickt, sie dürften dort auf euch warten. Ich habe auch einige Ritter aus Vanidarien gefunden und sie ebenfalls zur Villa geschickt, die ganze Sache ist allerdings ziemlich merkwürdig. Ich glaube nicht dass es einfach ein Konflikt zwischen zwei Gruppen von Abtrünnigen war.“
    „Mhm, gute Arbeit, Hattori. Ich glaube meine Freunde hier können uns näheres erzählen sobald wir in der Villa sind. Geh schon einmal vor und benachrichtige die anderen Gäste von unserer Ankunft.“
    „Jawohl, mein Lord.“ mit diesen Worten betrat Hattori eine Seitengasse und verschwand.
    „Das ist wirklich beeindruckend. Glaubst du der kann mir das beibringen?“ fragte Haruhi voller Begeisterung.
    „Wahrscheinlich nicht, was wichtiger ist, Anduin. Warum nennt er dich 'mein Lord'?“ fragte Kyon und ignorierte Haruhi.
    „Lange Geschichte, ich erzähle sie dir ein anderes Mal, jetzt sollten wir erst einmal zusehen dass wir zur Villa kommen.“


    Und somit waren wir Gäste in der Villa der Linda. Davian Rist wollte uns am liebsten sofort über das Geschehene ausfragen, aber Anduin hatte es geschafft ihn davon zu überzeugen eine Weile zu warten. Nach unserer Ankunft in der Villa marschierte Yuki direkt in das Zimmer wo sich die Ärzte der Lindas um Lady Asahina kümmerten und jagte sie hinaus. Sie hatte sich drei lange Tage in dem Zimmer eingeschlossen bevor sie mich reinließ. Lady Asahina war wieder bei Bewusstsein und hatte einen Verband um ihr rechtes Auge befestigt, schien jedoch keinerlei Schmerzen mehr zu haben. An dem Tag berieten wir uns mit Anduin und sagten ihm dass wir uns in zwei Tagen mit Davian Rist treffen würden um ihm und Anduin alles zu erzählen. Währenddessen geschah etwas in Nurc was später als eines der berühmtesten Duelle der Attentätergilde in die Geschichte eingehen würde...


    Asakura saß in dem Zimmer des alten Gasthauses in dem sie sich eingemietet hatte und starrte aus dem Fenster zur Villa der Linda hinüber welche über die restlichen Häuser aufragte. Sie war noch immer ziemlich wütend auf diesen verdammten Roger der ihr die Chance genommen hatte Kyon umzubringen. Wenn die Stimmen ihr nicht andauernd sagen würden dass er ein Verbündeter ist hätte sie ihn schon lange umgebracht. Aber seine Augen hatten eine interessante Farbe, ob sie die Farbe wohl behalten würden wenn man sie ihm rausschneidet?
    „Denke nicht einmal dran!“ meinte eine der Stimmen in ihrem Kopf, es war die eines kleinen Mädchens das nach jedem Satz kicherte. Asakura hatte den Stimmen in ihrem Kopf inzwischen auch Namen gegeben, es waren insgesamt drei.
    „Warum denn nicht Maria? Ich würde ihm nur das eine Auge rausschneiden, davon würde er nicht sterben... vermutlich.“
    „Weil er dann Haruhi nicht mehr so gut beschützen könnte!“ antwortete die Kinderstimme namens Maria.
    „Hm, bist du dir da sicher? Ich bin mir sicher er würde noch immer nützlich sein, und ich muss zugeben dass ich die Augen recht hübsch finde. Man könnte bestimmt irgendwie Schmuck oder Dekoration daraus machen.“ dieses mal war es die Stimme eines alten Mannes die sprach.
    „Ich wusste du würdest mich verstehen, Alfred! Also, darf ich? Darf ich ihm sein Auge rausschneiden? Darf ich? Darf ich?“ fragte Asakura und hüpfte aufgeregt auf dem Bett auf und ab.
    „Nein!“ ertönte die Stimme einer Frau und Alfred seufzte.
    „Tut mir leid Asakura, überstimmt.“
    „Och, schade. Du bist eine Spielverderberin Anja!“
    „Hör auf mich Anja zu nennen! Mein Name ist...“
    „Ach sei still, Anja!“ meinte Maria und fing an zu lachen.
    „Nenne mich nicht so! Ist es dir egal dass sie dich Maria nennt?“
    „Ja, ich mag den Namen! Und Alfred ist auch weit besser als sein richtiger Name“
    „Ich bin von verrückten umgeben! Hätte ich das gewusst...“
    „Du wärst trotzdem mit uns gekommen, du liebst mich zu sehr um mich alleine zu lassen, Anja!“
    „Träume weiter, Alfred!“ fuhr Anja die andere Stimme an. Asakura lächelte fröhlich vor sich hin. So lange sie mit ihren Freunden zusammen war kümmerte es sie nicht dass dieser Kyon noch lebte. Wenn diese schönen Zeiten doch nur für immer dauern würden. Noch während sie dies dachte ertönte Marias Stimme in ihrem Kopf.
    „Nach rechts, sofort!“ instinktiv gehorchte Asakura und warf sich von ihrem Bett, nur kurze Zeit danach hörte sie Glas zerbrechen und sah wie ein Wurfmesser sich in die Tür bohrte. Sofort stand sie auf und kletterte aus dem Fenster auf das Dach des Gasthauses. Nur zwei Meter entfernt, auf dem gegenüberliegenden Dach stand eine Gestalt mit bedecktem Gesicht und zwei Wurfmessern in der Hand, am Gürtel hing außerdem ein Kusarigama.
    „Oh! Diese Waffe! Du bist aus einem der Clans in den Eisenbergen!“ mit diesen Worten sprang Asakura zum anderen Dach hinüber und landete direkt vor ihrem Gegner, dieser sprang zurück und warf die beiden Messer nach ihr denen Asakura mit Leichtigkeit auswich.
    „Du bist gut, auf jeden Fall keine normale Abtrünnige. Wie ist dein Name?“ fragte der Mann während er sein Kusarigama zückte und anfing die Kette der Waffe kreisen zu lassen.
    „Du bist auch nicht schlecht, immerhin hast du es geschafft mich zu finden. Aber hast du denn keine Manieren? Als Mann solltest du dich als erstes Vorstellen, findest du nicht?“ antwortete Asakura und lächelte ihr Gegenüber an während sie ihren Dolch in die Hand nahm.
    „Natürlich, entschuldige mich. Mein Name ist Hattori, ich komme aus dem Hanzo Clan im Eisengebirge und diene unter meinem Lord Anduin Linda.“



    „Freut mich dich kennen zu lernen! Ich bin Asakura, wollen wir dann anfangen uns gegenseitig umzubringen?“ Unter seinem Tuch fing Hattori an zu grinsen, dieses Mädchen war ein interessanter Gegner. Ohne ein weiteres Wort ließ Hattori seine Kette nach vorn schnellen und zielte mit dem Gewicht an ihrem Ende auf Asakuras Knie, diese drehte sich jedoch nur auf der Stelle und wich dem Angriff damit aus bevor sie blitzschnell auf Hattori zu rannte. Dieser schlug mit der Sichel seiner Waffe nach ihr welche von ihrem Dolch blockiert wurde, im selben Moment zog er jedoch die Kette des Kusarigamas zurück und traf Asakura mit dem Gegengewicht im Rücken wodurch sie kurzzeitig das Gleichgewicht verlor und anfing zu stolpern. Sie ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und verwandelte ihre Stolperaktion einfach in eine Rolle nach vorne mit der sie in Hattoris Rücken gelangte und dem Mann einen Schnitt am Oberschenkel verpasste. Asakura richtete sich mit einem siegessicheren Lächeln auf und holte zu einem Stich gegen Hattoris Lunge aus, stutzte dann jedoch. Ihr Gegner war nicht mehr da! Hattori hockte knappe zwei Meter entfernt und verband seine Wunde mit Stoff den er von seinem Hemd abgeschnitten hatte.
    „Oho! Der Typ ist gar nicht mal schlecht!“ meinte Anja während Asakura ihren Gegner beobachtete.
    „Was ist denn das? Bist du etwa verliebt, Anja?“ kicherte Maria vor sich hin.
    „Kann man hier nicht einmal in Ruhe seinem Gegner ein Kompliment machen ohne dass gleich diverse Gerüchte herumschwirren? Oh, aufgepasst!“ Während die Stimmen in Asakuras Kopf noch diskutierten war Hattori plötzlich aufgesprungen und schleuderte die Kette erneut nach Asakura. Diese wich wiederum aus, taumelte dabei aber direkt in ein Wurfmesser ihres Gegners. Sofort beuget Asakura ihren Oberkörper zurück und endete in einer Position die wohl selbst den besten Akrobaten der Republiken den Körper verrenkt hätte. Sie wartet gar nicht erst darauf was ihr Gegner wohl machen würde sondern rollte sich schnell zur Seite ab und entging somit der Sichel die sich in das Dach bohrte wo sie eben noch war. Der Kette entkam sie dieses mal jedoch nicht, das Gegengewicht krachte gegen ihre Schulter und ließ sie noch weiter zurücktaumeln, zum ersten mal seit ihrem Training stöhnte Asakura vor Schmerz auf, Schmerz der von etwas anderem als den Stimmen in ihrem Kopf verursacht wurde.


    Auf einmal fing Asakura an zu lachen.
    „Das macht Spaß! So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr! Du bist viel besser als dieser lächerliche Trellik oder dieses dämliche Rotauge!“ Hattori antwortete nicht sondern versuchte weiterhin ruhig zu atmen obwohl er langsam erschöpft war. Die Wunde an seinem Oberschenkel fing langsam an eine Belastung zu werden, er würde nicht mehr lange kämpfen können.
    „Dein Name war Asakura?“
    „Genau, sagt er dir was?“ Hattori dachte kurz nach, dann riss er die Augen auf.
    „Asakura... doch nicht etwa Asakura von Nurc, die Künstlerin des Todes? Die Erbin der Attentätergilde?“
    „Genau die! Freut mich dass du mich zu kennen scheinst.“ Hattori sprang auf und versuchte in Richtung der Villa der Linda zu entkommen. „Nicht so schnell! Wir sind noch nicht fertig!“ meinte Asakura lachend und rannte ihm hinterher, auf Grund der Wunde welche sie Hattori zugefügt hatte gelang es ihr auch langsam ihn einzuholen. Kurz bevor sie ihn erreicht hatte ertönte auf einmal ein lauter Knall und Asakura blieb instinktiv stehen. Es gab ein zischendes Geräusch und etwas sauste direkt an ihrem Gesicht vorbei und schlug in das Dach ein. Sie sah sich nach ihrem neuen Angreifer um fand jedoch nichts, und auch von Hattori war weit und breit nichts zu sehen. Asakura sah ein wenig enttäuscht aus, rief dann jedoch noch etwas in die Nacht hinaus „Es hat mich gefreut mit dir zu spielen, Hattori! Ich hoffe wir treffen uns irgendwann mal wieder!“ dann verschwand auch sie in der Nacht.


    Zur selben Zeit gab es eine etwas größere Auseinandersetzung in einem Wald nur wenige Kilometer von Stratholme entfernt, allerdings war der Kreuzzug ausnahmsweise mal nicht beteiligt.


    2105. Jahr der Sonne, Herzogtum Belunda in einem Wald nahe Stratholme:
    Auf einer Lichtung mitten im Wald war ein Lager aufgeschlagen welches einst Spähern der Menschen in Stratholme gehörte, nun stapften um die zwanzig Chaosbarbaren zwischen den Erschlagenen umher und durchsuchten das Lager nach Dingen die man gebrauchen konnte. Während sie sich angrunzten und sich gegenseitig auf diverse Sachen aufmerksam machten die herumlagen wurden sie vom Waldrand aus beobachtet. Dort hockten drei Gestalten in schwarzen, dornigen Rüstungen und sahen sich die Lage an. Es waren Mitglieder der Nathrezim, der persönlichen Leibwache der Hexe Shion. Sie waren ausgesandt worden um herauszufinden was Tzeentch hier in diesem Herzogtum plante. Nach nur wenigen Tagen Beobachtung war die Situation vollkommen klar, der Herr des Wandels versammelte einen großen Teil seiner Streitkräfte in diesem Herzogtum und marschierte auf die größte Stadt der Gegend zu, Stratholme. Anscheinend schienen die Heerführer des Wandlers der Wege die Stadt und ihre Einwohner als eine Gefahr einzustufen, warum wussten die Nathrezim jedoch nicht.
    „Mein Lord, was machen wir jetzt?“ flüsterte die einzige Frau in der Gruppe dem Mann der neben ihr hockte zu. Dieser verzog das Gesicht und antwortete
    „Wir führen unsere Befehle aus, auch wenn es mir nicht gefällt. Unsere Herrin will dass wir dafür sorgen dass was auch immer der Wandler der Wege plant fehlschlägt, also helfen wir diesen Menschen so gut wir können.“ Er wandte sich an den Mann zu seiner Rechten „Nym, du gehst in die Stadt und warnst die Menschen vor den anrückenden Dämonen.“
    „Warum ich? Wäre es nicht besser wenn Malice...“
    „Kommt gar nicht in Frage! Du durftest schon beim letzten Auftrag zusammen mit dem Lord Leute niedermetzeln! Dieses mal bin ich dran!“
    „Schon gut, schon gut. Ich hasse es nur mich als Mensch auszugeben, und ich muss auch noch diese hässliche Sprache... schon gut, schon gut. Bin ja schon weg!“ unter den wütenden Blicken von Malice entfernte sich der Dunkelelf und ließ die beiden alleine zurück.
    „Hast du die Gegner gezählt, Malice?“
    „Ja, mein Lord! Es sind genau zweiundzwanzig Chaosbarbaren.“
    „Gut, wer als erster bei zwölf angekommen ist hat gewonnen, los geht’s!“ Mit diesen Worten stürmten die beiden Nathrezim aus ihrem Versteck und hielten direkt auf das Lager zu. Bevor die Barbaren reagieren konnten fuhren die beiden Gestalten in ihre Mitte und hielten ihre blutige Ernte. Malice schwang ihren Drannach, einen großen Speer mit scharfen Klingen an der Spitze, durch die Gegend und trennte gleich zwei Barbaren die Beine ab bevor sie einem dritten die Spitze des Speeres durch die Brust bohrte. Sofort wirbelte sie herum und enthauptete mit den Klingen an der Seite der Speerspitze den vierten Gegner, sofort sah sie sich nach dem nächsten um, jedoch vergebens. Einige Meter von ihr entfernt stand Lord Malek, Anführer der Nathrezim, und benutzte die Kleidung eines toten Barbaren um seine beiden Klingen vom Blut zu säubern.
    „Das war unfair, Lord Malek! Ich konnte nur vier töten!“
    „Oh, tut mir leid. Nächstes mal lasse ich dir ein paar mehr übrig. Wie auch immer, wir sollten zurück zur Herrin und ihr sagen was hier vor sich geht.“ Mit diesen Worten verschwanden die beiden auch schon wieder von der Lichtung und ließen nur die Leichen der Menschen zurück.



    Ich schwöre, jeden Tag mischten sich mehr Leute in die Geschehnisse unserer Welt ein! Irgendwann muss es dann aber auch gut sein! Und obwohl ich das so schreibe muss ich gleich noch eine neue Person vorstellen, aber ich schwöre sie ist die letzte die in diese Geschichte eingeführt wird... vermutlich. Wie auch immer, es war zwei Tage nachdem Lady Asahina ihr Bewusstsein wiedererlangt hatte. Koizumi, Haruhi, Lady Asahina, Yuki, Anduin, Davian Rist und ich saßen an einem Tisch in den Privatgemächern Davians und ich erzählte den Anwesenden von dem Anschlag auf mein Leben. Danach war es an Haruhi und Lady Asahina von den Geschehnissen im Gasthaus zu erzählen. Koizumi, Yuki und mir hatte sie die ganze Wahrheit erzählt, dass ein Feuerstrahl aus ihrem Auge kam und die Königlichen getötet hatte. Zum Glück sagte sie das nicht vor den anderen Anwesenden, hier behauptete sie einfach dass sie das Bewusstsein verloren hatte als der Anführer der Königlichen den Befehl gab sie zu töten.


    Obwohl er die Geschichte schon vorher gehört hatte sprang Kyon aus seinem Stuhl auf und fing an wutentbrannt im Raum hin und her zu laufen.
    „Unerhört! Einfach unerhört! Wenn der Rat herausfindet was diese Königlichen gemacht haben kann der König froh sein wenn die Republiken nur Wiedergutmachung fordern! Wahrscheinlicher wäre dass die Republiken offen gegen den König rebellieren!“ Kyon stoppte als er merkte wie Anduin und Davian sich nervöse Blicke zuwarfen. „Anduin! Du weißt etwas! Was ist los?“
    „Hm, ich weiß nicht ganz wie ich das sagen soll. Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel Lady Asahina, aber der Angriff auf euer Leben war eines der besten Dinge die uns passieren konnten.“
    „Was sagst du da? Anduin du verdammter...!“ Kyon griff nach seinem Schwert wurde jedoch von Asahina zurückgehalten.
    „Warte Kyon! Wir kennen Anduin! Wenn er so etwas sagt muss er einen guten Grund haben! Stimmts, Anduin? Du hast bestimmt einen guten Grund dafür!“ Anduin zögerte bevor er antwortete
    „Ja, ich habe einen guten Grund. Aber bevor ich euch dass sage habe ich noch eine Frage. Kyon, du meintest das Mädchen dass dich angegriffen hat hatte lange, blaue Haare und eine freundliche Stimme?“
    „Ja, kennst du sie?“ Kyon lief ein Schauer den Nacken herunter als er sich an die Stimme erinnerte.
    „Vielleicht, wie war ihr Name?“
    „Öhm, Asakura oder so ähnlich, warum?“
    „Asakura? Unmöglich!“
    „Ich fürchte es ist nicht ganz unmöglich, mein Lord.“ Alle Anwesenden fuhren zur Tür herum. Dort stand Hattori, sein Oberschenkel war verbunden und er stützte sich auf die Person die neben ihm stand. Es war ein Mädchen, vielleicht drei oder vier Jahre älter als Kyon mit kurzen, schwarzen Haaren. In ihrer Hand hielt sie einen seltsamen Gegenstand. Er erinnerte ein wenig an eine Pistole, war allerdings viel länger und sah deutlich schwerer aus. Bevor irgendein Anwesender etwas sagen konnte erhob Yuki sich von ihrem Stuhl und ging auf die Neuankömmlinge zu.
    „...“
    „...“
    „...“
    „...“
    „Yuzumi.“
    „Yuki.“
    „Ich verstehe.“
    „Gut.“ mit diesen Worten nickten die beiden sich zu und Yuki setzte sich wieder auf ihren Stuhl während das andere Mädchen Hattori zum Tisch half.
    „Was war dass denn? Haben die beiden sich etwa gerade unterhalten? Und was versteht Yuki denn bitte?“ flüsterte Kyon den anderen zu.
    „Keine Ahnung, aber die Waffe da sieht interessant aus, glaubt ihr ich kann mir die mal ausleihen?“ fragte Haruhi begeistert. Anduin räusperte sich und Stille trat ein.
    „Lady Yuzumi, ihr scheint das Mädchen namens Yuki zu kennen?“
    „Ja.“ Anduin seufzte.
    „Gut, ich denke wir haben keine Wahl Lord Rist. Wir wollten sie alle Einweihen.“
    „Selbst die Vanidaren?“ Anduin überlegte eine Weile bevor er antwortete
    „Ich denke besonders die Vanidaren, ich bezweifle dass gerade sie uns verraten werden.“
    „Gut, du hast meine Erlaubnis, Anduin.“
    „Wunderbar, aber vorher, Hattori! Was meinst du mit 'es ist nicht ganz unmöglich'?“
    „Damit meine ich dass ich sie getroffen habe, Asakura von Nurc, die Künstlerin des Todes. Sie war es die die Abtrünnigen angeheuert hat die Sir Kyon angegriffen hatten. Ich bin mit ihr in einen Kampf geraten und konnte nur dank Lady Yuzumi hier entkommen.“
    „Verdammt! Ich nehme an du hast die Schlange schon benachrichtigt?“
    „Natürlich, mein Lord.“
    „Gute Arbeit Hattori, oh entschuldigt.“ meinte Anduin als er die fragenden Gesichter der anderen Anwesenden sah. „Ihr wisst es natürlich nicht, aber Asakura ist die meistgesuchte Abtrünnige in den gesamten Republiken. Trotz ihres jungen Alters war sie eine der besten Attentäterinnen der Gilde, eines Tages ist sie jedoch... ein wenig durchgedreht. Sie hat fünf ihrer alten Lehrer getötet und ein Geheimversteck der Gilde in Nordmar abgefackelt bevor sie abgehauen ist. Um es kurz zu machen, du hast Glück dass du am Leben bist, Kyon. Bisher ist ihr noch niemand entkommen.“
    „Das wollte ich nicht wissen, überhaupt nicht!“
    „Schön und gut, aber was ist diese andere Sache worüber ihr sprechen wolltet? Das womit ihr uns Vanidaren ganz besonders vertrauen könnt?“ fragte Haruhi und blickte misstrauisch zu Davian Rist hinüber.
    „Was wisst ihr über die fünfte Deadlische Flotte die vor zwei Monaten aus dem Hafen in Dresden ausgelaufen ist?“ Anduins Frage erntete ratlose Blicke, nur Koizumi antwortete
    „Die fünfte Flotte wurde von Admiral Guilford geführt und sollte den Überfällen der Piraten im Norden Einhalt gebieten. Sie wurde jedoch geschlagen und restlos versenkt, ein Zwischenfall der das gesamte Königreich verwundert hatte. Allerdings glaube ich gerade dass dies nur die offizielle Geschichte ist, nicht wahr Lord Anduin?“
    „Genau. Wie ihr bestimmt wisst ist der Hafen von Nurc momentan vollkommen abgeriegelt. Der Grund ist folgender, im Hafen liegt momentan die fünfte Deadlische Flotte. Seit fünf Monaten ist die Gilde nun schon vollauf damit beschäftigt Agenten des Vizekönigs in den vier Republiken aufzuspüren und mundtot zu machen. Wenn der Vizekönig herausfindet dass die Flotte noch existiert wird es die ganze Sache etwas komplizierter machen. Lady Yuzumi hier war Teil der Flotte. Die Deadlier haben viele Soldaten nach Nurc gebracht und noch etwas weitaus wertvolleres.“
    „Und was soll das sein?“ fragte Koizumi
    „1.000 Musketen.“ meinte Anduin und deutete auf die Waffe die Yuzumi in der Hand hielt. „Lady Yuzumi bringt einigen von unseren Männern bei wie man diese Waffen benutzt während alles vorbereitet wird.“
    „Vorbereitet?“ Kyon warf einen nervösen Blick zu Anduin. „Ich hoffe du wirst nicht das sagen was ich denke.“ Anduin lächelte schwach
    „Tut mir leid, Kyon. Aber es ist genau wie du denkst. Die Republiken und Deadlien sind eine Allianz mit dem Herzog von Ceicla eingegangen um gegen den König und seine Schoßhunde in Nordmar, Aratar, Belunda und Nika vorzugehen. Besser gesagt mit dem neuen Herzog Ceiclas, Herzog Georgios.“

    Asahina Mimir hatte sich noch nie so unwohl gefühlt, na gut das stimmte nicht ganz, im Grunde fühlte sie sich so seit ihrer ersten Begegnung mit Haruhi. Erst gestern hatte die seltsame Silberblatt sie benutzt um an irgendeine Karte zu kommen. Aber sie ertrug die aufdringliche und sprunghafte Art Haruhis, auch wenn sie selber nicht genau wusste wie. Im Moment befanden sie sich im wie ausgestorbenen Schankraum des Gasthauses und Haruhi versuchte sie gerade wieder zu irgendeinem Unsinn zu überreden. Koizumi hatte Asahina hier abgesetzt und sich dann so schnell er konnte mit Yuki auf den Weg gemacht, die Magie des ausdruckslosen und schweigsamen Mädchens musste etwas aufgeschnappt haben. Asahina machte sich Sorgen um Kyon, er schien sich noch immer zu weigern so vorsichtig wie möglich mit Haruhi umzugehen. Wenn er so weitermachte würde er in etwas hineingeraten das er nicht mehr kontrollieren konnte.
    „Glaub mir Mikuru, das funktioniert wirklich.“ redete Haruhi begeistert auf sie ein.
    „A-aber wie soll das gehen? Ich bin doch keine Magierin oder so.“
    „Ganz einfach. Also, du nimmst deine linke Hand und spreizt Zeigefinger und Mittelfinger voneinander ab.“ Haruhi hielt sich die Hand genauso vor das linke Auge „Dann musst du nur noch dein anderes Auge schließen und ganz laut `Mikuru Beam!` rufen. Das ist alles.“
    „Ich weiß nicht, das klingt so...gefährlich und vielleicht verletzt sich jemand.“
    „Ach Unsinn, du musst einfach nur aufpassen wohin du zielst.“
    „Ich glaube nicht dass ich über so eine Fähigkeit verfüge.“
    „Das macht nichts, ich glaube für dich daran.“ erwiderte Haruhi vollkommen von sich und ihren eigenen Worten überzeugt.
    Asahina lief es eiskalt den Rücken runter, im Gegensatz zu Kyon wusste sie das man jedes Wort von Haruhi fürchten musste, vor allem wenn es um solche Dinge ging. Auch wenn es seltsam und vollkommen absurd klang, aber sie selbst hatte sich vor Haruhi gewarnt. Kurz vor Haruhis Ankunft in Benjii hatten sie sich zum erstenmal getroffen, ihr älteres Ich aus der Zukunft. Seit diesem Zeitpunkt glaubte sie bereitwillig an Magie und auch daran dass Haruhi gefährlich war, oder zumindest ihre Fähigkeiten. Diese Sache mit dem Feuerstrahl würde sie lieber nicht ausprobieren, wenn Haruhi wirklich daran glaubte würde es am Ende sogar noch funktionieren „Ich weiß nicht...das klingt noch immer so...was ist?“
    Sie schrumpfte unter Haruhis prüfendem Blick zusammen, plötzlich begann Haruhi zu grinsen „Du hast recht. Für so eine tolle Fähigkeit brauchst du sowieso erstmal bessere Kleidung, oder um genau zu sein, ein Kostüm.“ Asahina traute sich gar nicht nachzufragen und die Antwort wollte sie erst recht nicht hören. „Ja genau das ist es was du brauchst, ich weiß nur noch nicht was, wir sollten uns morgen mal auf dem Markt umsehen. Ich bin sicher es gibt irgendwo einen Stand mit deadlischer Mode.“
    „Ich...“
    „Da bist du ja endlich.“ unterbrach sie die Stimme von Garon, dem Hauptmann der königlichen Soldaten in Haruhis Wache, die rund zwei Dutzend Männer strömten hinter ihm in den Schankraum „Wir haben schon auf deine Rückkehr gewartet, wo sind denn deine neuen Leibwachen?“
    „Durchkämmen die Stadt.“ antwortete Haruhi knapp und wollte an den Soldaten vorbei nach oben auf ihre Zimmer verschwinden.
    „Gut, das macht die Sache deutlich leichter.“ er nickte einem seiner Männer zu und der packte Haruhi am Arm und hielt sie fest.
    „Was soll das? Lass mich sofort los.“ sie funkelte den Soldaten wütend an.
    „Im Namen des Königs, werden die Matriarchin von Vanidarien und ihre Erbin des Verrates angeklagt, für schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.“ sagte Garon grinsend und der Soldat verstärkte daraufhin seinen Griff noch „Wir lange habe ich auf diesen Augenblick gewartet, es ist an der Zeit die Hexen von Vanidos endgültig auszulöschen und dieses arme Reich von eurem verfluchten Geschlecht zu befreien.“
    „Was? Was redest du da? Sieh zu das du Land gewinnst du Absch...“ weiter kam sie nicht, denn der Soldat rammte ihr die Faust in den Magen. Sie krümmte sich vor Schmerzen, aber nur kurz, dann blickte sie mit Hass in den Augen wieder auf. Während der Königliche noch lachte, raste Haruhis anderer Arm nach vorne und ihre Finger bohrten sich mit voller Wucht direkt in die Augen des Soldaten, gleichzeitig biss sie mit aller Kraft in die Hand die sie festhielt. Schreiend vor Zorn und Schmerz ließ er sie los und taumelte zurück. In Haruhis Händen tauchte irgendwoher ein langer, gefährlich gebogener Dolch auf und mit einer schnellen und fast schon beiläufigen Bewegung schnitt sie dem Mann die Kehle durch. Ein anderer Soldat hatte in der Zwischenzeit sein Schwert gezogen und versuchte seinen Kameraden zu rächen. Haruhi unterlief den eilig geführten Schwertreich. Plötzlich stand sie direkt vor dem überraschten Soldaten. Der ungewöhnlich scharfe Dolch durchschnitt den roten Wappenrock und sogar das Kettenhemd darunter ohne Probleme und schlitzte ihm letztendlich den Bauch auf. Noch bevor der Königliche sich von seiner Überraschung und dem Schmerz erholen konnte, bohrte sich die Spitze in seine Kehle. Rasch sprang Haruhi wieder zurück und brachte so viel Abstand wie möglich zwischen sich und die restlichen Soldaten, welche sie langsam einkreisten.
    „Seid vorsichtig ihr Idioten! Versucht nicht sie alleine anzugreifen!“ rief Garon seinen Männern zu, er hatte in den Kriegen gegen Vanidarien gekämpft und wusste wie seltsam die Kampfweise der Matriarchinnen war. Die Silberblätter kleideten sich normalerweise in schwere Rüstungen und zogen auf dem Rücken eines Pferdes in die Schlacht, doch die Matriarchinnen hatten ihre eigene Art zu kämpfen. Sie überließen sich ganz ihren Instinkten, sie dachten nicht nach und scherten sich kein bisschen um ihre Verteidigung. Sie kämpften als wären sie unverwundbar. Die Vanidaren behauptet ihr göttliches Blut würde ihre Bewegungen leiten und sie zu nahezu unüberwindbaren Kriegerinnen machen, aber zumindest letzteres stimmte nicht. Solange man vorsichtig und in der Gruppe vorging war die Gefahr relativ gering. Asahina konnte nichts anderes machen als von der Seite aus zuzusehen. Sie wusste nicht wovor sie gerade mehr Angst hatte, vor den Männern des Königs oder vor Haruhi. Ihrer Haltung haftete etwas fast schon animalisches an. Sie stand unbeweglich da, den Rücken leicht gekrümmt und den blutüberströmten Dolch weit von sich gestreckt. Unbeeindruckt vom schnellen Tod ihrer zwei Kameraden schlossen die Soldaten den Kreis um Haruhi immer enger. Ohne Vorwarnung schnellte sie vor und sprang auf einen der Männer zu. Aber bevor sie Gelegenheit erhielt ihn genauso schnell wie die anderen zu töten, schrammte eine Schwertklinge von der Seite über ihren Arm und sie musste weiteren Angriffen ausweichen. Die Königlichen ließen ihr keine weitere Gelegenheit mehr zum Angriff. Schläge hagelten auf sie nieder und immer öfter konnte sie kaum noch ausweichen. Schon nach kurzer Zeit gelang es einem der Männer sie von hinten niederzuschlagen während sie mit dem Rest beschäftigt war.
    „Ich hätte nicht gedacht das wir sie lebend kriegen. Wir nehmen sie erstmal so mit, falls sie Ärger macht reicht dem König sicher auch ihr Kopf.“ schwer atmend steckte Garon sein Schwert weg, er deutete auf einen seiner Männer „Kümmer dich um das andere Mädchen. Schneid ihr die Kehle durch und dann zünden wir dieses Gasthaus an. Ihr Tod sollte nach einem Unfall aussehen, wir können keinen Ärger mit den Republiken gebrauchen.“
    Asahina drückte sich ängstlich an die Wand. Aus irgendeinem Grund hob sie ihre linke Hand an und hielt sie sich vor ihr Auge, genauso wie Haruhi es ihr vorhin gezeigt hatte „M-m-m...“ stotterte sie.
    „M-m-m-m“ äffte der Soldat sie grinsend nach, während er näherkam „Was soll das werden?“
    „Mikuru Beam!“ sie legte ihre ganze Angst in diesen Schrei und tatsächlich passierte etwas. Sie spürte wie ihr Kopf heißer wurde, es fühlte sich an als hätte man sie mit Öl übergossen und angezündet. Der Soldat ließ sich davon nicht beeindrucken und stand jetzt direkt vor ihr. Aber noch bevor er irgendetwas tun konnte, schoss ein Feuerstrahl aus dem linken Auge der schreienden Asahina. Alleine die Wucht des Strahls reichte aus um dem Mann den Kopf wegzureißen und ließ nichts zurück als einen rauchenden Stumpf. Ein weiterer Flammenstrahl fraß sich durch die Brust eines weiteren Soldaten. Entsetzt wichen die Männer zurück. Asahina wand sich unter Schmerzen hin und her. Unaufhörlich schoss weiter Feuer aus ihrem Auge, verbrannte die Königlichen und schmolz sie teilweise sogar zu unförmigen Klumpen zusammen. Das Feuer verfolgte die panisch fliehenden Soldaten, jagte sie durch den Schankraum und selbst als einigen die Flucht nach draußen gelang wurden sie von den Flammen noch eingeholt. Endlich hörte es auf. Schluchzend und mit den Händen auf ihr Auge gepresst brach Asahina in sich zusammen. Rauch quoll zwischen ihren Fingern hervor und langsam wurde ihr selbst vor ihrem anderen Auge schwarz. Um sie herum fraß sich das seltsame Feuer durch das Holz des Gasthauses. Nachdem die Soldaten vernichtet waren verhielt es sich wie ganz gewöhnliches Feuer und machte sich jetzt unkontrolliert daran das ganze Haus zu verschlingen. Schwankend versuchte sie wieder aufzustehen, aber es gelang ihr nicht, die aufflammenden Schmerzen in ihrem Auge rissen sie sofort wieder nach unten. Sie spürte schwach wie jemand sie am Arm packte, aber davon wie sie aus dem Haus herauskam, bekam sie kaum noch etwas mit.



    Als Koizumi, Yuki und Kyon das Gasthaus erreichten brannte es bereits lichterloh. Zum Glück regnete es noch immer, aber selbst dieser starke Regen konnte das Feuer kaum eindämmen, geschweige denn löschen. Und dort auf der regenüberströmten Straße lagen sie, vollkommen regungslos. Neben ihnen hockte der vollkommen unbeeindruckte, kleine Bergbär von Haruhi und knabberte sorglos an einem Apfel. Koizumi und Yuki rannten sofort zu Haruhi. Nur Kyon ging neben Asahina auf die Knie, sie hielt ihr linkes Auge bedeckt und oberflächliche Brandwunden bedeckten ihre Arme. Er atmete erleichtert auf, sie schien nicht schwer verletzt zu sein.
    „Kyon...“ mehr als dieses schwache Flüstern, begleitet von schmerzerfülltem Wimmern, brachte die junge Mimir nicht über die Lippen bevor sie endgültig das Bewusstsein verlor. Sanft umfasste er ihre Hand und hob sie vorsichtig an. Beißender Gestank schlug ihm entgegen und Kyon wandte das Gesicht rasch ab. Von ihrem Auge war nichts weiter als eine geschmolzene, undefinierbare Masse übrig.
    „Haruhi hat Rauch eingeatmet und einige Schläge und Schnitte abbekommen, aber ich denke es geht ihr gut, die Verletzungen sind alle nur oberflächlich. Was ist mit Asahina?“ Koizumis Stimme drang nur schwach zu ihm durch, das Toben der Flammen und die Angst um Asahina übertönten alles um ihn herum „Yuki kann ihr vielleicht helfen, aber wir müssen hier weg. Wir wissen nicht ob noch Feinde in der Nähe sind, oder was genau passiert ist. Ich weiß nicht wo wir hin können, haben die Mimir irgendwelche Gebäude oder Freunde in Nurc? Kyon. Kyon!“
    Endlich rissen Koizumis Worte ihn aus seiner angsterfüllten Starre, der Silberblatt hatte sich Haruhi auf den Rücken gepackt und wartete nur noch auf ihn. „Ja...ja ich denke schon.“ Vorsichtig hob er Asahinas zerbrechlich wirkenden Körper an und sie rannten an den Schaulustigen und eintreffenden Löschhelfern vorbei.


    In einer Seitengasse standen Asakura und Roger und betrachteten die Szene mit gemischten Gefühlen „Ich hasse Unterbrechungen, wir hätten sie alle töten sollen anstatt panisch hieher zu rennen. Haruhi hätten wir danach selber retten können, warum hast du mich zurückgehalten?“ sie blickte zu Roger, dessen Hände schon die ganze Zeit den Griff seines Schwertes umklammerten. Erst als sie Haruhi gesehen hatten war er wieder in der Lage gewesen sich etwas zu entspannen, doch sein Gesicht blieb weiterhin eine ausdruckslose, bleiche Maske „Hey, ich rede mit dir Rotauge.“
    „Sie ist am Leben.“ flüsterte Roger und atmete endlich erleichtert auf, beinahe hätte seine kleine persönliche Fehde mit diesem Kyon das einzige vernichtet was ihn noch am Leben erhielt, was ihn antrieb und sein ganzes Sein erfüllte „Das Risiko war zu groß, was wenn ihr etwas passiert wäre?“
    Asakura wollte zu einer Erwiderung ansetzen, aber die stechenden Schmerzen in ihrem Kopf erinnerten sie daran dass die Stimmen genauso dachten wie das Rotauge. Wenn Haruhi starb, würden die Stimmen Asakura zermalmen und restlos vernichten. Also entschied sie sich lieber seine leise gemurmelten Worte zu ignorieren „Na schön, meinetwegen. Aber was machen wir jetzt? Wir können nicht zuschlagen solange er bei Haruhi ist und wir haben gerade erlebt was passiert wenn wir versuchen ihn wegzulocken, dann tauchen diese Beiden auf und Haruhi ist wieder ungeschützt.“
    „Es wird sich schon noch eine Gelegenheit ergeben, spätestens wenn sie aus der Stadt heraus sind. Am wichtigsten ist es Haruhi nicht weiter zu gefährden. Der Arm des Vizekönigs ist lang, es gibt nur wenige Orte im Reich an denen sie sicher ist und er wird weitere Männer schicken, vielleicht beauftragt er sogar die Gilde.“
    „Also dasselbe wie die letzten Wochen, verfolgen und beobachten.“
    „Ja, aber am besten getrennt voneinander, du bist mir nämlich noch immer verdammt unheimlich und ich will nicht dass du mich freundlich lächelnd abstichst nur weil deine seltsamen Stimmen verrückt spielen.“ mit diesen Worten verschwand er einfach in dieselbe Richtung in die Kyons Gruppe gelaufen war.
    „Ich bin unheimlich? Ich!?“ fragte sie verwundert, sie sollte unheimlich sein? Vielleicht sollte sie bei Gelegenheit mal eines ihrer nächsten Opfer fragen, die würden ihr sicher recht geben dass sie viel zu freundlich lächelte um unheimlich zu sein „Unheimlich...wer redet denn die ganze Zeit davon Haruhi zu entführen und führt sich auf wie ein liebeskranker Irrer?“[/i]


    17. M-m-m-m-m-m-m


    2105. J.d.S. die vier Republiken, Republik Linistien, Nurc


    Kyon blinzelte verschlafen. Unentschlossen stand er in der Tür des Gasthauses und betrachtete die aufziehenden schwarzen Wolkenberge am Himmel. Das Wetter heute ließ sich mit einem einzigen einfachen Wort beschreiben, scheiße. Eiskalter Wind schlug Kyon entgegen und sofort trat er ein paar Schritte zurück, um wieder in die schützende Wärme des Hauses zu fliehen, aber es gab kein Entkommen. Schlanke Hände packten ihn von hinten an den Schultern und drückten ihn energisch vorwärts, nach draußen in die wohl unfreundlichste Stadt des Landes.
    „Steh hier nicht rum wie angewachsen, Kyon! Du blockierst den Ausgang.“ fuhr ihn Haruhi an, während sie sich energisch an ihm vorbei drückte und ohne zu zögern nach draußen rannte.
    „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das der schlimmste Tag meines Lebens wird.“ brummte Kyon ungehalten vor sich hin, bevor er sich daran machte der stürmischen Silberblatt nach draußen zu folgen. Heute war er also dran mit leiden, alle anderen aus ihrer kleinen Gruppe mussten in den letzten Tagen bereits mit ihr Nurc nach angeblichen Kultisten und eingebildeten Dämonen durchsuchen. Ausgerechnet heute musste der Wind von Norden her wehen und die eisige Kälte der Eisenberge mitbringen, zusätzlich zu dem aufziehenden Gewitter natürlich. Jeden anderen hätte Kyon sicher ohne Probleme überzeugen können im Gasthaus zu bleiben und es sich im Warmen gemütlich zu machen, aber Haruhi scherte sich nicht um solche Kleinigkeiten wie das Wetter oder Attentäter die durch die Straßen zogen oder verrückte Magier oder was auch immer sonst noch dort draußen lauern mochte. Die letzten Wochen hatten ihm gezeigt dass er immer mit dem Schlimmsten rechnen musste, er musste vorsichtig sein, musste jedes noch so kleine Detail beachten, musste...Kyon wurde unsanft aus seinen düsteren Gedanken gerissen, als Haruhi ihn am Arm packte und versuchte vorwärts zu ziehen. „Hey, Kyon! Wach endlich auf, wir wollen los. Beweg dich.“
    Mit einem letzten, fast schon verzweifelten, Seufzer setzte er sich in Bewegung. Zuerst merkte er es gar nicht aber während er neben der aufgeregten Haruhi herlief hatte er das ungute Gefühl beobachtet zu werden. Langsam, und in dem Versuch möglichst keine potentiellen Verfolger zu alarmieren, sah Kyon sich um.
    „Was macht ihr denn alle hier?“ fragte er verwirrt, hinter ihnen marschierten die restlichen zwei Ritter von Haruhis Leibwache, dieser Bulldoz und einige seiner angeheuerten Möchtegernleibwachen/Schurken. Als sie sahen dass er sie bemerkt hatte, versuchten sie sich unauffällig an die Menschen auf der Straße anzupassen, was ihnen nicht besonders gut gelang. Alleine die Ritter waren schon auffällig genug und Bulldoz würde mit seiner gewaltigen Masse aus jeder Menschenmenge hervorstechen.
    „Ach ja, das ist natürlich meine Leibwache. Anfangs fand ich sie noch lästig, aber manchmal können sie recht nützlich sein.“
    „Zum Beispiel?“ fragte Kyon verwirrt nach, erregten sie damit nicht nur unnötig viel Aufmerksamkeit?
    „Falls jemand nicht mit mir reden will können sie ihm Angst einjagen und falls einer dieser Kultisten wegläuft können sie ihn wieder einfangen. Alles in allem ist es besser ein paar starke Schwertarme dabei zu haben wenn man bei der Informationsbeschaffung etwas, nunja grober vorgehen möchte.“
    „Wichtigere Frage...warum durfte Lady Asahina nie ihre Leibwachen mitnehmen wenn sie durch die Stadt ziehen musste?“
    „Mikuru kann gut auf sich aufpassen, außerdem ist sie so unglaublich süß. Es wird ihr leichter fallen Informationen mit einem Lächeln und einem Augenaufschlag zu sammeln, ein Dutzend grimmiger Leibwächter würde dabei nur stören.“
    „Aber...ach was solls.“ gab Kyon auf, es brachte eh nichts mit ihr zu diskutieren, immerhin war Koizumi bei Asahina, der junge Silberblatt war vielleicht undurchschaubar und manchmal kalt wie Eis aber er würde sicher auf sie aufpassen. Außerdem war die letzten Tage auch nichts schlimmes passiert, also was sollte schon schiefgehen?
    Das darf man übrigens niemals niemals niemals sagen oder auch nur denken. [i]„Wo gehen wir überhaupt hin?“
    Sie befanden sich schon wieder in einer Gegend der Stadt welche Kyon lieber gemieden hätte, andererseits gab es kaum einen Ort in Nurc der besonders einladend oder sicher war. Ob er hier von irgendeinem verrückten Lehrling der Gilde abgestochen wurde oder am anderen Ende der Stadt machte wohl keinen großen Unterschied.
    „Genau hieher.“ erwiderte sie breit grinsend und verschwand durch eine Tür in einem der Gebäude am Straßenrand. Da er keine große Wahl hatte folgte Kyon ihr, die Leibwache bewachte inzwischen „unauffällig“ den Eingang. Schon wieder standen sie mitten in einer schäbigen Taverne, gab es in den Republiken auch noch andere Gebäude als schäbige Tavernen? Vermutlich nicht. Allerdings war diese hier deutlich besser besucht als die letzte Taverne.
    „Ich hoffe du bist nicht hier um zu trinken oder Streit anzufangen...oder beides.“
    „Mach dich nicht lächerlich, wir haben wichtigeres zu tun.“ Haruhi sprang wie verrückt am Eingang herum, sie schien nach jemandem zu suchen und anscheinend fand sie ihn nach einer Weile auch, denn sie winkte eindeutig jemandem zu. Ein älterer Mann mit bereits ergrauten Haaren und Dreitagebart schob sich durch die anderen Gäste durch und baute sich missgelaunt vor ihnen auf „Hier und jetzt lass mich in Frieden.“ mehr sagte er nicht, als er Haruhi einen Pergamentfetzen überreichte. Kyon versuchte einen Blick darauf zu werfen. Man hätte das ganze vielleicht als sehr sehr schlampig gezeichnete Karte bezeichnen können, vielleicht war es aber auch nur das Gekritzel eines Dreijährigen. Oben rechts, direkt am Kartenrand befand sich ein seltsames Symbol, welches Kyon nicht zuordnen konnte. Es war für ihn ein genauso großes Rätsel wie die seltsamen Striche darauf, dabei war er eigentlich gar nicht so schlecht im lesen von Karten.



    „Was ist das für ein Zeichen? So etwas habe ich noch nie gesehen.“
    „Ist doch egal, Hauptsache wir haben es endlich!“ Haruhi drückte die Karte fest an sich und ließ Kyon keine Zeit einen genaueren Blick darauf zu werfen.
    „Und was genau ist `es´? Sieht für mich aus wie ein wertloser Fetzen Pergament, vielleicht etwas dreckig und es stinkt.“
    „Das sind mein Blut, Schweiß und meine Tränen die ich vergossen habe während diese Verrückte mich bedroht hat.“ erwiderte der Mann ungehalten „Und jetzt entschuldigt mich, aber ich will nichts mehr mit diesem Mädchen zu tun haben, ich hoffe sie bricht sich in den Eisenbergen den Hals.“ Mit diesen mürrischen letzten Worten verschwand der Mann wieder im Gewirr der Taverne und war bald im Gedränge verschwunden.
    „Seltsamer Kerl, was meinte er mit bedroht und was ist das für eine Karte?“
    „Du stellst wirklich viel zu viele dumme Fragen, weißt du das eigentlich?“ seufzte Haruhi.
    „Ja, aber trotzdem hätte ich gerne eine Antwort.“
    „Meinetwegen, langsam gewöhne ich mich daran dass man dir immer alles dreimal erklären muss.“ sie hielt ihm den Fetzen stolz unter die Nase, bevor er wirklich etwas erkennen konnte zog sie ihre Hand auch schon wieder hastig zurück, anscheinend hatte sie Angst er würde ihr diese blöde Karte stehlen „Das hier ist eine Karte zu einer gewaltigen Silberader mitten in den Eisenbergen.“
    „Natürlich, und ich bin in Wahrheit Yuki, du erkennst mich nur nicht weil ich mich mithilfe von Magie verwandelt habe, Abrakadabra Krötenlaich und Froschgehirn hex hex.“
    „Es gibt keinen Grund meine Worte ins Lächerliche zu ziehen! Ich habe mich gestern den ganzen Tag mit diesem Mann unterhalten. Er stammt aus den Eisenbergen und ist dort ausversehen in einer gewaltigen Höhle ganz aus Silber gelandet, das ist nicht nur eine Silberader, das ist der ultimative Schatz. Sein Wissen über diesen Ort wollte er hier in Nurc verkaufen, ich bin sicher er sucht jetzt gerade nach irgendeinem Adligen mit zu viel Freizeit dem er ebenfalls eine Karte andrehen kann. Wir müssen uns beeilen, so etwas bleibt sicher nicht lange geheim und ich will als Erste dort sein.“
    „Ah ja, das klingt absolut...schwachsinnig.“ als Haruhi ihn anfunkelte fügte er hastig hinzu „Ähm ich meinte natürlich, wie toll, fantastisch. Aber wieso hat er dir diese Karte gegeben? Du hast immerhin kaum Geld oder hast du schon wieder jemandem das ganze Vermögen der Mimir versprochen?“
    „Als ich gestern mit Mikuru hier war hat er sie belästigt und als Wiedergutmachung schenkt er mir diese großartige Karte. Ist das nicht freundlich von ihm? Siehst du das? Dort ist eine Gegend in den südlichen Eisenbergen eingezeichnet, angeblich werden wir dort das Silber finden. Außerdem will ich sowieso in die Eisenberge, ich habe Gerüchte und Legenden über ein Monster in den Bergen gehört. Eine schreckliche Bestie, der selbst die Männer der Gilde nicht gewachsen sind.“
    „M-moment, er hat Asahina belästigt?“ hakte Kyon nach, Bestie und Silber waren ihm gerade vollkommen egal.
    „Ja, das sagte ich doch gerade oder? Hör mir besser zu, dann musst du nicht immer dämliche Fragen stellen.“
    „Wir lassen ihn einfach so gehen!? Er hat die Ehre einer der größten Familien in den Republiken beleidigt und Lady Asahina! Na warte, gleich gibt es Ärger du mieser...“ Kyon wollte sich bereits umdrehen und zurück zur Taverne stürmen um diesem lüsternen, alten Mistkerl eine Abreibung zu verpassen. Bevor er weit kommen konnte hielt Haruhi ihn mal wieder am Arm fest, sie war erstaunlich stark für so eine Nervensäge.
    „Ach beruhig dich, er hat es ja nicht mit Absicht getan. Um ehrlich zu sein habe ich da vielleicht sogar ein klein wenig nachgeholfen.“ sagte sie leichthin und ging weiter die Straße hinunter.
    „Was meinst du damit?“ fragte er scharf nach und versperrte ihr den Weg. Lady Asahina hatte nach ihrem Tag mit Haruhi zumindest nach Außen hin recht ruhig gewirkt, also konnte es wenigstens nichts schlimmes gewesen sein. Trotzdem, irgendwann würde dieses Mädchen ihn noch in den Wahnsinn treiben mit ihren seltsamen Aktionen.
    „Naja, der Mann war sehr sehr uneinsichtig und ich wollte ihn nicht verprügeln, dadurch hätte ich nur Aufmerksamkeit erregt und deine arme, unschuldige Mikuru vielleicht in Gefahr gebracht. Stell dir nur vor sie wäre in eine ausgewachsene Kneipenschlägerei geraten, am Ende hättest du mir wieder die Schuld dafür gegeben.“ antwortete sie scheinheilig und frei von jeglichen Schuldgefühlen.
    „Tu nicht so als würde es dich interessieren was mit ihr passiert.“
    „Na schön, ich dachte einfach Mikuru zu benutzen wäre der schnellste und leichteste Weg um zu bekommen was ich wollte. Damit lag ich auch richtig.“
    „Also hast du was getan...? Sprich ruhig weiter, ich bin ganz gelassen.“ wie um seine Worte Lügen zu strafen wanderte Kyons Hand an den Griff seines Schwertes und er funkelte sie finster an.
    Eine Weile starrte sie nur wütend zurück, bevor sie schicksalsergeben seufzte und sich doch noch dazu herabließ ihm zu antworten „Also gut. Während ich versuchte ihn zu überreden, merkte ich dass er nicht nachgeben würde. Egal was ich versuchte, er wollte mir das Geheimnis der Eisenberge nicht verraten. Also habe ich Mikuru zu mir herangezogen und dann die Hand des Mannes gepackt und damit Mikurus Br...oh sieh nur es fängt an zu regnen. Ich liebe Regen. Wurde auch Zeit dass dieser furchtbare Sommer endlich ein Ende findet, die restliche Reise wird viel angenehmer sein ohne diesen ständigen Sonnenschein. Hoffentlich ist es nicht wieder nur so ein kurzer Schauer wie Vorgestern.“ tatsächlich begann es bereits leicht zu tröpfeln, aber das war Kyon im Moment ziemlich egal.
    „Lenke nicht vom Thema ab! Du kannst nicht einfach Lady Asahina, die Erbin der Mimir, missbrauchen um an so einen wertlosen Fetzen zu kommen!“
    „Aber es geht um Silber! Da ist jedes noch so große Opfer gerechtfertigt! Ich hätte eine ganze Armee von Mikurus in den sicheren Untergang geschickt, nur um an diese wundervolle Karte zu kommen.“ es fiel selbst Kyon schwer seine Wut aufrecht zu erhalten solange Haruhi vor Freude strahlte und das Stück Pergament wie einen kostbaren Schatz an sich drückte. Man konnte über sie sagen was man wollte, aber sie hatte eine Art die andere Leute einfach mitriss, ganz egal wie dumm ihre Ideen und Pläne auch sein mochten irgendwie schaffte sie es dann doch andere dafür zu begeistern. „Jedenfalls, als ich dem Mann daraufhin erklärte wer wir waren und dass die Mimir sicher eine ganze Meute Attentäter von der Gilde anheuern würden, nur um Mikurus Ehre wiederherzustellen, wurde er einsichtiger. Meine Ritter und Bulldoz Männer haben ihm auch ganz schön Angst eingejagt und er versprach mir bis zum nächsten Tag eine Karte von der Position des Silbers zu zeichnen. Zum Glück hat er sein Wort gehalten, ansonsten müsste ich ihn bis ans Ende der Welt jagen.“
    „Silber hin oder her, du kannst sie nicht die ganze Zeit wie ein Spielzeug behandeln.“ wie lange musste er sich diesen Unsinn eigentlich noch gefallen lassen?
    „S-I-L-B-E-R.“ sie sprach so langsam wie irgend möglich und betonte jeden Buchstaben als würde sie ihm gerade den Sinn des Lebens oder sämtliche Geheimnisse der Welt erklären „Bisher hat noch niemand welches auf dieser Insel gefunden! Vanidarien wäre das reichste Fürstentum im ganzen Königreich. Ich bin sicher Mikurus Familie wird das Silber für uns abbauen und nach Vanidos schicken, kostenlos und mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen natürlich. Immerhin ist Silber göttlich und wo wäre es besser aufgeben als in den Händen der silbernen Gottkönigin des silbernen Nordens im silbernen Vanidos mit seinen silbernen Rittern in ihren silbernen Rüstungen und silbernen Mauern und silbernen Blättern und Silber Silber Silber.“
    „Ist Vanidos nicht eher grau und trist als silbern?“ fragte Kyon nachdenklich, bevor er weiter darüber nachdenken konnte, merkte selbst er dass Haruhi gerade nur versuchte ihn mit einem schier endlosen Schwall aus vollkommen sinnlosen Worten einzulullen „Moment, darum geht es gar nicht! Warum sollten die Mimir oder irgendeine andere Familie in den Republiken euch dabei helfen unser Silber zu stehlen?“
    „Hast du mir nicht zugehört? Silber gehört den Silberblättern, wenn wir Gold finden könnt ihr das gerne haben. Aber du brauchst keine Angst zu haben dass ihr kleinen Republikaner leer ausgeht, wenn wir das Monster und das Silber finden, dürfen die Mimir natürlich ihren Anteil daran behalten. Zum Beispiel den linken Arm des Monsters oder ein paar von seinen Klauen, klingt das nicht großartig?“
    „Und wenn wir nur das Silber finden?“ Kyon fand dass er erstaunlich gelassen blieb, immerhin sprach Haruhi gerade davon die Republiken zu bestehlen. Anderseits war es unwahrscheinlich überhaupt auf dieses angebliche Silber zu stoßen, die Eisenberge hatte man schon seit langem gründlich erkundet, eine gewaltige Höhle voller Silber wäre sicher niemandem entgangen.
    „Dann schenken wir den Mimir und den Republiken für das Silber unsere aufrichtige Dankbarkeit.“ Haruhi deutete eine nicht ernstgemeinte Verbeugung an.
    „Die will niemand haben!“ fuhr Kyon sie an, Haruhi machte sich über ihn lustig, sie schien keinen einzigen Gedanken daran zu verschwenden dieses mysteriöse Silber mit irgendwem zu teilen. Vielleicht war es wirklich am besten dieses Thema vorerst ruhen zu lassen und einfach davon auszugehen dass sie sowieso niemals irgendwelche Schätze entdecken würden und erst recht keine Monster. Wahrscheinlicher war dass sie alle beim klettern in den Eisenbergen unter Haruhis Führung draufgingen. „Also willst du nicht länger in Nurc bleiben?“
    „Mhm es ist hier nicht so aufregend wie ich es mir vorgestellt habe.“ sie legte nachdenklich den Zeigefinger an ihren Mund und schien zu überlegen ob es sich lohnte noch mehr Zeit in Nurc zu verschwenden und zum erstenmal seit sie sich kannten waren Haruhi und Kyon mal einer Meinung „Es hat niemand versucht uns umzubringen und zur Gilde lässt man keine Besucher durch. Ich hatte eigentlich fest mit einem spannend Kampf auf Leben und Tod zwischen uns und den Attentätern der Gilde gehofft, aber niemand scheint Lust zu haben uns zu töten...“
    „Wie furchtbar traurig.“ murmelte Kyon,
    „Ja das ist es...“ überging Haruhi seinen Sarkasmus voller Enttäuschung.
    Danach sprachen sie eine Zeitlang kaum noch miteinander, während Haruhi sie scheinbar planlos immer tiefer in die Stadt hineinführte. Inzwischen irrten sie irgendwo durch ein Gewirr aus schmalen Gassen. Sie befanden sich gerade in einer kleinen Seitenstraße, als aus dem leichten Regen ein richtiges Unwetter wurde. Der strömende Regen verwandelte die ungepflasterte Straße in einen kaum begehbaren Pfad aus Schlamm und Unrat. Jeder vernünftige Mensch war bei diesem Wetter Drinnen, nur sie liefen weiter und da Haruhi das Tempo vorgab kamen sie nicht sehr schnell voran. Kyon hatte angefangen zu zittern, er war bis auf die Knochen durchnässt. Wie lange würde Haruhi noch weitergehen, immer in der schwachen Hoffnung auf irgendetwas außergewöhnliches zu stoßen?
    „Vielleicht sollten wir uns langsam auf den Rückweg machen.“ versuchte er es vorsichtig.
    „Du wärst wirklich lieber an jedem anderen Ort als hier mit mir nicht wahr? Ich verstehe nicht warum, ist der Regen denn nicht wunderbar?“ fragte sie und blieb stehen, das Gesicht in den Himmel erhoben während der eiskalte Regen auf sie niederging. Alleine beim Anblick ihrer dünnen, vollkommen durchnässten Kleidung wurde ihm noch kälter, wie hielt sie das ohne Probleme aus? Sie zitterte nicht einmal leicht. „Willst du eigentlich wissen warum ich Mikuru zu meiner Reiseführerin gemacht habe und euch beide mitschleppe?“
    „Weil sie niedlich ist?“
    „Auch. Du musst wissen, diese Reise ist sehr wichtig für mich, nein nicht nur für mich, auch für meine Heimat. Aber nur mit Koizumi und den Rittern hätte ich es nicht ausgehalten, ich brauchte Reisegefährten die nicht wissen wer oder was ich bin. Mikurus unschuldige Art war genau das was ich gesucht habe. Aber ich habe mich in ihr getäuscht.“ sie legte eine kurze Pause ein und schien nachzudenken wie sie es am besten ausdrücken sollte „Auch in ihren Augen kann ich es inzwischen erkennen. Sie betrachtet mich genau wie die anderen, wie diese Yuki die du aufgesammelt hast und Koizumi. Fast so als wäre ich ein gefährliches Tier, eher ein Monster, als könnte ich jeden Augenblick mit einer einzigen falschen Handbewegung die ganze Welt auslöschen. Es sind diese Blicke die ich nicht mehr ertragen kann, sie warten darauf das etwas passiert und ich komme einfach nicht drauf was es ist. Aber was immer es ist, sie haben Angst davor und vor mir.“
    „Und, was siehst du in meinen Augen?“ er hätte nicht gedacht dass sie hinter ihrer Fassade tatsächlich so viel mitbekam, vielleicht war sie doch nicht so dumm wie er dachte. Nein, daran dass sie dumm war glaubte er schon lange nicht mehr, sie musste einen Grund für ihr Verhalten haben.
    „Sag du es mir.“
    „Ich würde sagen ich bin einfach nur genervt. Außerdem ist es hier einfach nur nass, kalt und unangenehm. Wir verschwenden mit dieser Suche nur unsere Zeit, um genauer zu sein ist die gesamte Reise eine einzige große Zeitverschwendung. Wir werden hier niemals Dämonenkulte oder Monster finden, weil es so etwas nicht gibt. Wir holen uns höchstens den Tod. Lass uns zurückgehen.“
    „Weißt du was?“ begann sie leise und noch immer ohne ihn anzusehen „Mir reichts. Wenn du und Asahina zurück nach Benjii wollt, dann nur zu.“
    „Wo willst du hin?“ fragte Kyon verwirrt nach als sie sich einfach umdrehte und daran machte davon zueilen.
    Sie ignorierte seine Worte und wandte sich stattdessen im Vorbeigehen an Bulldoz „Ihr bleibt hier, sucht mit diesem Idioten weiter, wenn nötig den ganzen Tag. Ich gehe zurück zum Gasthaus.“
    „Wisst Ihr überhaupt wo wir sind Herrin? Das Gasthaus ist fast am anderen Ende Stadt.“ versuchte Bulldoz halbherzig sie aufzuhalten als sie an ihm vorbeikam.
    „Ich finde den Weg alleine.“ war alles was sie dazu sagte, dann war sie auch schon hinter der dichten Wand aus Regentropfen verschwunden.
    „Solltest du ihr nicht nach und sie beschützen?“ wandte Kyon sich an den, angeblich, ehemaligen Verbrecher.
    „Sie hat gesagt ich soll hierbleiben.“ antwortete Bulldoz langsam.
    „Du bist ihr Leibwächter, ist es dir egal wenn sie alleine durch die gefährlichste Stadt der Republiken rennt?“
    „Sie hat gesagt ich soll hierbleiben.“
    „Schon, aber hat der Vizekönig nicht ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt? Wir sind hier in einer Stadt voller Attentäter, außerdem kennt sie sich nicht aus.“
    „Sie hat gesagt ich soll hierbleiben.“
    „Na schön, meinetwegen, macht doch alle was ihr wollt.“ murrte Kyon genervt, Haruhi war vermutlich nur abgehauen um aus dem Regen rauszukommen und nicht länger durch die verschlammten Straßen irren zu müssen.
    „Sie hat gesagt ich soll hierbleiben.“
    „Ja! Ich habe es verstanden!“
    „Sie hat gesagt ich soll hierbleiben.“
    „Machst du dich über mich lustig?“
    „Ja, wie fühlt sich das an?“ fragte der große Leibwächter mit einem angedeuteten Lächeln, er war irgendwie seltsam seit er auf Haruhi gestoßen war. Gut, Kyon konnte nicht unbedingt behaupten dass sie sich vorher gekannt hatten, aber er kannte Geschichten über diesen Mann. Er war für seine Brutalität und Launenhaftigkeit berühmt gewesen, aber gegenüber Haruhi verhielt er sich zahmer und treuer als der dümmste Hund.
    „Ich bin von Verrückten und Idioten umgeben.“ murmelte Kyon verdrossen, andererseits ging ihm Haruhis Gesichtsausdruck nicht aus dem Kopf, er hatte sie gelangweilt erlebt aber noch nie wirklich bedrückt.
    „Du weißt gar nicht wie richtig du damit liegst, Kleiner.“ aus den Schatten der angrenzenden Gassen schälte sich eine hagere, vermummte Gestalt in einem dunklen Umhang hervor. Immer mehr von seiner Sorte tauchten um die kleine Gruppe herum wie aus dem Nichts auf „Zumindest was die Verrückten angeht.“



    Ein Wurfmesser bohrte sich in Bulldoz massige Schulter und weitere Geschosse gingen zwischen seinen Männern nieder. „Die Gilde!“ Ohne sich um die Wunde zu kümmern hob er seine Kriegskeule und rannte den Angreifern entgegen. Innerhalb eines Augenaufschlags verwandelte sich die schlammige Straße in ein blutiges Schlachtfeld, als inzwischen ein gutes Dutzend dieser Gestalten angriff.
    „Junger Herr!“ einer der Ritter und packte ihn mit seinen schweren Panzerhandschuhen unsanft an der Schulter und zog ihn von Bulldoz Männern weg „Wir müssen hier weg!“
    „Aber Bulldoz...“ begehrte Kyon auf.
    „Der kommt schon zurecht. Meine Herrin hat mir befohlen auf Euch aufzupassen. Bitte folgt mir, im Kampf gegen die Gilde seid Ihr nur im Weg.“
    Kyon schluckte eine Erwiderung herunter, das war vielleicht nicht der perfekte Zeitpunkt für falschen Heldenmut. Die Männer der Gilde waren kaltherzige Schlächter, wenn jemand eine Chance gegen sie hatte dann anderer Abschaum und man konnte über Bulldoz und seine Männer sicher viel schlechtes sagen, aber darin Abschaum zu sein waren sie wirklich gut. Kyon folgte dem Ritter durch die verschlammten Straßen und hatte schon nach kurzer Zeit die Orientierung verloren. Endlich hielten sie vor einem einfachen Lagerhaus nahe des Hafenviertels. „Schnell, wir wissen nicht ob sie uns noch immer verfolgen, hier sind wir denke ich sicher bis der Aufruhr sich wieder gelegt hat.“ Der Ritter öffnete ihm die Tür zu dem Lagerhaus. Kaum war Kyon eingetreten, als auch schon die Tür hinter ihm zufiel. Er versuchte sie wieder öffnen, aber als er merkte dass der Ritter sie irgendwie verriegelt haben musste begann er wutentbrannt dagegen zu hämmern.
    „Hey! Was soll der Unsinn?“
    „Er war mir noch einen Gefallen schuldig.“ Kyon fuhr erschrocken herum. Zwischen den gestapelten Kisten, nicht weit von ihm entfernt, stand ein junger Mann mit silbernen Haaren. Durch die Fenster nahe der Decke fiel gerade genug Licht herein um ihn halbwegs zu sehen. Er hatte ein breites Schwert geschultert und rote Augen funkelten Kyon bedrohlich an. „Wir haben zusammen in den Sümpfen Nordmars gekämpft.“
    „Was...?“ Kyon zog sein eigenes Schwert, welches ihm plötzlich lächerlich klein vorkam. War das ein Silberblatt? Er sah nicht so aus wie die Vanidaren die Kyon bisher gesehen hatte. Das Rot seiner Augen leuchtete kraftvoller und sein Haar wirkte heller. Er sah genauso aus wie man sich die geisterhaften Krieger aus dem Norden vorstellen würde.
    „Hier haben wir alle Zeit der Welt, um uns einmal in Ruhe über dein Verhalten zu unterhalten, Kyon. Kyon...was für ein hässlicher Name, ihr habt in den Republiken wirklich keinerlei Sinn für Ästhetik und wahre Perfektion, vor allem du.“ langsam kam er ein paar Schritte näher, ohne sich von Kyons Waffe im geringsten beeindrucken zu lassen.
    „Wer um alles in der Welt bist du?“ fragte Kyon, verwirrt wanderte sein Blick zu einer Kiste, dort hockte ein Küken und zwitscherte fröhlich vor sich hin, vollkommen unpassend zur eigentlichen Dramatik der Situation „Und warum sitzt dort ein Vogel?“
    „Erkennst du wenigstens mich wieder?“ erklang eine Mädchenstimme von rechts. Als hätte er diese Stimme jemals vergessen können, so voller übertriebener Freundlichkeit und doch lief es ihm kalt den Rücken herunter als er sie hörte. Hinter einem Kistenstapel trat das verrückte Mädchen mit den langen, blauen Haaren hervor das versucht hatte ihn in Guerilla umzubringen. „Oh gut, die Furcht in deinen Augen zeigt dass du dich erinnerst. Ich hoffe diesesmal unterbricht niemand unsere gemeinsame Zeit. Ich habe vor das hier zu genießen, niemand entkommt mir, das kann ich einfach nicht auf mir sitzen lassen.“
    „Hat der Vizekönig euch angeheuert um bei der Vernichtung von Haruhis Leibwache zu helfen?“ Ein anderer Grund für diesen seltsamen Angriff fiel ihm spontan nicht ein. Sie mussten hinter Haruhi her sein, aber warum hatten sie dann ausgerechnet ihn in eine Falle gelockt? Fragen die er sich vielleicht nicht gerade jetzt stellen musste, wichtiger war diese Situation zu überleben. Er konnte zwar nicht sagen wie gut dieser Weißhaarige kämpfen konnte, aber die Mörderin war stärker und schneller als sie aussah, so viel wusste er noch von ihrem kurzen Kampf in Guerilla.
    „Haruhi? Ich könnte ihr niemals etwas antun, wie sollte ich auch?“ plötzlich wurde sein eben noch harter Gesichtsausdruck ganz verträumt „Wir sind hier um sie zu beschützen, meine Göttin, meine einzige Lichtgestalt, mein einsamer Stern am weit entfernten Nachthim...“
    „Aber warum greift ihr dann ihre Leibwache an?“ das ganze ergab keinerlei Sinn.
    „Unterbrich mich nicht!“ fuhr ihn Roger unwirsch an „Und es ist natürlich wegen dir. Du bist schuldig eine Göttin beleidigt zu haben, du hast die Ehre der Silberblätter und der Matriarchinnen beschmutzt mit deinem unangemessenen Verhalten. Abschaum wie dir sollte es nicht einmal erlaubt sein eine Göttin anzusehen, geschweige denn mit ihr zu reden.“
    „Mir ist einfach nur langweilig.“ fügte Asakura schulterzuckend hinzu. Als sie sah dass der Silberblatt sich bereit machte anzugreifen wurde sie plötzlich unruhig „Warte, was soll das werden Roger?“
    „Ich töte ihn? Das war immerhin unser Plan, oder hast du das vergessen? Vielleicht solltest du weniger oft deinen seltsamen Stimmen zuhören, dann bekommst du mehr mit.“
    „Wenn ihn jemand tötet dann bin ich das. Du kannst zusehen, aber es wird mein Dolch sein der sein Leben beendet.“
    „Warum? Es war mein Ritter der ihn hierhergebracht hat. Misch dich da nicht ein Asakura“
    „Und es sind meine Kollegen von der Gilde welche die Leibwache beschäftigen.“
    „Mag sein, aber im Gegensatz zu dir habe ich einen Grund ihn umzubringen. Er hat Haruhi beleidigt, schlecht behandelt und geht mir mit seiner Arroganz gewaltig auf den Geist.“ warum diskutierte er überhaupt mit ihr? Er war der einzige der das Recht hatte diesen Kyon zu vernichten.
    „Ich habe auch einen Grund ihn zu töten!“
    „Ach und welchen?“
    „Mir ist langweilig.“
    „Das ist kein guter Grund!“ begehrte Roger entnervt auf.
    „Muss ich dich erst umbringen?“ fragte sie freundlich nach „Du weißt das ich stärker und schneller bin als du.“
    „Träum weiter, du bist ziemlich arrogant nur weil ich dich bei unserem ersten Kampf freundlicherweise am Leben gelassen habe.
    „Du hast mich verschont? Ich bin sicher es war andersrum.“ erwiderte sie nachdenklich.
    „Das musst du dir eingebildet haben, frag doch deine Stimmen wenn du mir nicht glaubst.“
    „Ich warne dich, das ist meine Beute, misch dich da nicht ein Rotauge.“
    „Wer hat dir den Kampf mit dem Schwert beigebracht?“ wandte Roger sich plötzlich wieder an Kyon und beschloss das Mädchen vorerst zu ignorieren. Erst würde er diesen Kyon töten, mit Asakuras Rache würde er schon irgendwie fertig.
    „Aratarn von Benjii, aus dem Haus der Mimir.“ antwortete Kyon, auch wenn er noch immer vollkommen verwirrt war von dem Verhalten der Beiden. Vielleicht konnte er sie ja gegeneinander ausspielen? Sie schienen sich nicht besonders zu mögen und gaben keine guten Verbündeten ab.
    „Aratarn Silberblatt.“ er nickte zustimmend „Ein Verräter, aber ein großartiger Kämpfer. Zumindest habe ich das gehört, jetzt sitzt er ja nur noch herum und schwafelt in eurem Rat über sinnlosen Müll.“ er hatte kaum ausgeredet, als er auch schon ohne Vorwarnung vorwärts stürmte. Kyon hob gerade noch rechtzeitig sein Schwert und der schwere Zweihänder krachte dagegen. Sein ganzer Körper erzitterte unter dem Schlag und er taumelte benommen zurück. Reflexartig duckte Kyon sich unter einem seitwärts geführten Schlag weg und schwor sich im Stillen niemals wieder so dumm zu sein und einen Schlag dieses Monsters zu parieren. Leider konnte er seinen Schwur nicht halten, die Lagerhalle war mit Kisten vollgestopft und zu beengt um dem großen Schwert auf Dauer zu entgehen. Es dauerte nicht lange bis seine Waffe unter den wuchtigen Schlägen einfach zerbrach. Schnell zog er sich vor dem grinsenden Silberblatt zurück. Asakura war in der Zwischenzeit immer nähergekommen, sie wartete nur noch auf den richtigen Moment um zuzuschlagen und den tödlichen Streich selber zu landen. Als Kyon sich panisch nach einer Fluchtmöglichkeit oder wenigstens einer Ersatzwaffe umsah, erklang hinter ihm ein lautes Krachen. Die Tür flog aus den Angeln und raste an ihm vorbei durch die ganze Lagerhalle um dann an der gegenüberliegenden Wand zu zersplittern. Im Türrahmen stand Yuki, mit ausgestreckter Hand und ausdruckslosem Gesicht. Wie immer wirkte sie nur wie eine Puppe, eine unglaublich mächtige Puppe. Langsam, ohne ein erkennbares Zeichen von Eile, betrat sie die Lagerhalle und stellte sich schützend vor Kyon. Ihr folgte ein lächelnder Koizumi mit gezücktem Schwert und baute sich neben Yuki auf.
    „Was macht ihr denn hier?“
    „Magie.“ war alles was Yuki sagte, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihre Gegner konzentrierte.
    „Yuki hat mich mitgeschleift.“ Koizumis Lächeln verblasste als er den anderen Silberblatt sah „Wer bist du? Du siehst aus wie einer von uns, aber ich kenne dich nicht.“
    „Natürlich erkennst du mich nicht, Sohn des Herzogs.“ Roger schnaubte verächtlich „Du hast schließlich noch niemals in einer Schlacht gekämpft oder deine sichere Festung verlassen. In dir fließt nichts weiter als schwaches Blut, das Blut dieser Narren aus dem Süden. Deine Haare und Augen verraten jedem dass du niemals ein wahrer, reiner Silberblatt sein wirst, erbärmlicher Mischling.“
    „Wie ist dein Name? Sag ihn mir, damit ich deine Seele nach deinem Tod von der Matriarchin verfluchen lassen kann, Verräter.“
    „Roger Talien Silberblatt.“
    „Ich habe von dir gehört, und auch dass du es wagst den Namen meines heldenhaften Großvaters zu tragen. Damit entehrst du mich und meine ganze Familie.“ Koizumi umfasste sein Schwert fester und machte sich bereit jederzeit einen überraschenden Angriff abzuwehren „Dieser Republikaner hinter mir ist ein Freund der Silberblätter und ein Vertrauter Haruhis, unserer...“
    „Sieh dich nur an! Du siehst aus wie ein Jüngling aus dem Süden, du redest sogar wie sie. Du hast kein Recht dich ein Silberblatt zu nennen.“ Roger musste einfach anfangen zu lachen „Es wird kein Verlust für die Silberblätter sein dich auszuradieren.“



    „Beantworte mir nur eine Frage. Stimmen die Gerüchte? Bist du der Sohn des wahren Roger Talien Silberblatt, der Sohn meines Großvaters und der damaligen Matriarchin?“
    „Ja, in mir fließt das Blut der Silberblätter und der göttlichen Matriarchinnen. Nur ich bin auserwählt Haruhi vor den Dämonen dieser und jeder anderen Welt zu schützen.“ Wahnsinn leuchtete in den rubinroten Augen auf, er schien von seinen Worten voll und ganz überzeugt zu sein.
    „Ich verstehe.“ Koizumi hob sein Schwert und reckte die Spitze Roger entgegen „Ein Grund mehr dich zu vernichten und die Silberblätter von der Schande deiner Existenz zu befreien.“
    Die seltsamen Familienfehden der Silberblätter interessierten Kyon recht wenig, er verstand sowieso kein Wort davon. Aber es sah immerhin so aus als würde er doch nicht sterben. Der Dialog zwischen den anderen beiden Kontrahenten war dagegen ein klein wenig kürzer und lief deutlich weniger hitzig ab.
    „Kämpfen?“ fragte Yuki ausdruckslos.
    „Natürlich und diesmal wird es nicht so leicht für dich.“ Asakura zog einen unscheinbaren Dolch hervor. Aber Kyon hätte schwören können dass Yuki kurz blinzelte als sie sah wie kurz Blitze um die Schneide zuckten. Bei einem Mädchen das normalerweise die Mimik eines Steines besaß könnte man das fast schon als so etwas wie Furcht ansehen, aber nur fast, vielleicht freute sie sich auch auf den Kampf.
    „Moment!“ rief Kyon, auch wenn es ihm leidtat allen den Spaß zu verderben „Stopp! Niemand rührt sich von der Stelle!“
    „Was ist los republikanischer Abschaum? Angst dass deine niedliche, kleine Rettungstruppe verletzt wird?“ knurrte Roger ungeduldig, er wollte endlich kämpfen.
    „Nein, aber wenn ihr hier seid um mich zu töten und Yuki und Koizumi hier sind um mich zu retten...“ Kyon machte eine bedeutungsschwere Pause, die vermutlich nur dazu diente seinen Worten mehr Gewicht zu verleihen und ansonsten keinerlei sinnvollen Zweck erfüllte „wer beschützt dann gerade Haruhi?“
    Roger blinzelte verwirrt und ließ tatsächlich langsam sein Schwert sinken „Wenn wir alle hier sind und Asakuras Attentäter die restliche Leibwache beschäftigt, dann bleiben nur noch...“
    „Die Soldaten des Königs.“ beendete Koizumi den Satz des anderen Silberblattes.
    ...

    Kapitel 16: Die Geheimnisse von Nurc


    Von all den dummen Ideen die Haruhi zu diesem Zeitpunkt hatte und jemals haben würde zählte diese hier gewiss zu den drei dümmsten. In einer Stadt in welcher es vor Mördern, Dieben und anderem Abschaum nur so wimmelte hatte sie die fantastische Idee unsere kleine Gruppe aufzuteilen und somit zu leichterer Beute zu machen. Natürlich hatten wir für den Schutz der Gilde bezahlt, allerdings gab es noch anderes Gesindel außer ihren... 'Angestellten' in Nurc. Die Vanidaren würden sich natürlich niemals von Haruhi trennen, die Königlichen ebenfalls nicht, dies würde nur noch Bulldoz und seine Leute zum Schutz von mir und Lady Asahina übrig lassen, und denen traute ich auch nicht weiter als ich sie werfen konnte. Mit anderen Worten, überhaupt nicht. Natürlich war es sinnlos gegen Haruhis 'tolle' Ideen zu protestieren und somit mussten ich und Lady Asahina alleine durch die Stadt streifen um irgendwas interessantes zu finden. Und das schlimmste war, es würde sich jeden Tag wiederholen! Seht selbst welch wunderbare Abenteuer uns in Nurc erwarteten.


    2105. Jahr der Sonne, Republik Linistien, Nurc, Haruhis Spezialmission Tag 1:
    „Ich finde noch immer dass wir einfach in der Nähe des Gasthauses bleiben sollten. Lass doch Haruhi ihren Hals riskieren wenn sie unbedingt will! Ich würde meinen Aufenthalt in dieser Stadt liebend gerne überleben!“ Kyon versuchte verzweifelt Asahina davon zu überzeugen dass es eine äußerst dumme Idee war zu tun was Haruhi verlangte, aber keine Chance.
    „Das wäre ziemlich... schlecht, glaube ich. Wenn ihr etwas geschieht werden schlimme Dinge passieren.“
    „Woher wisst ihr das? Ihr könnt doch nicht in die Zukunft gucken! Und Gestern meinte Koizumi dass ihr von Haruhis so genannten Kräften wisst, woher?“
    „Das... darf ich nicht sagen.“
    „Warum dürft ihr das nicht sagen? Wer hat es euch verboten?“
    „Das... darf ich auch nicht sagen.“ Kyon seufzte, es war zwecklos.
    „Gut, dann machen wir halt was Haruhi gesagt hat und gucken uns ein wenig um. Ich bezweifle trotzdem dass wir etwas finden werden.“ Nachdem Kyon sich also geschlagen gab brachen die beiden endgültig auf und schlenderten seelenruhig durch die Stadt. So ruhig wie man sein konnte wenn man an jeder Ecke von feindseligen Blicken durchlöchert wurde. Letztendlich entschied Kyon sich dafür dass es leichter und, das war am wichtigsten, sicherer wäre wenn man einfach einem der Adelshäuser einen Besuch abstatten und sich dort ein wenig umhören würde zum Thema Dämonenkulte in Linistien.
    Klar, als ob die Adligen Linistiens etwas wüssten. Selbst wenn sie etwas wüssten würden sie uns wohl nichts sagen. Egal, zurück zur Geschichte. Und das Glück war Kyon und Lady Asahina in diesem Augenblick sogar hold. Aus einem Haus an dem das Banner der Rist befestigt war kam in diesem Augenblick jemand, ein junger Mann den sowohl Lady Asahina als auch Kyon kannten.
    „Hey, Anduin!“ rief Kyon und ging auf ihn zu. Der Angesprochene sah sich kurz verwirrt um bis er erkannte wer ihn angesprochen hatte.
    „Kyon? Und Lady Asahina? Was für eine Überraschung! Was führt euch denn nach Nurc?“ Anduin Linda war ein alter Freund von Kyon. Vor zehn Jahren hatte er zusammen mit seiner Familie in Benjii gelebt und sich dort mit dem Trellik angefreundet. Vor zwei Jahren war er dann nach Nurc gezogen und sollte dort das Geschäft seines Vaters übernehmen. Seit ein paar Monaten war er nun mit einer Rist verlobt welche er gerade besucht hatte. Er nahm die beiden mit zum Gasthaus seines Vaters und auf dem Weg erzählte Kyon ihm wie es dazu kam dass die beiden hier waren, nun den wichtigsten Teil. Gerade als sie beim Gasthaus angekommen waren und sich an einem Tisch niederließen beendete Kyon seine Geschichte.
    „Und jetzt sollen wir also diese Stadt durchstreifen und nach einem Dämonenkult suchen. Wenn ich gewusst hätte dass dein Vater ein Gasthaus betreibt wären wir natürlich zu ihm gekommen und hätten dich besucht. Es ist schon zu lange her dass wir uns gesehen haben!“ Die drei unterhielten sich noch eine Weile bevor Anduin schließlich sagte
    „Also sucht ihr nach Dämonenkulten. Damit kann ich leider nicht dienen, allerdings könnte ich euch vom Monster der Eisenberge erzählen. Ich wette dass würde diese Haruhi auch interessieren, oder was meinst du Kyon?“
    „Alles was gefährlich und unwirklich ist würde sie interessieren. Ich bin mir sicher dass ich diese Geschichte vom Monster auch schon einmal gehört habe, nur wo?“
    „Wahrscheinlich von Tsuruyas Vater. Der kennt viele alte Geschichten und ich glaube er hatte sie uns früher mal erzählt.“ meinte Asahina und lächelte.
    „Ah ja, jetzt wo ihr es sagt. Könntest du mein Gedächtnis noch einmal auffrischen, Anduin? Ich kann mich an nichts genaues erinnern.“ Und so fing Anduin an die Legende des Monsters zu erzählen.


    Ich könnte jetzt auch noch schreiben wie er davon erzählt, aber dann müsstet ihr das ganze zwei oder dreimal hören und das will ich euch ersparen. Lasst euch lieber gesagt sein dass es eine Geschichte ist die Haruhi lieben würde. Nachdem Anduin uns die Geschichte erzählt hatte haben ich und Lady Asahina uns auf den Rückweg gemacht. Ich konnte sie immerhin dazu überreden Haruhi vorerst nichts davon zu erzählen. Ich wollte lieber im Laufe der nächsten Tage versuchen eventuell doch etwas über Dämonenkulte zu erfahren und erst mit der Monstersache rausrücken wenn mir keine andere Wahl mehr blieb. Es war bereits recht spät als wir das Gasthaus erreichten, die anderen waren bereits dort und Haruhi starrte mich wütend an.


    „Ihr seid zu spät! Strafe!“ meinte Haruhi mit ernstem Gesichtsausdruck und deutete auf Kyon.
    „Aha, und was meinst du mit 'Strafe'?“ fragte Kyon und war schon wieder deutlich schlechterer Laune.
    „Du musst das Abendessen bezahlen! Und jetzt lasst uns reingehen, Mampfi ist hungrig.“
    „Ich muss das Abendessen bezahlen? Tu nicht so als wenn du irgendwann mal das Essen bezahlt hast auf dieser Reise!“ Natürlich war der Protest sinnlos, niemand hörte Kyon zu woraufhin dieser laut seufzte und sich den anderen anschloss. Während des Essens fragte Haruhi die anderen darüber aus was sie gefunden hatten. Wie es sich herausstellte hatte niemand von den anderen etwas interessantes rausgefunden, das einzige was Haruhi erfahren hatte war dass der Schwarzmarkt hier in der Stadt ziemlich viel Gold für das Fell eines Bergbären zahlen würde. Laut Koizumi hatte man ihr einen Haufen Gold für Mampfi angeboten, was sie jedoch schnell abgelehnt hatte. Also musste Kyon vorerst auch noch den Bergbären durchfüttern. Mit anderen Worten, das Gold der Mimirs wurde noch weiter reduziert, denn Mampfi fraß erstaunlich viel, weit mehr als Yuki zu sich nahm. Allerdings war die ja eh nicht ganz normal. Schließlich war es an der Zeit Stäbchen zu ziehen um die Gruppen des nächsten Tages festzulegen.


    Dieses mal kam ich mit Koizumi in eine Gruppe. Lady Asahina würde mit Yuki herumlaufen weshalb ich ein wenig beruhigt war, immerhin habe ich gesehen dass Yuki auf Leute aufpassen kann. Haruhi würde alleine mit Mampfi aufbrechen und sah erneut ein wenig ungehalten aus, auch wenn ich nicht ganz weiß warum. Wie auch immer, kurze Zeit später gingen wir schlafen und brachen dann allesamt früh am nächsten Morgen auf.


    2105. Jahr der Sonne, Republik Linistien, Nurc, Haruhis Spezialmission Tag 2:
    „Tja, so ein Pech aber auch! Bei solchem Wetter kann man sich nicht vor die Haustür wagen. Schade, versuchen wir es morgen noch einmal!“ meinte Kyon gut gelaunt und deutete aus dem Fenster wo heftiger Regen den Blick auf die Straße beinahe gänzlich verschleierte. Natürlich wurde er ignoriert. Haruhi hatte nicht einmal gewartet bis Kyon seinen Satz beendet hatte und war nach draußen marschiert, dicht gefolgt von Yuki und Asahina.
    „Wollen wir dann?“ meinte Koizumi und lächelte Kyon an. Dieser grummelte nur etwas vor sich hin, folgte dann aber dem Vanidaren nach draußen. Dieses mal ging Kyon in eine andere Richtung, und zwar zum Hafen. Wenn Haruhi unbedingt irgendwelche Märchen über Dämonen oder sonstige Dinge hören wollte dürfte man bei Matrosen ja wohl an der richtigen Adresse sein. Als er und Koizumi jedoch vollkommen durchnässt beim Hafen angekommen waren erwartete sie eine ziemliche Überraschung, die Straße welche zum Hafen führte wurde von der Stadtwache gesperrt. Zwei Dutzend Männer mit grimmigem Gesichtsausdruck standen mitten im Weg und warfen jedem vernichtende Blicke zu der sich in die Nähe wagte. Kyon sah einige Männer welche auf der gegenüberliegenden Seite standen und ihrerseits den Wachen böse Blicke zuwarfen.
    „Was ist denn hier los?“ fragte Koizumi und sah zu den Wachen herüber.
    „Keine Ahnung, ich denke wir sollten jemanden fragen, sieht jedenfalls nicht so aus als wenn die uns einfach so durchlassen würden. Es muss irgendwas passiert sein.“ Kyon warf einen misstrauischen Blick zu den Männern herüber, kam dann jedoch zu dem Schluss dass diese wohl freundlicher sein würden als die Wachen. Daher ging er mit einem gezwungenem Lächeln auf die Gruppe zu welche sich unter dem Dach einer Taverne versammelt hatte um zumindest ein wenig dem Regen entgegenzuwirken. Bevor Kyon auch nur ein Wort sagen konnte fuhr in einer der Männer auch direkt an.
    „Was denn noch? Haben euch die Schiffe nicht gereicht? Was wollt ihr gierigen Bastarde denn jetzt noch?“ Kyon stutzte kurz, merkte dann aber sofort woher dieses Missverständnis kam, immerhin trugen sowohl er als auch Koizumi Schwerter und zumindest in Kyons Fall einen Wappenrock.
    „Ich glaube ihr missversteht, wir sind nicht von der Stadtwache. Ich bin Kyon Trellik, Leibwächter von Asahina Mimir. Ich und mein... Bekannter hier wollten eigentlich zum Hafen. Allerdings scheint der Weg versperrt zu sein, könntet ihr uns vielleicht sagen was hier los ist?“
    „Du bist ein Trellik? Dann könntest du vielleicht uns sagen was das alles soll! Wir sind Matrosen auf einem der größten Handelsschiffe dass die Republiken haben. Vor gerade mal ein paar Stunden waren wir noch auf dem Schiff und haben Waren verladen als zwei Dutzend Schiffe in den Hafen eingelaufen sind. Keine Ahnung woher die kamen, sahen aber aus wie Kriegsschiffe. Kaum hatten die angelegt ist auch schon die Stadtwache angetanzt und hat uns alle rausgeschmissen. Natürlich nicht ohne uns mitzuteilen dass sämtliche Schiffe im Hafen konfisziert wurden, auf Befehl des Rates!“ der Matrose spuckte aus und sah wütend zu den Soldaten hinüber.
    „Ihr habt keine Begründung bekommen weswegen?“
    „Natürlich nicht, die halten es doch nicht nötig uns irgendwas zu sagen!“
    „Und wie lange sitzt ihr jetzt hier fest?“
    „Keine Ahnung, auch das haben wir nicht erfahren. Alles was ich weiß ist dass ich in einer Stadt voller Verrückter und Mörder festsitze! Und zwar länger als mir lieb ist! Wie auch immer, was wolltet ihr zwei eigentlich im Hafen? Anheuern? Ihr seht mir nicht danach aus.“
    „Nicht ganz, wir suchen eher jemanden der weit gereist ist und in den verschiedensten Teilen Almodozasras war.“ meinte Koizumi ehe Kyon etwas sagen konnte.
    „So, so. Und warum?“
    „Nun die Wahrheit ist, ich bin verrückt nach Mythen und Legenden, vor allem bin ich an einer Sache interessiert, den Ereignissen in Linistien vor einigen Jahren. Kennt ihr zufälligerweise jemanden der mehr darüber weiß?“ Kyon rechnete nicht wirklich damit, was sollte man schon groß über die Situation wissen? Eines Nachts ist die gesamte Bevölkerung gestorben, fertig. Umso überraschender war die Antwort des Matrosen.
    „Ich kenne da wirklich jemanden, na ja, ich kenne ihn nicht wirklich. Es ist nur eine alte Frau die behauptet damals in Linistien gewesen zu sein als es geschah. Wenn ihr wollt kann ich euch zu ihr führen, allerdings erst Morgen und gegen eine kleine Belohnung.“ Natürlich, was auch sonst?


    Koizumi und ich feilschten noch eine Weile mit dem Matrosen. Letztendlich erklärte er sich dafür bereit mich am nächsten Tag, im Tausch gegen nicht allzu viel Gold, zu dieser Frau zu führen. Er würde uns in aller Früh vor dem Gasthaus treffen und mich durch die Stadt führen. Nachdem alles geklärt war machten wir uns auf den Weg zurück da ich es für unnötig hielt noch weiter durch die Stadt zu schlendern. Als ich einen letzten Blick in Richtung Hafen warf sah ich wie Anduin Linda aus einem Haus in der Nähe der Wachposten kam, anscheinend war er die ganze Zeit dort gewesen. Er redete kurz mit den Wachen und sah dann zu uns hinüber. Während er mir zuwinkte fiel mein Blick auf die offene Tür aus der gerade die Leiche eines Mannes mittleren Alters gezerrt wurde. Ich entschied mich damit nichts zu tun haben zu wollen und lächelte Anduin nur nervös an bevor Koizumi und ich endgültig das Weite suchten. Dieses mal waren wir früher als am Tage zuvor da, doch ratet mal wer schon auf uns wartete...


    „Ihr seid zu spät! Strafe!“ meinte Haruhi mit ernstem Gesichtsausdruck und deutete auf Kyon.
    „Aha, und was meinst du mit 'Strafe'?“ fragte Kyon und war schon wieder deutlich schlechterer Laune.
    „Du musst das Abendessen bezahlen! Und jetzt lasst uns reingehen, Mampfi ist hungrig.“
    „Ich muss das Abendessen bezahlen? Tu nicht so als wenn du irgendwann mal das Essen bezahlt hast auf dieser Reise! Moment, hatten wir dieses Gespräch nicht schon einmal gehabt?“
    „Wenn wir das wirklich schon einmal hatten dann nur weil du zu spät warst. Und jetzt sei still und komm rein, hier draußen ist es viel zu nass.“ Kyon seufzte einfach nur und machte sich auf den Weg ins Trockene. Wieder einmal stellte sich heraus dass niemand etwas konkretes gefunden hatte, daher strahlte Haruhi förmlich als Kyon und Koizumi sagten dass sie jemanden gefunden hatten der sie möglicherweise zu jemanden führen konnte der damals in Linistien dabei war.
    „Außerdem scheint am Hafen irgendwas seltsames los zu sein. Das ganze Gebiet scheint abgesperrt zu sein und Anduin hatte da auch irgendwas gemacht.“ meinte Kyon mehr an Asahina gewandt als an die anderen.
    „Wer ist Anduin?“ platzte es direkt aus Haruhi heraus.
    „Ein alter Freund von Kyon und Mikuru.“ meinte Tsuruya fröhlich lächelnd. Weiß Gott was sie gemacht hatte während der Rest der Gruppe auf der Suche nach Haruhis Dämonenkult war.
    „Fängst du jetzt auch schon an Lady Asahina so zu nennen?“ fragte Kyon, am Boden zerstört.
    „Achso, ich dachte schon er ist jemand interessantes.“ meinte Haruhi leicht enttäuscht.
    „Nun ja, er ist ein Linda. Von daher dürfte er durchaus deiner Definition von interessant entsprechen. Sein Namensgeber ist jedenfalls mehr als interessant. Hast du wirklich noch nie die Geschichte vom berühmten Gildenmeister Anduin Linda gehört?“ Kyon konnte sich das nicht wirklich vorstellen wo Haruhi doch sonst alles aufgesaugt zu haben schien was mit der Gilde zu tun hatte.
    „Nein, erzähl!“ Ihre Augen strahlten förmlich als sie sich halb über den Tisch beugte und Kyon so beinahe eine Kopfnuss verpasste. 'Sie ist wie ein kleines Kind' dachte Kyon. Dann fing er an zu erzählen.
    „Vor Theron von Nurc war Anduin Linda der Gildenmeister der das höchste Alter im Dienst erreicht hat. Er wurde ganze 44 Jahre alt bevor er starb. Im Laufe seiner Karriere hat er so einiges geschafft, am berühmtesten ist er jedoch für den letzten Auftrag den er durchgeführt hatte. Er sollte einen Händler Aratars erledigen der sich zu weit in das Territorium republikanischer Händler gewagt hatte. Für diesen Auftrag nahm er seine fünf besten Schüler mit in die Hauptstadt Aratars. Es gelang ihnen ohne Probleme in die Villa des Händlers zu gelangen. Keine drei Stunden später waren in der Villa nur noch die sechs Gildenmitglieder am Leben. Damit fing das ganze jedoch erst richtig an. Anduin erklärte seinen Schülern nun weshalb er sie mitgenommen hatte, für diesen Auftrag hätte es nicht einmal den Meister der Gilde gebraucht wenn man es nüchtern betrachtete. Er hatte sie alle dort versammelt um festzustellen wer sein Erbe werden würde. Die fünf Schüler sollten sich gegenseitig bekämpfen und der letzte Überlebende würde zum Nachfolger Anduins ernannt werden. Dieser Wettkampf zwischen den Schülern zog sich ganze drei Wochen hin und versetzte die gesamte Stadt in Angst und Schrecken, denn keiner der Teilnehmer an diesem... 'Wettkampf' schreckte vor Kollateralschäden zurück. Schließlich war es nur noch ein Mann der am Leben war, ein Mann namens Theron. Er traf sich mit seinem Meister in der nun verlassenen Villa des aratischen Händlers. Dieser gratulierte ihm zu seinem Sieg und ging sofort zum Angriff auf seinen Schüler über. Anduin wusste dass seine fünf Schüler zusammen ihn ohne Probleme hätten töten können, also ließ er sie gegeneinander kämpfen um sie zu schwächen und sich dann des letzten Rivalen zu entledigen. Er hatte jedoch Theron unterschätzt. Nachdem die beiden sich drei weitere Tage lang durch die Stadt gehetzt hatten schaffte Anduin es letztendlich seinen Schüler schwer zu verwunden und ließ seine Leiche vor den Toren der Stadt liegen. Dachte er zumindest, noch heute fragt man sich in der Gilde wie Anduin, einer der besten Mörder aller Zeiten, solch einen Fehler machen konnte. Man weiß lediglich dass er tief und fest daran glaubte Theron getötet zu haben. Er bemerkte seinen Fehler erst als er auf dem Boden lag, vom Gift einer Schlange gelähmt und über sich das grinsende Gesicht seines Schülers sah. Dieser hatte es nicht nur geschafft zu vertuschen dass er noch lebte, nein. Er hatte sich unbemerkt in das Hauptquartier der Gilde geschlichen und es geschafft den privaten Weinvorrat seines Meisters zu vergiften ohne dass dieser Verdacht schöpfte. Am nächsten Morgen wurden die Einzelteile Anduins in das Hafenbecken geworfen und Theron übernahm die Führung der Gilde.“ Erst als Kyon endete merkte er dass Haruhi wirklich an seinen Lippen hing. Anscheinend konnte sie wirklich nicht genug von solchen Geschichten kriegen.
    „Mit anderen Worten, dieser Anduin ist so berühmt weil der derzeitige beste Mörder der Gilde ihn umgebracht hat.“ fragte Koizumi.
    „Wenn du es unbedingt so einfach darstellen willst, ja. Aber nicht nur, er hatte es immerhin geschafft vier seiner Rivalen auszuschalten indem er sie aufeinander gehetzt hatte und er hatte beinahe geschafft besagten Mörder zu töten. Viele Attentäter glauben bis heute noch dass Theron nur durch Glück überlebt hatte. Das war es dann aber auch für heute, ich gehe ins Bett. Euch allen wünsche ich eine gute Nacht.“


    Mit diesen Worten verabschiedete ich mich also vom Rest der Gruppe. Wie sich am nächsten Morgen herausstellte hatte ich ganz vergessen mein Hölzchen zu ziehen, weshalb mir einfach das zugeteilt wurde das übrig blieb. Das Ergebnis besagte dass ich mit Yuki gehen sollte, Haruhi und Lady Asahina waren eine Gruppe und Koizumi würde alleine durch die Gegend streifen. Ich glaube in meinem gesamten Leben hatte ich noch nie so viel Angst um Lady Asahina. Nicht wegen den Mördern, nein. Haruhis Leibwache wäre immer in der Nähe um auf die beiden aufzupassen. Das Problem war eher Haruhi selber. Allerdings konnte ich daran nicht viel ändern. Aus irgendeinem Grund sah Haruhi an diesem Morgen recht griesgrämig aus, warum auch immer. Vielleicht war ihr einfach nur wieder langweilig. Wie auch immer, der nächste Tag dieses spannenden Abenteuers in Nurc begann!


    2105. Jahr der Sonne, Republik Linistien, Nurc, Haruhis Spezialmission Tag 3:
    Der Matrose wartete bereits auf Kyon als dieser zusammen mit Yuki das Gasthaus verließ. Glücklicherweise regnete es an diesem Tag nicht, auch wenn noch immer alles nass vom Tag zuvor war. Der Mann sah verdutzt zu Kyon herüber als dieser mit Yuki auf ihn zu kam.
    Ähm, wo ist denn der andere von gestern? Ich dachte er war so interessiert an der Geschichte, und jetzt kommt er nicht mit?“
    „Ich werde es ihm später erzählen, Yuki hier ist auch ziemlich interessiert an Mythen und Legenden. Außerdem wollte mein Bekannter es noch einmal beim Hafen versuchen, das der ganze Hafen abgesperrt wurde lässt ihm keine Ruhe und er ist sich sicher dass da eine interessante Geschichte zu finden ist.“
    „Na dann wünsche ich ihm viel Glück, ich durfte da heute noch nicht hin, das ist noch immer alles abgeriegelt und ich bezweifle dass sich das demnächst ändern wird. Wie auch immer, hast du das Gold dabei? Gut, du kannst mich bezahlen sobald du dir die Geschichte angehört hast, und jetzt folgt mir.“ Danach verfiel die kleine Gruppe in Schweigen. Sie waren gerade eine halbe Stunde unterwegs als der Matrose anhielt und einen Dolch zückte.
    „Hier ist es, irgendwas stimmt aber nicht.“ Ich denke der größte Hinweis dafür war die aufgebrochene Tür des Hauses vor dem wir stehen geblieben waren. Eventuell auch noch die Blutspritzer an eben jener, aber vielleicht waren es auch nur die übernatürlichen Sinne unseres Reiseführers. Kyon zog sofort sein Schwert und Yuki... nun, Yuki sah weiter desinteressiert nach vorne. Als die drei sich der Tür näherten stürmten fünf Gestalten aus dem Haus. Sie alle waren in schwarz gekleidet und trugen eine Maske die ein wenig an einen Vogelkopf erinnerte. Jedoch nicht an einen Vogel den Kyon jemals gesehen hatte. Alle waren mit zwei Kurzschwertern bewaffnet und sie verloren keine Zeit. Bevor irgendwer reagieren konnte durchbohrte einer der Maskierten die Brust des Matrosen. Drei weitere stürmten auf Kyon zu, der letzte griff Yuki an.
    „Vorsicht.“ kam es von Yuki während sie blitzschnell zur Seite sprang und sich vor Kyon aufbaute. Nun, so gut wie sie es konnte wenn man bedachte dass Kyon einen Kopf größer war. Dieser dachte sich dass er auch etwas tun müsste und ging auf den verbliebenen, einzelnen Gegner los. Trotz seines langen Trainings schaffte Kyon es nicht wirklich einen Vorteil im Kampf gegen diesen Gegner zu erringen, sein größter Erfolg blieb dass er nicht sofort gestorben war. Jeder seiner Schläge wurde von seinem Gegenüber blockiert. Währenddessen murmelte Yuki wieder etwas in ihrer seltsamen Sprache, keine Sekunde später zuckten dutzende Metallspieße durch die Körper ihrer Angreifer und ließen diese zu Boden fallen. Plötzlich griff sich Kyons Gegner an die Kehle und brach zusammen. Ein Wurfmesser steckte in seinem Hals und als Kyon sich verwirrt umsah bemerkte er dass der letzte Feind bereits tot war. Hinter Kyon standen Anduin Linda, eine Frau und zwei Männer, höchstwahrscheinlich alle von der Gilde.
    „Das war knapp, was Kyon?“ meinte Anduin und lächelte ihn an.
    „Anduin? Was machst du denn hier?“
    „Das selbe könnte ich dich fragen. Ich mache hier nur meinen Job. Und du?“
    „Ich war eigentlich hier um mit...Augenblick, dein Job? Ich dachte du arbeitest im Gasthaus deines Vaters.“
    „Habe ich nie behauptet. Ich habe mal erwähnt dass ich irgendwann sein Geschäft übernehmen werde, bis dahin arbeite ich für die Gilde und jage abtrünnige Angestellte. Und jetzt erkläre mir, was machst du hier?“ Es dauerte eine gute halbe Stunde bis Kyon alles erklärt hatte. Er hätte gedacht dass es länger dauern würde zu erklären wie Yuki die Gegner getötet hatte, allerdings schien Anduin es für irgendeinen Trick oder eine ausgeklügelte Falle zu halten. Sollte er das ruhig glauben, Kyon würde ihn gewiss nicht davon überzeugen wollen dass es Magie war.
    „Interessant. Wie du dir bestimmt schon denken kannst sind diese Typen hier abtrünnige Gildenmitglieder. Sie haben uns den Rücken gekehrt und sind mit einem großen Teil Gold abgehauen, sowie einigen Gildengeheimnissen. Daher machen wir Jagd auf sie. Es ist allerdings wirklich interessant dass sie scheinbar an der Überlebenden von Linistien interessiert waren. Ich werde mal gucken ob ich was genaueres herausfinden kann, wenn ich es schaffe lasse ich es dich wissen. Man sieht sich, Kyon!“ und mit diesen Worten ließen Anduin und seine Begleiter Yuki und Kyon zurück. Dieser wandte sich an die Deadlierin.
    „Yuki?“
    „Hm?“
    „Danke dass du mich gerettet hast.“
    „Kein Problem.“
    „Ich weiß was, komm mit. Ich muss dir was zeigen.“
    „In Ordnung.“


    Ach ja, immer wieder eine Freude mit ihr zu reden. Den Rest des Tages habe ich mit Yuki in der Bibliothek der Lindas verbracht. Diese hatten in ihrer Hauptvilla eine recht ordentliche Sammlung an Büchern und da ich mit Anduin befreundet war wurden wir sogar reingelassen. Yuki hatte nach einer Weile vier Bücher gefunden die ihr gefielen, daher habe ich diese den Lindas einfach abgekauft. Es hat zwar einiges gekostet aber mein Leben ist ja wohl auch wertvoll! Gut, ich kenne da jemanden der das vielleicht anders sieht. Yuki und ich haben beschlossen nicht die ganze Wahrheit zu sagen wenn es um den Überfall vom Morgen ging. Yuki weil sie nicht wollte dass Haruhi unbewusst ihre Göttlichen Kräfte benutzt, ich weil... gut, vielleicht wollte ich es einfach auch nicht riskieren. Ich meine, ich habe gesehen wie drei Männer von Spießen durchlöchert wurden die aus dem Nichts kamen! Ein klein wenig darf man da wohl doch an Magie glauben, oder? Wo ich gerade von Haruhi sprach, ratet mal wer schon auf uns wartete als wir Abends zum Gasthaus zurückkehrten...


    15. Eine Göttin in einer Stadt voll Abschaum



    2105. J.d.S. die vier Republiken, Republik Linistien, Nurc


    Sie saßen an einem großen Tisch in irgendeiner Ecke des Schankraums und zu Kyons bedauern redete Haruhi noch immer viel zu laut. Sie konnte wirklich nicht gut unauffällig sein. Er selbst saß ausversehen leider neben ihr und ihnen gegenüber unterhielten sich Koizumi und Asahina. Yuki las irgendwas und rührte das Essen nur ab und zu mal an. Kyon hatte keine Ahnung woher sie dauernd die ganzen Bücher nahm, sie besaß ja nicht einmal Gepäck! Trotzdem schaffte sie es jeden Tag ein anderes Buch in Händen zu halten. Die königlichen Soldaten und der Großteil der republikanischen Wachen, befand sich noch immer irgendwo vor dem Gasthaus. Es gab nicht genug Platz für sie und den Männern war nicht wohl dabei in Nurc ohne Schutz zu schlafen. Haruhi interessierte das recht wenig. Ihrer Meinung nach sollten die Soldaten auf der Straße schlafen, damit die Gilde ihnen aus Langeweile die Kehlen durchschnitt. Für Haruhi waren die Männer des Königs vollkommen unwichtig. Sie würden wohl im Stall des Gasthauses oder wirklich draußen übernachten müssen. Im August eigentlich nicht besonders schlimm, aber Nurc galt nicht umsonst als die gefährlichste Stadt der Republiken. Haruhi wollte sogar schon Wetten darauf abschließen wie viele der Soldaten die erste Nacht überleben würden. Haruhis Bergbär kroch irgendwo unter dem Tisch herum, Kyon konnte noch immer nicht glauben dass sie dieses Ding so lange mit sich rumschleppte. Für das Fell könnte man ein kleines Vermögen bekommen und das Fleisch dieser Tiere galt als Delikatesse.
    „Wir sollten Nurc so schnell wie möglich hinter uns lassen.“ begann Kyon, während er in seinem Essen herumstocherte. Nurc war nicht unbedingt für seine gute Küche bekannt, meistens würzte man hier mit tödlichen Giften. „Bei der Gilde weiß man nie. Sie können manchmal sehr aggressiv auf Besucher reagieren, vor allem auf so eine große Gruppe. Es kann sogar passieren, dass sie als Training einige ihrer Schüler auf uns loslassen. Es ist besser wenn wir morgen oder spätestens übermorgen weiter in die Eisenberge ziehen.“
    „Träum weiter Kyon.“ Haruhi verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust „Wir werden so lange hier bleiben, bis wir die ganze Stadt auf den Kopf gestellt haben und dazu werden wir uns ab morgen aufteilen. Jede Gruppe kann einen Teil der Leibwachen mitnehmen, wenn Kyon weiterhin rumjammert.“
    „Und wonach suchen wir?“ fragte er misstrauisch nach.
    „Weißt du denn nicht in welcher der vier Republiken wir gerade sind!?“
    „Ähm. Linistien, wieso?“
    „Bist du wirklich so dumm? Wofür ist Linistien bekannt?“ noch bevor Kyon etwas erwidern konnte, sprach sie begeistert weiter „Für seine Dämonenkulte natürlich! In dieser Republik soll es schon seit Jahren einen Kult geben der Menschen opfert und grausame Rituale abhält. Sie beten angeblich eine Kreatur namens Tzeentch an und genau dieses Wesen will ich finden. Wo kann man besser Ritualopfer finden als in Nurc? Ein Leben ist hier wenig wert, die Stadt muss ein Paradies für jeden wahnsinnigen Kultisten sein. Wir werden diesen Kult aufspüren, das ist unsere Mission hier in Nurc. Hast du das verstanden Kyon?“
    „Das ist die dümmste Idee die ich je gehört habe.“ murmelte Kyon mürrisch.
    „Es gibt absolut keinen Grund besorgt zu sein.“ der Unterton in Haruhis Stimme sagte leider das genaue Gegenteil aus.
    „Ich bin besorgt.“
    „Ach was, ich habe alles unter Kontrolle. Es kann absolut nichts schief gehen.“ sagte Haruhi in ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung.
    „Jetzt bin ich richtig besorgt. Wie willst du die Gruppen einteilen?“ er ahnte schlimmes, falls er Haruhi auch nur eine Sekunde mit Asahina alleine ließ.
    „Ganz einfach.“ sie streckte den Arm aus und in ihrer Faust waren plötzlich fünf Zahnstocher aufgetaucht „Na los. Guckt nicht so dumm aus der Wäsche! Zieht einfach einen.“
    Seufzend machte Kyon sich gemeinsam mit den drei anderen daran jeweils eines der kleinen Holzstäbchen zu ziehen. Mit dem Ergebnis war Kyon ausnahmsweise einmal voll und ganz zufrieden. Koizumi und Haruhi hatten die längsten Zahnstocher gezogen, während man an Asahinas und seinem unten ein Stück abgebrochen hatte, so dass sie ein bisschen kürzer waren. Yuki zog den kürzesten, schien aber kein großes Problem damit zu haben alleine durch Nurc zu wandern. Sie wirkte ausdruckslos wie eh und je, als sie wieder in ihrem Buch zu blättern begann. Haruhi dagegen betrachtete ihren Zahnstocher mürrisch und ihre gute Laune schien mit einemmal verflogen zu sein „Wir ändern die Gruppen einfach jeden Tag schätze ich. Es wird eh eine Weile dauern bis wir hier fertig sind.“ damit wandte sie sich wieder ihrem Essen zu und aß schweigend weiter. Von ihrem Enthusiasmus war nicht mehr allzu viel zu sehen, aber Kyon traute dieser Stille nicht. Nach einer ganzen Weile, in der es leider wirklich einfach zu ruhig gewesen war, bemerkte Kyon wie Haruhi plötzlich etwas in der Hand hielt. Als er es erkannte, wollte er schon aufspringen, aber Haruhi war schneller. Plötzlich richtete sie locker und lächelnd eine Pistole direkt auf Asahina, die bis eben noch vollkommen friedlich gegessen hatte. Kyon hatte so etwas erst ein oder zweimal gesehen, die Deadlier hatten sie erfunden, kamen aber nicht mehr wirklich weiter mit der Entwicklung ihrer Waffen. Sie waren zu ungenau, ließen sich zu langsam nachladen und die Durchschlagskraft ließ bereits auf mittlere Entfernung sehr zu wünschen übrig. Alles in allem waren diese ganzen Schusswaffen aus Deadlien nicht viel mehr als besonders teure Accessoires, mit denen man aber wenigstens gut angeben konnte.
    „Nicht bewegen Mikuru. Los stell ihr dein Glas auf den Kopf, Yuki! Ich wollte so was schon immer mal ausprobieren!“ rief Haruhi begeistert.
    Mikuru versuchte sich möglichst klein zu machen und ihre Augen wanderten panisch zwischen den restlichen Leuten am Tisch hin und her. Yuki streckte ganz automatisch die Hand nach ihrem Glas aus um Haruhis Befehl zu befolgen und Koizumi schien das alles nicht wirklich zu interessieren, er lächelte nur vor sich hin.
    „W-wo hast du das her!?“ rief Kyon entsetzt.
    „Von Bulldoz. Er meinte ich kann sie für eine Weile haben. Ist das nicht Klasse? Die ist aus Deadlien und war angeblich richtig teuer! Ein Dutzend Adlige musste er töten um genug Geld dafür zu verdienen. Leider sind diese Waffen nicht besonders präzise und ich habe keine Ahnung wie man sie nachlädt. Aber auf die kurze Entfernung wird es schon gut gehen, denke ich und ein Schuss ist mehr als ich brauche, also halt still Mikuru!“ begeistert zielte sie weiterhin auf die arme Asahina und legte schon mal den Finger an den Abzug. Kyon versuchte gar nicht erst auf sie einzureden, Verrückte konnte man nicht umstimmen. Entschlossen packte er ihr Handgelenk, umschloss es so fest er konnte und drückte ihren Arm nach oben. Erschrocken drückte Haruhi tatsächlich ab und unter einem lauten Donnern bohrte die Kugel sich in die Balken der Decke des Gasthauses. Schnell entwand er ihr die rauchende Waffe und pochte mit dem hölzernen Griff der Pistole auf Haruhis Kopf. „Was stimmt bloß nicht mir dir?“
    „Mit mir? Was ist denn dein Problem? Wie kann man nur die ganze Zeit so mies gelaunt sein! Wir sind in Nurc! Nurc!“ schrie sie ihn fast schon an.
    „Ja, danke habe ich auch schon gemerkt. Aber das ist noch lange kein Grund mit diesem Ding herumzufuchteln und was soll diese dämliche Idee mit den Kultisten? Wir können auch ein ganzes Jahr suchen, du wirst hier nichts außergewöhnliches finden. Außer vielleicht deinen Tod, wenn die Gilde von dem Kopfgeld erfährt. Es gibt hier keine geheimen Kulte die Dämonen oder seltsame Götter anbeten. So etwas gibt es nirgends, wann geht das endlich in deinen Kopf rein?“
    Plötzlich schob Haruhi den Stuhl zurück, stand ruckartig auf und drehte sich um „Ich geh ins Bett.“ und mit dieser, für sie erstaunlich wortkargen Erwiderung, verschwand Haruhi die Treppe hinauf in die Unterkünften.
    „Du solltest besser aufpassen was du sagst, Kyon.“ meinte Koizumi, nachdem Haruhi sie allein gelassen hatte.
    „Koizumi hat recht, wenn ihre Laune noch schlechter wird dann...“ Asahina brach ab und wand sich unwohl unter Kyons fragendem Blick, wollte aber offensichtlich nicht mehr sagen.
    „Dann was? Und wie um alles in der Welt kommt es, dass Ihr euch damit auskennt Lady Asahina? Hat Koizumi Euch irgendwelchen Unsinn erzählt?“ Kyon starrte den Silberblatt finster an, wenn er jetzt schon anfing Asahina mit seinen Märchen zu belästigen, müssten sie sich einmal ernsthaft unterhalten.
    „Ich habe damit nichts zu tun.“ wehrte Koizumi lächelnd ab „Asahina ist ganz von alleine zu mir gekommen und hat bereits alles über Haruhis Fähigkeiten und so weiter gewusst.“
    „Woher wusstet ihr das alles Lady Asahina?“ das Misstrauen in Kyons Stimme wa noch stärker geworden, war er hier der einzige der nichts mitbekam?
    „Das...das kann ich nicht sagen.“ flüsterte Asahina, lief rot an und senkte sofort wieder den Kopf um so zu tun als würde sie weiter essen. Kyon seufzte genervt, gab aber vorerst auf. Was solls, dachte er resigniert, nur noch Nurc, die Eisenberge und Juliues, danach könnten sie endlich wieder nach Hause gehen und er müsste nie wieder etwas mit Haruhi zu tun haben.



    Während die Reste der Reisegruppe noch in Ruhe fertig aßen, saß nicht weit entfernt am Tresen Roger. Er hatte ihnen den Rücken zugewandt und unternahm nicht mehr als still dazusitzen und zu lauschen. Ab und zu nippte er an seinem Glas, der Wirt hier verlangte unverschämte Preise. Wenn das so weiter ging würde das Gold, was der Herzog ihm mitgegeben hatte, nicht mehr lange reichen. Als ausversehen ein Schuss losging, war ihm kurz das Herz stehengeblieben und er hätte sich fast umgedreht. Aber Haruhi war zum Glück nichts passiert. Trotzdem, die Kugel hätte auch gerne einen ihrer Begleiter treffen können, letztendlich müsste er sie sowieso alle umbringen. Selbst den Sohn seines Herzogs und die vanidarischen Ritter. Seine Pläne hatten sich geändert. Er würde Haruhi nicht mehr beschützen weil der Herzog es ihm befahl, sondern weil er es so wollte. Mehrere Wochen beobachtete er die Gruppe jetzt schon und nach einer Weile war es ihm klar geworden, er wollte auch einfach zu ihr herüber gehen und mit ihr reden, ihr nahe sein. Kurz huschte ein verträumter Ausdruck über Rogers Gesicht. Wenn er erst all ihre Wachen und Begleiter ausgeschaltet hätte, würde er sie überreden mit ihm zu kommen. Sie beide könnten im Süden ein neues Leben anfangen, gemeinsam. Was er tun würde, falls sie zurück nach Vanidarien wollte wusste er nicht. Nur eins wusste er sicher, er würde nicht mehr ohne ihr Strahlen leben können.
    Stellte sich nur noch die Frage, wie er ihre ganzen Leibwachen loswerden konnte. Wenn er jetzt einfach so zuschlug, könnte Haruhi im allgemeinen Durcheinander vielleicht etwas passieren. Während er dabei war Pläne zu schmieden wie er die Gruppe um Haruhi verkleinern konnte, setzte sich jemand neben ihn. Gelangweilt drehte er den Kopf zur Seite. Seine roten Augen weiteten sich, als er sie erkannte. Schnell starrte er wieder in sein Glas, das konnte doch nicht wahr sein. Ausgerechnet die Verrückte. Schon wieder. Auf der Reise nach Nurc waren sie dauernd aneinandergeraten, erstaunlicherweise ohne sich ernsthaft zu verletzen. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht die Attentäterin umzubringen, aber keine seiner Fallen hatte sie wirklich beeindrucken können. In manche war sie sogar absichtlich gelaufen, vermutlich um sich über ihn lustig zu machen. Sie schien ihren Spaß daran zu haben ihn zu nerven. „Willst du es zu Ende bringen?“
    „Nein, eigentlich wollte ich mich nur einmal in Ruhe unterhalten, ohne dass du versuchst mich umzubringen.“ ihre Stimme klang freundlich, allerdings auf eine unglaublich nervtötende Art und Weise. Ihre dunkelblauen Haare waren unter einer Kapuze verborgen und sie trug einen weiten, dunklen Mantel. Wüsste er nicht, dass sie mit unsichtbaren Stimmen redete und ohne Grund Leute erdolchte, hätte er sie nicht einmal wirklich wahrgenommen. „Wie ist dein Name?“
    „Nenn du mir doch erstmal deinen Namen, dann verrate ich ihn dir vielleicht.“ Roger fühlte sich unwohl in ihrer Nähe. Er wusste dass sie deutlich schneller war als er und ihn töten konnte wenn sie nur wollte.
    „Das hier ist meine Heimatstadt, sollte der Gast sich nicht eigentlich zuerst vorstellen?“
    Roger seufzte entnervt „Meinetwegen, Gilbert Beilschmied.“ sein Blick auf zwei gekreuzten Äxte die an der Wand hingen, blieb ihr natürlich nicht verborgen und er konnte sehen dass sie ihm kein Wort glaubte, aber damit konnte er leben.
    „Ein besserer Name fällt dir nicht ein? Ihr Silberblätter seid nicht besonders kreativ, oder?“
    „Für dich ist der Name so gut wie jeder andere.“
    Sie sah ihn eine Weile nachdenklich und schweigend an. Ihre geradezu prüfenden Blicke gingen ihm schon nach wenigen Sekunden auf den Geist, vielleicht sollte er einfach verschwinden? Anderseits war die Vorstellung dass sie ihm folgte und sie sich in irgendeiner dunklen Gasse wiedertrafen nicht besonders beruhigend. Es war vielleicht doch besser sich anzuhören was sie überhaupt von ihm wollte.
    „Asakura.“ sagte sie und riss ihn damit wieder aus seinen Gedanken.
    „Mhm? Was?“
    „Das ist mein Name. Ich heiße Asakura.“
    „Schön für dich.“ murmelte Roger, mit so viel Desinteresse wie er aufbringen konnte.
    „Wir hatten gar keine Gelegenheit uns mal zu unterhalten und die Stimmen sind nicht besonders glücklich über deine Anwesenheit. Deine ständigen Versuche mich zu töten, hindern mich daran Haruhi vernünftig zu schützen.“ beschwerte sich Asakura.
    „Die Stimmen...“ Ah gut, dachte Roger, sie war also wirklich wahnsinnig „Und warum sollte ich eine Verrückte in Haruhis Nähe dulden? Du redest davon sie zu beschützen, was für ein Blödsinn. Es ist meine Aufgabe während dieser Reise auf sie aufzupassen und um ehrlich zu sein bist du es die mich behindert.“
    Asakura seufzte entnervt, die Stimmen hatten ihr gesagt das Roger so reagieren würde. Die Stimmen waren der einzige Grund warum sie hier war, sie fanden Asakura ließe sich zu sehr von dem Silberblatt ablenken. Was irgendwie auch stimmte, seine Versuche sie zu töten machten Asakura unheimlich viel Spaß. Es erinnerte sie irgendwie an ihre Ausbildung in Nurc. Aber die Stimmen duldeten keine Ablenkung von ihrer Aufgabe. Haruhis Leben war zu wichtig. Sie musste Roger zur Zusammenarbeit bewegen, oder ihn töten. „Findest du es nicht auch langweilig? Wir schleichen hinter Haruhi her und warten darauf sie im Ernstfall heldenhaft zu retten. Aber es passiert bisher einfach gar nichts!“ jammerte Asakura.
    „Worauf willst du hinaus?“
    „Nun ja, ich denke wir könnten beide mal wieder etwas Spaß gebrauchen.“
    „W-was?“ Roger ließ seinen Blick ungewollt über ihren Körper schweifen. Eigentlich unnötig, er hatte sie während ihrer ganzen Kämpfe deutlich genug gesehen, um zu wissen dass sie ihr Aussehen eigentlich nicht unter diesem dunklen, unförmigen Kapuzenmantel verstecken musste. Die seltsame Haarfarbe störte vielleicht etwas, aber nur ein bisschen. „Ich denke nicht...also ich, ähm. Ein sehr... wir haben keine Zeit für, für so was und so.“ plötzlich lief Roger rot an und versuchte irgendwie in eine andere Richtung zu sehen.
    „Wovon redest du?“ Asakura legte den Kopf schief und sah ihn vollkommen verwirrt an.
    „Wovon redest DU!?“ zischte Roger zurück.
    „Von Kyon Trellik natürlich. Was dachtest du denn was ich meine?“
    „Ich...ach egal, nicht so wichtig. Kyon war doch dieser mürrische, nervige Kerl mit den kurzen braunen Haaren oder?“
    „Ja, genau der. Findest du ihn nicht auch unendlich lästig?“
    „Ich weiß was du meinst.“ murrte Roger und seine Miene verdüsterte sich wenn er auch nur an diesen Narren dachte „Er behandelt Haruhi vollkommen respektlos, dieser schmierige kleine Bastard. Ich hätte ihn schon längst erschlagen, aber er bleibt immer in der Nähe der Gruppe und bei Haruhi. Vor allem letzteres ist besonders nervtötend.“
    „Dir ist es auch aufgefallen. Er ist der einzige mit dem Haruhi sich unterhält. Allen anderen schreit sie nur Befehle zu und kommandiert sie herum. Aber mit ihm redet sie tatsächlich, sie hört ihm zu und auch wenn sie es nur selten anmerken lässt, seine Meinung interessiert sie sogar.“
    „Und was willst du dagegen unternehmen?“
    „Ganz einfach, wir töten ihn, gemeinsam.“ und auf einmal genoss sie seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit.



    2105. J.d.S. Herzogtum Vanidarien, Vanidos


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/77559445/God%20is%20a%20Girl/Sora1.jpg]


    chiisana sonna kibou sae
    omou dakeno kiseki


    Sie setzte einen Fuß vor den anderen, während sie mit kleinen Schritten immer tiefer in den See watete. Es war mitten in der Nacht, aber der Vollmond schenkte Sora trotzdem genug Licht um das volle Ausmaß des großen, dunklen Bergsees zu erkennen. Sie hatte gar nicht gewusst, dass es so etwas in Vanidarien gab, genauso wenig wie sie wusste warum sie noch immer au die Mitte des Sees zuhielt. Nebel kroch zwischen den dichten Bäumen am Ufer hervor und schob sich über den ruhigen See. Als das eisige Wasser ihr bereits bis zum Hals reichte, spürte sie bei ihrem nächsten Schritt keinen Boden mehr unter den Füßen. Verzweifelt versuchte sie sich über Wasser zu halten, aber sie hatte keine Ahnung wie das ging. In Rubinus hatte es nicht gerade viele Gelegenheiten gegeben schwimmen zu lernen. Hilfesuchend blickte sie zum Ufer hinüber. Aber dort stand niemand. Der Stoff sog sich mit Wasser voll und zog Sora nach unten.
    Schlechte Träume waren zurzeit irgendwie in Mode, fragt mich bitte nicht warum, ich habe selber nur eine Theorie dazu. Wie alles was in dieser Zeit in unserer Welt schief läuft, schiebe ich auch das ganz einfach mal auf Haruhi. Jap. Damit liege ich allerdings vermutlich falsch. Aber meine Theorie gefällt mir besser, es ist immer gut sämtliche Schuld auf Haruhi zu schieben. Wahrscheinlich war es auch einfach nur ein ganz gewöhnlicher Traum. Wahrscheinlich ist dieses ganze Traumzeug als stilistisches Mittel auch schon deutlich abgenutzt, nachdem ich es bereits viel zu oft benutzt habe...aber mir fällt halt gerade nicht besseres ein, also lebt damit. Vielleicht habe ich es auch nur erfunden? Ich muss hier nun mal auch ein gewisses Soll an Wörtern erfüllen. Ach ja und ein Hoch auf die Vocaloiden!
    Im ersten Moment sah sie sich panisch um, doch dann atmete sie erleichtert auf. Sie befand sich noch immer in der gemütlichen kleinen Kutsche und zwar alleine. In Vanidos würde sie neue Dienerinnen bekommen, es gab also keinen Grund diese eitlen Gänse mitzunehmen, welche ihr schon in Rubinus nur auf die Nerven gingen. Vorsichtig schob sie mit dem Finger einen der schwarzen Vorhänge aus dickem Stoff zur Seite und kniff sofort die Augen zusammen, als das strahlende Sonnenlicht schmerzhaft in ihre Augen fiel. Der Sommer wollte wohl kurz vor seinem Ende noch einmal zeigen was er so alles drauf hatte. Mit fast geschlossenen Augen sah sie gerade so wie Haru noch immer neben der Kutsche ritt. Er hatte nicht mit ihr drin sitzen wollen, sondern ritt lieber an der Seite der Ritter, die sie nach Vanidos begleiteten. Auch wenn sie darüber ein wenig enttäuscht war, konnte Sora ihn gut verstehen. In dieser verdammten Kutsche war es stickig und um ehrlich zu sein kaum auszuhalten. Aber sie konnte nicht wirklich gut reiten, eigentlich ungewöhnlich für einen Vanidaren. Ihre Schlachtrösser waren so ziemlich das einzig wertvolle im ganzen Fürstentum.
    Durch das beruhigende Rattern der Kutsche und die drückende Wärme, schlief sie während ihrer Reise oft ein, nur um dann die ganzen Nächte wenn sie lagerten wachzuliegen. Zum erstenmal in ihrem Leben verließ sie die Ländereien ihrer Familie. Die Reise erschöpfe sie bisher weniger als erwartet, anderseits war es aber auch nicht besonders anstrengend tagein tagaus in einer Kutsche zu sitzen und ganz einfach nichts zu tun. Nachdem sie sich endlich an das Sonnenlicht gewöhnt hatte, konnte sie zu ihrer Überraschung erkennen, dass sie sich bereits mitten in Vanidos befanden. Sie hatte die ganze Ankunft in der Stadt vollkommen verschlafen! Sie hatten sogar schon den Großteil der Stadt hinter sich gelassen und näherten sich der Zitadelle im Zentrum. Diese Festungswerke hatten schon vor der Ankunft ihres Volkes hier gestanden, auch wenn sie im Laufe der Zeit oft erneuert, ausgebessert und erweitert werden mussten. Als die Silberblätter hier landeten, gab es nur die Zitadelle von Varos, die Stadt drumherum war erst im Laufe der Zeit entstanden. Die meisten Häuser bestanden aus Holz, aus Stein baute man hier lieber neue Türme oder Mauern um die Verteidigungsanlagen zu verstärken. Noch nie wurde die Festung von Feinden erobert. Selbst während der Rebellionen gegen den König war sie nicht gefallen. Aber das war auch nicht nötig gewesen. Die Soldaten des Königs schlachteten sich damals einfach solange durch ihr Volk, bis die Matriarchin aufgeben musste bevor nichts mehr von Vanidarien übrig blieb.
    Sora stieg vorsichtig aus der Kutsche aus, sie starb gleich vor Durst. Hier in Vanidos war es ja sogar noch heißer als zu Hause, in Rubinus hatte man wenigstens immer angenehm kühlen Wind vom Meer. Die Leibwache löste sich auf und die Ritter verschwanden alle spurlos irgendwo in dem grauen Klotz, den zum Glück niemand jemals als Palast bezeichnen würde. Es war eine Festung und sollte sich nur einfach verteidigen lassen, nicht besonders prachtvoll aussehen. Sie thronte hier im Zentrum über der restlichen Stadt, die wild vor sich hinwucherte. Als Sora sich zur eigentlichen Stadt umdrehte, wusste sie nicht recht ob sie beeindruckt oder enttäuscht sein sollte. Irgendwie löste der Anblick ein bisschen von beidem aus. Vanidos war größer als sie es sich vorgestellt hatte. Vorher konnte sie Haru nie wirklich glauben, wenn er davon sprach dass mehr als 50.000 Menschen in der vanidarischen Hauptstadt lebten. Aber trotz der Größe wirkte sie recht düster und vor allem schmucklos. Man legte hier nirgends viel Wert auf Zurschaustellung von Prunk und Glanz, vielleicht hatte man bei den ganzen Mitteln die für das Heer verwendet wurden, auch einfach nur kein Geld mehr für Tand übrig. Als sie sich wieder zur Festung wandte, stand von ihrer kleinen Leibgarde nur noch Haru neben ihr.
    „Ich kenne den Weg zu den Gemächern der Matriarchin, zumindest so halbwegs. Die Festung ist größer als man vielleicht denkt und vor allem verwirrender. Bei meinem ersten Besuch hier, war ich froh den Ausgang wiederzufinden bevor ich verhungert bin.“ scherzte er und setzte sich in Bewegung. So folgte sie Haru in die Festung, abgesehen von ein paar Wachen trafen sie niemanden. Ihr erster offizieller Auftritt sollte erst am nächsten Tag stattfinden, von daher gab es keinen großen Empfang. Nach einer Weile merkte er, dass Soras Hand sich hinter ihm an seinem Hemd festgekrallt hatte und sie einfach nur auf seinen Rücken starrte. Gut, viel gab es in den engen, grauen Gängen auch nicht zu sehen.
    „Wie weit noch?“ fragte Sora nach etwa zehn Minuten „Ich will nicht mehr laufen.“
    „Ähm, ich glaube es ist gleich da vorne. Nur noch um diese Biegung hier und wir sind...“ vor ihnen erstreckten sich nur ein weiterer schier endloser Gang „noch immer nicht da.“ schloss er verwirrt.
    „Ja, du kennst dich hier wirklich gut aus.“ Sora lehnte sich erschöpft an die Wand und starrte ihn genervt an. Bevor sie ihren Bruder weiter für seinen, offensichtlich schlechten, Orientierungssinn maßregeln konnte, kam eine Frau durch den Gang hastig auf sie zu. Harus Miene hellte sich auf als er sie sah, er hätte es alleine tatsächlich geschafft sich endgültig zu verlaufen.
    „Haru! Du begleitest deine Schwester?“ Die junge Frau war sicher schon ein oder zwei Jahre älter als Haru und fast genauso groß wie er. Sie trug ihr schwarzes Haar kurz, es reichte ihr kaum bis zu den Schultern und ihr Körper war bereits deutlich fraulicher als Soras. Sie hatte ein freundliches, offenes Gesicht mit einem gutmütigen Ausdruck darin. Alles in allem sah sie wirklich gut aus, aber Sora gefiel der Ausdruck in ihren grünen Augen nicht. Sie starrte Haru an, als wäre er ein strahlender Ritter in weißer Rüstung oder der Held aus irgendeinem kitschigen Märchen.



    „Wer ist das, Haru?“ fragte Sora mit vor Abneigung nur so triefender Stimme.
    „Sie ist die Tochter des Grafen von Achat, Naroko Silberblatt.“ Haru freute sich sichtlich sie zu sehen „Ich nehme an der Herzog hat dich geschickt, damit du dich um Sora kümmerst?“
    Naroko verneigte sich respektvoll und begann aufgeregt und mit freundlicher Stimme drauflos zu reden „Es ist eine große Ehre der Matriarchin als Zofe dienen zu dürfen. Außerdem kümmere ich mich um Eure Garderobe. Ich wollte schon seit langem Harus Schwester kennenlernen. Er hat viel von Euch erzählt.“
    „Naroko macht wirklich gute Kleider, sie ist bereits in der ganzen Stadt berühmt dafür. Ich bin sicher ich habe dir davon erzählt. Sie ist schon seit mehr als zehn Jahren hier am Hof und wir kennen uns seit Ewigkeiten. Hörst du mir eigentlich nie zu, Sora?“ fragte er lächelnd.
    „Ich möchte jetzt in meine Gemächer...“ murmelte Sora ohne jeglichen Enthusiasmus. Sie war müde und diese Frau war ihr jetzt schon unsympathisch. Während sie die Beiden zu den ehemaligen Gemächern Tegaras führte, verstärkte sich ihre Abneigung gegen ihre neue Dienerin nur noch. Sora lief hinter ihnen her und musste missgelaunt ihr Gespräch mit anhören. Sie versuchte allerdings es so gut es ging auszublenden, dieser Unsinn interessierte Sora kein bisschen. Haru hatte in seinem Leben bisher mehr Zeit in Vanidos oder Myst verbracht als in Rubinus, er kannte die Leute hier also bereits. Trotzdem, die Beiden gingen schon fast zu vertraut miteinander um. Ihr neues Leben in Vanidos fing ja großartig an.



    Etwa eine Stunde später, stand Sora inmitten eines überraschend kleinen und beschaulich eingerichteten Raums. Abgesehen von einem einfachen Bett und einem Wandschrank war er leer. Tegara hatte nicht viel von übertriebenem Luxus gehalten, was wohl auch das Aussehen der Stadt erklärte. Würde es in dieser Welt den Begriff „spartanisch“ geben, träfe er wohl auf den Geschmack der meisten früheren Matriarchinnen zu. Obwohl Sora diese Ansicht teilweise teilte, war es für ihren Geschmack dann doch viel zu karg und grau. Aber etwas anderes als ihre neuen Gemächer raubten ihr im Moment den letzten Nerv. Sie trug ein dunkelgraues, fast schwarzes Kleid, das vermutlich recht gut aussehen könnte, allerdings nur wenn es irgendjemand anders tragen würde. Sora fühlte sich, als hätte man sie gezwungen einen Sack anzuziehen. Alles an diesem Kleid war zu groß, lang oder weit. Naroko sprang um sie herum und machte Dinge die Sora nicht verstand. Hier und da platzierte sie eine Stecknadel oder schüttelte entnervt den Kopf. Sora hatte keine Ahnung vom Nähen, es war ihr immer zu langweilig gewesen. Dieses Kleid allerdings, war eine einzige Katastrophe. Das konnte selbst sie ohne Probleme erkennen.
    „Es passt leider nicht ganz, aber fürs erste müsste es reichen. Ich musste es, nach der Abreise der Boten nach Rubinus, anfertigen ohne Eure Maße zu kennen und wusste auch nicht wie Ihr genau ausseht. Also habe ich mich eher an Euren Bruder gehalten und dachte daher Ihr seid ein ganzes Stück größer. Ich werde versuchen bis morgen noch ein paar Anpassungen vorzunehmen, aber es wird bis zu Eurem ersten offiziellen Auftritt leider nicht ganz perfekt werden, egal was ich mache.“
    „Ah.“ Es würde schon irgendwie gehen? Sie sah darin aus wie ein Kind das die Kleider ihrer älteren Schwester abtragen musste. Vielleicht wäre es doch besser morgen eines ihrer einfachen Kleider aus Rubinus zu tragen. „Was ist das?“ fragte Sora, als sie gelangweilt durch das Zimmer blickte und an etwas hängen lag, das auf ihrem neuen Bett lag.
    „Ein Kleid, ich habe die letzten Tage hier gearbeitet weil es so schön ruhig ist. Außerdem wollte ich es Euch bei Eurer Ankunft gerne zeigen und Eure Meinung dazu hören. Oder sagen wir, es soll einmal ein Kleid werden. Ich habe damit noch nicht wirklich angefangen, sondern nur ein paar Vorbereitungen getroffen. Im Gegensatz zu diesem hier, soll es nämlich genau auf Euch angepasst werden, Herrin. Tegara trug auch immer am liebsten ein Kleid aus schwarzer Seide. Leider handeln nur die Leute aus Nika mit diesem Stoff und man sieht ihre Händler nur noch selten hier in Vanidos. Die silbernen Muster sind bereits fertig wie Ihr sehen könnt. Ich dachte zuerst an einen Baum, aber das erschien mir dann doch etwas zu aufwendig und vor allem zu groß. Schwarz und Silber wirken einfach großartig zusammen, aber man sollte es nicht mit dem Silber übertreiben sonst ist es zu hell. Vor allem da Eure Haare bereits hell genug sind. Ihr werdet darin wirklich aussehen wie eine Göttin. Vielleicht könnt Ihr es übermorgen bereits tragen. Eure genauen Maße habe ich ja jetzt endlich, damit wird es nicht mehr lange dauern.“ Während Narokos Redeschwall weiterging, ließ Sora ihre Augen über den feinen Stoff wandern, das Kleid schien sogar schon fast fertig zu sein und sah besser aus als alles was sie je getragen hatte. Naroko musste schon sehr viel mehr Zeit darin investiert haben als sie zugab.
    „Ich mag kein Schwarz. Es sieht grässlich aus. So etwas würde ich niemals freiwillig tragen.“ Sie wusste nicht warum genau sie das sagte, eigentlich gefiel ihr das Kleid wirklich gut, es würde fantastisch aussehen wenn es fertig war.
    „Oh. Das...das wusste ich nicht. Dann werde ich wohl noch einmal von vorne anfangen.“ Naroko lächelte unsicher und begann vollkommen zerstreut mit ihrer Arbeit fortzufahren. Wahrscheinlich ging sie gerade in Gedanken durch wie lange sie brauchen würde wenn sie wieder von vorne Anfangen musste. Alleine an passenden Stoff zu kommen dürfte schwierig werden, Tegara hatte nie weiße oder hellere Sachen getragen. „Dann wird es leider noch eine ganze Weile dauern bis...“
    „Nein.“ unterbrach Sora sie schroff „Ich möchte es trotzdem in ein paar Tagen haben. Es ist nicht mein Problem wenn du deine Arbeit falsch und unsauber erledigst. Ich kann nicht die ganze Zeit in diesem Sack rumlaufen und meine Sachen aus Rubinus sind wohl eher nicht vorzeigbar für den Thronsaal.“
    „Natürlich.“ murmelte Naroko und bei ihrem enttäuschten Gesichtsausdruck, bekam Sora gegen ihren Willen ein schlechtes Gewissen. Diese Frau hatte ihr nichts getan, im Gegenteil, sie war sogar erstaunlich freundlich und schien sich mit ihrer Arbeit wirklich Mühe zu geben. Naroko verdrängte ihre Enttäuschung und wechselte das Thema. „Ich hätte nicht gedacht, dass Euer Bruder Euch begleitet. Aber es passt zu ihm, er kümmert sich gerne um die Sorgen und Probleme anderer. Ich habe selten jemanden getroffen der so hilfsbereit und fürsorglich ist. Eigentlich wollte er erst Mitte Herbst wieder nach Vanidos kommen und dann den ganzen Winter über bleiben. Er ist...“
    Mehr hörte Sora gar nicht mehr. Ihr Mund war plötzlich wie ausgetrocknet und sie hätte diese Lügnerin am liebsten von sich weggestoßen. Das konnte nicht sein. Haru hätte sie niemals im Winter alleine in Rubinus gelassen. Erfand Naroko diese Lügen um sich für die Sache mit dem Kleid zu rächen? So etwas schien nicht zu ihr zu passen, aber es musste gelogen sein. Haru wusste doch ganz genau wie sehr die Wintermonate ihr zusetzen konnten. Vor allem, warum sollte er so viel Zeit in Vanidos verbringen? Im Winter gab es keinen Grund für längere Zeit die Burg zu verlassen. Sora wurde aus ihren geradezu panischen Gedanken gerissen, als sie plötzlich spürte wie jemand an dem Stoffhasen zog und versuchte ihn ihr aus der linken Hand zu winden.
    „Lass los.“ fuhr sie Naroko kalt an.
    „Verzeiht, aber ihr wollt doch nicht, dass der Herzog und seine Ritter Euch für ein Kind oder ein kleines Mädchen halten. Es ist besser wenn Ihr es nicht die ganze Zeit mit Euch herumtragt. Ihr seid jetzt für die Menschen hier eine Göttin. Sie erwarten ein gewisses Verhalten von Euch. Die Matriarchinnen sollen Erhabenheit und Macht ausstrahlen.“ sprach sie ruhig und ließ sich nicht aus der Fassung bringen.
    „Ich sagte, lass los.“ unter Soras wütendem Blick zog sie unsicher die Hand zurück. Seufzend warf Sora den schwarzen Hasen auf das Bett, irgendwie hatte diese schreckliche Frau ja sogar recht. Es würde lächerlich wirken, wenn sie so im Thronsaal auftauchte. „Hast du noch mehr an mir zu kritisieren?“
    „Nun ja...“ begann sie vorsichtig, war sich aber nicht sicher wie ihre neue Herrin auf noch mehr Ratschläge reagieren würde.
    „Was? Spuck es schon aus.“
    „Das Kreuz, um Euren Hals.“
    Soras Hand legte sich auf das Kreuz aus Silber, welches an einer Kette um ihren Hals hing. „Was ist damit?“
    „Es, nunja es ist ein wichtiges Zeichen in der Religion aus Nika.“ antwortete Naroko, verwundert darüber dass sie das nicht selber wusste.
    „Wirklich?“ Sora betrachtete es überrascht, sie hatte es bisher nur für irgendein Schmuckstück gehalten „Haru hat es mir vor zwei Jahren mitgebracht. Er sagte es hat ihn ein Vermögen gekostet es einem Soldaten abzukaufen. Silber ist überall im Reich selten.“
    „Der Soldat war vermutlich bei einem der Überfälle auf Nika dabei. Es ist besser, wenn Ihr es nicht tragt.“
    „Ach? Und warum? Was geht mich der Glaube dieser Wüstenratten an?“
    „Es könnte in der Öffentlichkeit vielleicht keinen besonders guten Eindruck machen. Nika hat vor sechzehn Jahren sämtliche Städte und Dörfer an unserer Küste überfallen und niedergebrannt, seitdem sind sie hier nicht mehr besonders beliebt. Eine Matriarchin, die ganz offen eines ihrer heiligen Symbole trägt?“ sie schüttelte entschieden den Kopf „Das wäre keine gute Idee. Nika würde es als Spottgeste oder sogar Herausforderung ansehen und Eure eigenen Leute könnten denken, dass Ihr mit den Südlingen sympathisiert.“
    Was Naroko sagte klang alles logisch und richtig, aber trotzdem kam es Sora so vor als wollte sie ihr nur alle Geschenke Harus wegnehmen. Noch an diesem Abend, spätestens morgen früh, würde sie den Herzog um eine andere Zofe bitten. Diese Frau machte sie nervös, vor allem aber missfielen ihr die Blicke, die Haru und Naroko sich vorhin andauernd zugeworfen hatten. Trotzdem schob sie das Kreuz unter ihre Kleidung und verbarg es, auch wenn sie es lächerlich fand. Wen kümmerte es schon was sie trug? Sie würde schon keinen Krieg heraufbeschwören, nur weil sie sich falsch anzog oder den falschen Schmuck trug.
    „Was war meine Tante für eine Herrscherin?“ fragte Sora nach einer Weile angespannten Schweigens.
    „Ich bin zwar schon seit meiner Kindheit hier in Vanidos, aber ich hatte nur wenig mit ihr zu tun. Tegara wirkte immer sehr kalt und hart auf mich. Zumindest nach Außen hin. Der Krieg ließ ihr keine andere Wahl als so zu werden. Es heißt der einzige gegenüber dem sie je ein wenig freundlicher gewesen ist war Roger, aber der Herzog wurde von den Soldaten des Königs umgebracht. Ich glaube sie hat seinen Tod nie überwunden, vermutlich konnte Tegara ihre Halbschwester deswegen nicht für ihren Verrat bestrafen.“
    „Meine Mutter hat niemanden verraten!“
    „Natürlich, verzeiht mir, Herrin. Der Herzog hat bereits anordnen lassen, sie wieder in den Stammbaum der Silberblätter aufzunehmen und ihr...“
    „Sie ist tot, ich glaube nicht dass sie dieser Unsinn jetzt noch interessiert.“ Sora unterdrückte die in ihr aufsteigende Wut, aber etwas anderes hatte sie hellhörig werden lassen „Halbschwestern?“ Ihre Mutter hatte nie über Tegara geredet und um ehrlich zu sein hatte Sora sich in den Büchern immer lieber die älteren Zweige des Stammbaums angesehen. Die Silberblätter der Gegenwart fand sie zum Großteil sowieso nur nervig.
    „Ja, natürlich. Aleyandras Vater war der damalige Herzog, Roger. Tegara dagegen wusste nie wer ihr Vater war, es muss wohl einer der Ritter am Hof gewesen sein, vielleicht auch ein Fürst aus einem anderen Reichsteil. Eine Zeitlang hieß es sogar der damalige König selbst wäre ihr Vater, weil er in seiner Jugend einige Nächte hier in Vanidos verbrachte. Aber Roger kommt wohl nicht in Frage. Er war zur Zeit ihrer Zeugung an der Küste im Norden und schlug mehrere heftige Schlachten gegen die Nordmänner, die damals zum erstenmal in ihren Drachenbooten auftauchten und den Norden terrorisierten. Haruhi dagegen ist seine Tochter, auch wenn er bei ihrer Geburt nicht mehr am Leben war.“
    „Haruhi.“ flüsterte Sora nachdenklich und Naroko konnte die Verwirrung deutlich aus ihrer Stimme heraushören „Ich verstehe noch immer nicht, warum ich jetzt an ihrer Stelle herrschen soll.“ Sie wusste nicht viel über Haruhi, aber nach dem bisschen zu urteilen was sie wusste, wäre Haruhi als Matriarchin deutlich besser geeignet, vor allem könnte sie vermutlich sogar die Ritter in einen Krieg gegen den König zu führen. Nach allem was sie wusste, war Haruhi im Gegensatz zur ihr viel eher eine Göttin und Herrscherin.



    Kapitel 14: Tzeentch erhebt sich


    Ja, ja. So sah es zu diesem Zeitpunkt also in unserem geliebten Reich aus. Haruhi war mit uns auf Wanderschaft, Vanidarien bekam eine neue Göttin zum anbeten und... ach ja, stimmt. Unsere Welt war so ziemlich erledigt weil ein Haufen übertrieben mächtiger Dämonen und Götter etwas hübsches in Almodozasra gefunden hatten und es unbedingt haben wollten. Ein dreifaches Hoch dafür! Wisst ihr, es gibt Zeiten wo ich mich frage wie ich das damals überlebt habe. Verrückte Killer die hinter mir her sind, Dämonen die unsere Lande überschwemmen und Intrigen in sämtlichen Höfen des Reiches. Ach ja, und ich war mit jemandem unterwegs der gefährliche Sachen auf keinen Fall umgehen wollte, sondern regelrecht danach suchte. Natürlich meine ich Haruhi, ich meine, sie will nach Nurc! Jedem kleinen Kind wird in den Republiken eingebläut sich von der Stadt fernzuhalten, aber Haruhi marschierte natürlich direkt darauf zu. Natürlich sieht alles recht unspektakulär aus, ein kleines Wegschild an der Straße zeigte in Richtung Nurc und gut war es. Für einen Republikaner, und die meisten Reisenden, war dieses Schild jedoch abschreckender als eine Reihe mit gepfählten Menschen es gewesen wäre. Genaugenommen war es eigentlich Tradition dass diverse Fürstentümer die eher nervigen und unwichtigen Mitglieder ihres Hofstabs auf eine diplomatische Mission nach Nurc sandten, falls der Diplomat zurückkam hatte er bewiesen dass er zumindest etwas konnte, kam er nicht zurück war man ihn los und er war irgendwo in den Bergen verschollen, wahrscheinlich einen Abhang heruntergerutscht und dabei verstorben. Tragische Geschichte, falsche Tränen, beruhigende Worte für die Familie und die Sache war erledigt, so lief die Sache meistens ab. Aber gut, ich war nicht der einzige der es schwer hatte, es gab durchaus noch andere Menschen mit Problemen. Bestes Beispiel waren die Mitglieder des Scharlachroten Kreuzzuges. Mittlerweile waren zwei Wochen vergangen seit die Priesterin Christine auf einer Lichtung Zeuge der Beschwörung eines der mächtigsten Dämonen wurde die jemals existierten. Zwei Wochen in denen die restlichen Mitglieder des Kreuzzuges Vorbereitungen trafen, Hilfe im Rest des Herzogtums suchten und ihr Möglichstes taten um die Männer von Lord Fordring auf einen Kampf mit Dämonen vorzubereiten. Im Laufe der letzten Jahre hatte Tzeentch, besser gesagt seine Diener, viele Diener in Almodozasra gesammelt und viele Dämonen beschworen. Nun da ihr Anführer da war, der Herrscher des Wandels welcher den Namen Kawaii trug, fühlten sie sich stark genug um offener vorzugehen.


    2105. Jahr der Sonne, Herzogtum Belunda, die Einöde
    Abbendis ritt an der Spitze einer kleinen Gruppe von Männern welche aus Stratholme entsandt worden waren. Sie sollten die Hauptstraße, falls man diese überhaupt Straße nennen konnte, nach Süden entlang reiten und sich mit den Truppen eines Lord Eldrik treffen. Dieser hatte sich nach einem Treffen mit Lord Fordring dazu bereit erklärt den Kreuzzug gegen die Dämonen zu unterstützen und wollte sich persönlich mit 300 seiner Soldaten auf den Weg machen um Stratholme zu verstärken. Abbendis war recht zufrieden mit den Fortschritten die der Kreuzzug machte, innerhalb von zwei Wochen waren beinahe alle kampffähigen Männer und Frauen die gegen die Dämonen ins Feld ziehen wollten vernünftig bewaffnet worden, beinahe alle. Einige liefen noch immer mit alten Äxten, Sensen oder Mistgabeln herum. Außerdem wurde die Burg selber erweitert, Gräben wurden ausgehoben und Erdwälle errichtet, man wollte mehr Platz für alle Neuankömmlinge schaffen und zudem die Burg besser auf Angriffe vorbereiten. Denn die mysteriösen Plünderer welche Christine als 'Chaosbarbaren' bezeichnet hatte kamen immer näher an die Burg heran und plünderten jetzt selbst Gehöfte welche nahe an den Mauern lagen. Abbendis hoffte dass der Priesterin nichts passiert war, sie war bereits eine Weile fort und hatte nichts von sich hören lassen. Allerdings war sie weit besser für einen Kampf gegen die Dämonen gerüstet als irgendein anderer Mensch in Almodozasra, das sorgte zumindest für ein wenig Beruhigung bei Abbendis. Zusammen mit ihr ritten Sir Varimathras, einer der Ritter von Lord Fordring, zwei Priester der Bruderschaft des Lichts welche in ihre roten Roben gehüllt waren und Streitkolben an ihrer Seite trugen, und knapp 25 berittene Männer, vier davon waren Ritter welche Lord Fordring dienten, der Rest bestand aus Söldnern denen man Pferde besorgt hatte. Abbendis blickte nach links und nickte zu einem Hügel der sich am Wegesrand erhob.
    „Hinter diesem Hügel müsste das Lager sein wo wir Lord Eldrik treffen sollten. Ich hoffe seine Männer sind bereit zum Abmarsch, ich will hier nicht so viel Zeit verschwenden.“ Varimathras rief einen Befehl und die Reiter wandten sich nach rechts um den Hügel zu erklimmen, Abbendis fiel zurück und reihte sich neben den Priestern ein. Sir Allistair, einer der Ritter von Lord Fordring, war als erster auf dem Hügel. Er war auch der erste der starb, eine Axt bohrte sich durch seinen Brustpanzer und warf ihn von seinem Pferd. Keine drei Sekunden später war Abbendis auf dem Hügel und sah den Mann welcher die Axt geworfen hatte. Der Übeltäter war knapp zwei Meter groß, trug lederne Hosen und Stiefel und hatte ein Kettenhemd ohne Ärmel angelegt, äußerst seltsam, Abbendis wusste von niemandem der solche Rüstungen benutzte. Der Mann trug keinen Helm, hatte eine Glatze und eine leuchtend blaue Tätowierung auf der Stirn die eine Art Komet darstellte. Er brüllte laut, zog eine weitere Axt und verstummte als ihn ein Bolzen im Kopf traf, einer der Söldner hatte schnell reagiert und dem Barbaren mit seiner Armbrust ein Ende gesetzt. Nun fiel Abbendis' Blick den Hügel hinab in ein kleines Tal wo einst das Lager von Lord Eldrik war. Das gelbliche Gras dort unten war getränkt vom Blut und es wimmelte von brennenden Zelten. Überall lagen Leichen von Soldaten in den Farben Belundas, aber auch einige Barbaren und, wie Abbendis unschwer erkennen konnte, auch einige Dämonen. In der Mitte des Lagers waren vielleicht 100 Mann, die Überreste von Lord Eldriks Truppen, und kämpften gegen einen Feind der ihnen zahlenmäßig fast zwei zu eins überlegen war. Abbendis traf schnell eine Entscheidung, sie riss ihr Schwert in die Höhe und gab den Befehl zum Angriff. Die verbliebenen Kreuzfahrer ritten hinter ihr den Hügel hinab, direkt auf die Reihen des Feindes zu. Abbendis' Plan war simpel, durch die Linien des Feindes brechen und zu den Überlebenden gelangen, danach würde man zusammen mit diesen die restlichen Feinde niedermachen. Idealerweise war der Feind schon tot bevor die Kreuzfahrer ihre Verbündeten erreichten. In diesem Moment wünschte sich Abbendis das sie bereits ihre neue Rüstung angelegt und nicht darauf bestanden hätte damit zu warten bis Christine zurückkehrte. Ihre alte Rüstung war zwar gut, aber auch schon recht angeschlagen durch die vergangenen Begegnungen mit Dämonen und Banditen.


    Der erste Feind der sich Abbendis entgegenstellte war ein großer und kräftiger Mann mit einem rostigen Schwert in der Hand. Bei weitem nicht kräftig genug um ein Schlachtross Belundas in voller Rüstung aufzuhalten, er wurde einfach in den Boden getrampelt. Den Barbaren welcher hinter ihm stand enthauptete Abbendis während sie an ihm vorbei ritt. Ein dritter Feind starb mit gespaltetem Schädel, einem vierten wurde der Hals aufgeschlitzt. Dem fünften Feind hackte sie den Arm ab, dieser ignorierte das jedoch und packte mit der linken Hand ihren Schwertarm. Zwar wurde er von Sir Varimathras getötet, brachte Abbendis damit jedoch aus der Balance was dazu führte dass sie den nächsten Feind nicht sah. Dieser knallte ihr ein Schwert gegen die Brustplatte. Zwar konnte die Klinge ihn nicht durchdringen, die Wucht warf Abbendis jedoch aus dem Sattel. Sie rollte sich zur Seite hin ab und kam mühsam auf die Beine. Der Großteil ihrer Männer ritt weiter, lediglich Sir Varimathras und einer der Priester kamen zu ihr geeilt. Der Priester bot ihr sein Hand an und es gelang ihm tatsächlich sie hinter sich in den Sattel zu ziehen. Leider hatten sie zu lange gebraucht. Eine Wurfaxt traf Varimathras' Pferd am Kopf woraufhin das Tier zu Boden fiel, zusammen mit dem Ritter. Das Pferd des Priesters wurde von einem Feuerschwall erfasst. Abbendis und der Priester blieben nur deshalb verschont weil sie sich im letzten Moment vom Pferd fallen ließen. Erneut rappelte sich Abbendis auf und sah sich um. Neben ihr standen Varimathras und der Priester, der Rest ihrer Soldaten war voraus geritten und weit davon entfernt ihnen helfen zu können. Abbendis hatte außerdem einige Schwierigkeiten zu atmen, der Schlag mit dem Schwert schien ihre Rüstung eingedrückt zu haben und diese presste nun ziemlich hart gegen ihren Brustkorb. Außerdem waren die drei von einem halben Dutzend Feinden umzingelt. Fünf Barbaren und ein Dämon. Dieser war anders als die Kreaturen welche Christine 'Horrors' nannte und gegen die Abbendis schon oft gekämpft hatte. Diese Kreatur hatte eine Art Schnabel und keine Beine, die Kreatur schien einfach zu schweben. Aus ihrem Körper wuchsen außerdem zwei Arme welche ebenfalls Schnäbel an Stelle von Händen hatten, und in diesen loderte das tödliche Feuer welches sie und den Priester vom Pferd geholt hatte. Die Barbaren sprangen vorwärts und gingen auf die kleine Gruppe los, der Dämon wartete. Varimathras begegnete den ersten beiden Barbaren mit erhobenem Schwert und Schild. Er blockierte den Schlag des ersten Feindes und stach sein Schwert in den nackten Brustkorb des zweiten. Dann drängte er den anderen Feind zurück und... schrie auf als in ein weiterer Barbar mit seinem Speer den Oberschenkel durchbohrte. Abbendis entledigte sich ihres Gegners während der Priester seinen mit drei Hieben seines Streitkolbens tötete, die Bruderschaft mag eine religiöse Organisation sein, doch ihre Mitglieder konnten kämpfen. Abbendis hatte mit einigen von ihnen gesprochen und einige Dinge herausgefunden. Die Männer meinten es sei ihre heilige Mission gegen die Dämonen zu kämpfen, dass sie immer wussten dass diese Kreaturen eines Tages aufkreuzen würden. Außerdem beteten sie eine Gestalt an die sie A'dal nannten. Dies war ein uraltes Wort, es stammte noch von den ursprünglichen Bewohnern dieser Insel, lange bevor die Vanidaren oder gar Christen hier herrschten. Die simple Übersetzung dieses Wortes war einfach 'Licht'. Und sie hatten ein Geheimnis, ein Geheimnis welches sie nicht einmal der Priesterin Christine verraten hatten. Die Bruderschaft betete zum Licht, und das Licht erhörte ihre Gebete.


    Bruder Antios wandte seinen Blick von dem verletzten Ritter ab der sich mühsam zweier Gegner erwehrte, Abbendis würde dem Mann schon helfen, er selber hatte eine weit wichtigere Aufgabe. Er blickte direkt zu dem Dämonen welcher vor ihm stand und aus einem seiner Hände einen Feuerstrahl auf den Priester schoss. Dieser warf sich zur Seite, rollte sich ab und entging somit dem zweiten Flammenstoß. Schnell erhob sich der Priester und ging auf den Dämon zu während er ein Gebet sprach, ein Gebet so alt wie Almodozasra selbst, übersetzt aus der uralten Sprache der Völker die es einst benutzten.
    „A'dal, Vater der Menschheit, erhöre mich! Ich bin eines deiner Kinder, ich befinde mich in tiefster Dunkelheit und benötige deine Hilfe! A'dal, Vater der Menschheit, erhöre mich! Vor mir liegen die Ausgeburten der Finsternis, die welche dein Licht verschlingen wollen! Hilf mir, A'dal, hilf mir und reinige diese Welt von diesen Ausgeburten des Finsternis! Reinige sie, vernichte sie! Vernichte sie damit deine Kinder wieder ruhig schlafen können!“ Antios merkte wie seine Worte Wirkung erzielten, der eben noch so aggressive und siegessichere Dämon schwebte plötzlich unsicher zurück, weg vom Priester. Dieser merkte wie ihm Blut aus Nase, Augen und Ohren lief. A'dal mochte zwar der Vater der Menschheit sein, aber er konnte auch nicht jedem beliebigen seiner Kinder zuhören, es brauchte Auserwählte um seine Macht zu erwecken. Und von diesen gab es nur zwei Dutzend in ganz Almodozasra, namentlich bekannt als die Bruderschaft des Lichts. Und selbst wenn der Allvater ein Gebet erhörte konnte er noch immer nicht seine Kraft entfalten, die Finsternis in dieser Welt war groß, weit vorangeschritten. Es brauchte Kraft um die göttlichen Kräfte des Allvaters zu manifestieren. Und was Antios von ihm verlangte kostete viel Energie. Der Priester merkte wie ihm nun auch Blut aus dem Mund lief und er sank auf die Knie. Seine Gedanken schweiften ab, zu dieser Priesterin Christine. Sie behauptete selber eine Art Gebet nutzen zu können. Ihrer Beschreibung nach funktionierte dies jedoch ohne Nebenwirkung für den betenden. Antios zweifelte an ihrer Geschichte, viele seiner Brüder auch. Aber was wenn es stimmte? Was wenn diese Frau nicht nur eine Priesterin war? Was wenn sie gar eine Auserwählte von A'dal war? Wenn dies wirklich der Fall war könnte doch noch die Möglichkeit bestehen diese Welt zu retten. Antios blickte zum Himmel empor. Ein Dutzend goldene Strahlen fuhren aus dem Himmel auf die Erde herab, Antios folgte einem von ihnen mit dem Blick. Er bohrte sich durch den Schnabel des Dämonen vor ihm und tötete ihn auf der Stelle. Antios lächelte. Er lächelte auch dann noch als sein toter Körper vornüber in das blutige Gras fiel. Es hatte ihn das Leben gekostet, aber mit seinem Gebet hatte Antios über ein Dutzend Dämonen erschlagen.


    Abbendis enthauptete den Barbaren mit dem Speer während Varimathras den letzten regelrecht in Stücke hackte. Plötzlich fuhren gleißende Lichtstrahlen vom Himmel herab. Abbendis sah sich um und staunte. Vor ihren Augen fiel einer der Priester auf den Boden, mit einem Lächeln auf den Lippen. Gleichzeitig bemerkte sie dass der Dämon welcher eigentlich hier sein sollte tot war, durchbohrt von einer Lanze aus Licht welche sich langsam auflöste. Von der Mitte des Lagers her ertönten Jubelrufe. Abbendis stütze den verwundeten Ritter und gemeinsam begaben sie sich zu den Überlebenden. Sie fanden noch ein wenig mehr als vier Dutzend Männer vor, dazu kamen noch ein Dutzend der Reiter die Abbendis gefolgt waren, außer Varimathras war keiner der Ritter mehr am Leben. Die restlichen Dämonen waren durch die Lichtlanzen getötet worden, die Barbaren wurden allesamt erschlagen. Der zweite Priester der Bruderschaft war ebenfalls tot, erschlagen von einem Barbaren. Abbendis wandte sich an einen der Soldaten.
    „Wo ist Lord Eldrik? Und wie konnte dass hier passieren?“ Der Soldat sah ziemlich erschöpft und durcheinander aus, nichts desto Trotz antwortete er
    „Lord Eldrik ist tot, gefallen im Kampf gegen diese Bestien hier. Wir hatten unser Lager aufgeschlagen und mehrere Stunden auf euch gewartet als auf den Hügeln ringsum diese Krieger und... Monster auftauchten. Sie hatten die Wachposten niedergemacht und uns überrascht. Viele Zelte brannten bevor wir etwas unternehmen konnten, dann stürmten sie auf uns zu. Es war ein brutaler Kampf, viele von uns sind gefallen, wie ihr ja sehen könnt. Wenn ihr nicht gewesen wärt hätten wir das nicht überlebt.“ Abbendis nickte, fühlte jedoch wie sich in ihr Wut breitmachte. Sie war gekommen um 300 neue Krieger für den Kreuzzug zu holen. Stattdessen würde sie nicht einmal mit einem Sechstel von ihnen zurückkehren. So konnte das nicht weitergehen. Sie brauchten ein Mittel gegen diese Dämonen, ein Mittel welches den Nutzer nicht sofort umbrachte, dachte sie und blickte in die Ferne wo sie wusste dass die Leiche von Bruder Antios lag. Sie brauchten die Magie oder Gebete des Sigmar, sie brauchten Christine. Abbendis hoffte dass die Priesterin bald zurückkehren würde, ansonsten würde die Sache für den Kreuzzug ziemlich düster enden.


    Woran Sir Abbendis damals natürlich nicht gedacht hatte war was dieser massive Überfall auf die Truppen des Lords eigentlich bedeutete. Zum ersten mal zeigten sich die Dämonen offen und in großer Zahl, sie gingen nicht mehr so heimlich vor wie bisher. Der Gott des Wandels erhob sich und machte sich daran das Land zu erobern, und die Kreuzfahrer waren nicht wirklich bereit sich ihm entgegenzustellen. Noch blieb ihnen Zeit, aber nicht mehr viel. Der Gott des Wandels sammelte die Dämonen aus allen Winkeln Belundas und der Republiken nahe Lordaeron um von dort aus das Herzogtum zu überrennen. Aber damit war unser Problem ja noch nicht am Ende, nein! Es mussten sich ja noch hunderte andere Götter auf unsere schöne, ruhige Welt konzentrieren und ihre Diener senden. Einer dieser Diener hatte zu diesem Zeitpunkt einen eher schlechten Tag, aber seht selbst.


    2105, Jahr der Sonne, Herzogtum Belunda, Fort Herdweiler
    Shion träumte, und was sie träumte gefiel ihr überhaupt nicht. Sie sah den Tod, ihren eigenen Tod. Zwar hatte sie bereits zuvor vage Visionen gehabt, aber dieses mal war alles viel deutlicher. Und das gefiel ihr nicht. In ihrem Traum stand sie auf einem Hügel, unter ihr tobte eine gewaltige Schlacht und an ihrer Seite standen zwei Ritter mit Wappen die ihr seltsam bekannt vorkamen... waren dies nicht die Wappen der Nathrezim, ihrer persönlichen Leibgarde? Warum waren es nur zwei von ihnen? Wo immer sie hinging hatte sie mindestens ein halbes Dutzend dieser Männer und Frauen bei sich. Sie hatte die letzten Wochen genutzt um ganze zehn von ihnen nach Almodozasra zu holen, wieso waren also nur zwei dort? Die Nathrezim waren Dunkelfen aus Naggaroth, rekrutiert aus dem Kult des Slaanesh welcher dort noch immer existierte. Sie waren unglaublich gute Krieger, präzise Armbrustschützen und noch bessere Schwertkämpfer, schneller als irgendein Mensch je sein konnte und zäher als man ihrem Aussehen nach vermuten könnte. Und loyal, zumindest solange ihre Herrin sie zufrieden stellen konnte mit neuen Akten der Brutalität und neuen Einfällen wie man anderen Schmerz zufügen konnte. Shion war gut darin, bei ihr konnten selbst die ältesten Krieger ihrer Leibgarde noch neues lernen. Abgesehen davon wäre niemand so dumm sich gegen sie zu wenden, sie alle wussten das Shion eine viel zu mächtige Magierin war, es war das Risiko einfach nicht wert sie zu verraten. Aber zurück zum Traum. Shion war beunruhigt, zum einen weil in ihrem Traum nur zwei ihrer Wachen anwesend waren, zum anderen weil es auf dem Schlachtfeld unter ihr nur Menschen gab, keine Dämonen. Außerdem war da noch etwas anderes, ein Banner auf dem gegenüberliegendem Hügel kam ihr ebenfalls bekannt vor, es erinnerte an das Wappen der Silberblätter von Vanidarien, aber das war unmöglich. Ihr Tod erwartete sie in einer anderen Welt, nicht in der in welcher sie momentan war. Die Traum-Shion fuhr herum als jemand den Hügel erklomm. Sie schluckte, es war eine Frau. Eine Frau in schwarzer Rüstung, schwarzem Umhang und kurzen, schwarzen Haaren. Neben der Frau standen Männer in seltsamen Rüstungen, fünf von ihnen. Sie hatten es geschafft sich durch die Kultisten bis zu dem Kommandohügel zu metzeln und standen nun der Hexe gegenüber. Shion gab einen Befehl und die Nathrezim stürmten vor, sie kämpften gegen die Ritter in den seltsamen Rüstungen, konnten die Frau jedoch nicht aufhalten als diese an ihnen vorbei stürmte. Traum-Shion stand wie gelähmt da als die Frau auf sie zu rannte. Sie war unbewaffnet, für einen Zauber blieb keine Zeit, sie probierte es dennoch. Sie streckte die Hand aus und schrie vor Schmerz auf als das Schwert der Frau sie durchbohrte. Die Frau zog das Schwert aus der Wunde und trat einen Schritt zurück während sie sah wie Shion zurückwich, schockiert, gelähmt, verängstigt. Sie öffnete den Mund, brachte jedoch kein Wort heraus, nur einen Schwall aus Blut. Die Frau hatte ihr den Brustkorb durchbohrt. In dem Moment in dem ihre Mörderin das Schwert hob um ihr den Kopf abzuschlagen wachte Shion auf und setzte sich ruckartig in ihrem Bett auf.



    Es war bereits der achte Traum in genau so vielen Tagen gewesen. Jeder Traum spielte sich anders ab, es gab nur drei konstante Dinge in ihren Träumen. Erstens, sie starb. Zweitens, es war eine in schwarz gerüstete Frau mit kurzen, schwarzen Haaren die Shion tötete. Drittens, jedes mal tobte eine Schlacht und Shion war am Rande eben jener. Es trieb Shion langsam aber sicher in den Wahnsinn, jede Nacht sah sie ihren Tod und je mehr sie sah desto sicherer war sie dass es auch eintreffen würde. War dies die Rache des Tzeentch? Schickte er ihr diese Visionen um sie dafür zu bestrafen dass sie ihn verraten hatte? Falls ja war es eine äußerst effektive Art der Bestrafung. Shion stand auf, wusch sich und zog ihre Robe an ehe sie aus ihrem Zimmer ging. Vor der Tür warteten bereits ihre Nathrezim auf sie. Alle trugen schwarze, stachelige Rüstungen und Helme mit schwarzen Federbüschen. Auf dem Rücken hatten sie eine Armbrust und an ihrer Hüfte einen Köcher mit Bolzen, dazu noch ein Schwert. Sie verbeugten sich vor Shion und nahmen dann stumm ihre Plätze an Shions Seite ein. Diese begab sich auf direktem Wege in die unterirdischen Teile von Fort Herdweiler. Shion war äußerst erfreut gewesen als sie entdeckte dass die Vorbesitzer der Festung bereits eine Folterkammer unter der Erde errichtet hatten, das ersparte ihr einige Zeit. Die Jägerinnen des Slaanesh wurden regelmäßig aus der Festung entsandt um die umliegenden Dörfer und Gehöfte zu überfallen und Gefangene nach Herdweiler zu bringen. Hier wurden sie eingesperrt, entweder als Futter für die Dämonen oder um später als 'Schmerzquelle' für Shions Magie zu dienen, daher war sie äußerst dankbar für die Folterkammer, welche außerdem recht gut ausgerüstet war. In den letzten zwei Wochen war es ihr gelungen ihre Nathrezim zu rufen, zusätzlich zu einer weiteren Slaaneshbestie, drei Dutzend Dämonetten und fünf weiteren Jägerinnen. Das Portal war schwach, erfüllte jedoch seinen Zweck. Es war jedoch nicht genug. Shion hatte es gespürt, ein mächtiger Diener des Tzeentch hatte diese Welt betreten, ein Diener von dem sie glaubte dass sie ihn kannte, allerdings war sie sich nicht sicher. Wie dem auch sei, es war dringender als jemals zuvor ein großes, stabiles Portal zu finden, am besten eines mit vielen Menschen in der Nähe die geopfert werden konnten. Wenn sie so etwas finden könnte wäre es gut möglich dass sie einen der mächtigeren Dämonen beschwören könnte. Zwar war ihre Herrin äußerst mächtig, aber sie war auch in der Unterzahl. Wünschen und hoffen half jedoch nicht und daher musste sich Shion mit dem begnügen dass sie hatte, und das war ein schwaches Portal und ein paar Dutzend Menschen aus denen sie Kraft ziehen konnte. Als sie die Folterkammer betrat waren einige Kultisten bereits eifrig dabei einen der Gefangenen auf das Ritual... vorzubereiten. Shion seufzte genervt, es gefiel ihr nicht dass ihre einzige Aufgabe darin bestand Nachschub aus dem Warp zu holen. Aber sie hatte keine Wahl. Shion schloss die Augen und konzentrierte sich, dann begann sie mit ihrem Singsang während hinter ihr der Gefangene anfing zu schreien.


    Hatte ich bereits erwähnt dass unsere Welt Probleme hatte? Und mit Probleme meine ich richtig große Probleme, so groß wie halt nur eine Invasion von streitlustigen und blutgierigen Dämonen sein konnte. In den Republiken bekamen wir davon freilich nichts mit, meine größte Sorge galt zu diesem Zeitpunkt Nurc und die Frage die ich mir stellte war 'Wie komme ich da lebend rein und wieder raus?' Die erste Antwort die mir einfiel lautete 'Gar nicht.' und eine bessere konnte ich nicht wirklich finden, egal wie sehr ich darüber nachdachte. Haruhi nahm das ganze recht locker, wie immer eigentlich. Allerdings hatte sie nach zwei Wochen in denen wir uns langsam durch das Gebirge nahe Nurc quälten äußerst schlechte Laune. Doch nun war es endlich soweit, wir waren vielleicht noch einen Tag von Nurc entfernt, in der Ferne konnte man die Stadt bereits sehen die ruhig an der Küste lag, fast schon zu ruhig. An diesem Abend war die Stimmung am Lagerfeuer gemischt. Selbst Lady Asahina und Lady Tsuruya, ja sogar Koizumi schienen ziemlich nervös zu sein da wir uns der Stadt der Attentätergilde näherten. Gut, bei Koizumi kann man es nie sehen ob er nervös ist oder nicht, aber ich sage einfach mal er war es, er musste es einfach sein! Ansonsten wäre er noch verrückter als ich dachte. Yuki schien das ganze eher nicht zu interessieren, Mampfi war glücklich solange er etwas zu fressen hatte und Haruhi... nun ja, es ist halt Haruhi. Sie legte eine Euphorie an den Tag wie ich sie damals seit Wochen nicht mehr gesehen hatte. Ja, ja. Sie war wirklich ganz versessen darauf uns in unser Verderben zu reiten. Und natürlich kam es am nächsten Morgen auch direkt dazu, gerade ist die Sonne aufgegangen und schon reiten wir mitten in die gefährlichste Stadt der Republiken, vielleicht sogar Almodozasras.


    2105. Jahr der Sonne, Republik Linistien, Nurc
    Nurc war bei weitem nicht so wie Kyon es sich vorgestellt hatte. Er war nie hier gewesen und in den anderen Republiken sprach man nicht viel von der Stadt der Mörder. Kyon hatte immer gedacht bei Nurc handle es sich um eine kleine Ansammlung heruntergekommener Häuser hinter einer kleinen Palisade. Weit gefehlt. Bereits aus weiter Entfernung konnte man die großen Steinmauern der Stadt sehen und überall prangten die Banner der Linda, eine schwarze Kobra auf gelb-rotem Hintergrund. Vor den Toren der Stadt gab es keine Ansammlung von Menschen wie vor Gurilia, die meisten Menschen mieden die Stadt und es gab daher nur wenige Besucher. Trotz allem stand ein halbes Dutzend Männer am Tor und kontrollierte jeden der in die Stadt wollte. Nurc war die Heimat der Attentätergilde und sie mochten keine Konkurrenten, daher wurde jeder doppelt und dreifach überprüft. War er ein gewöhnlicher Bürger gewährte man ihm Einlass, war er ein Auftragsmörder der nicht für die Gilde arbeitete gab man ihm eine Stunde sich bei der Gilde zu melden bevor diese die Jagd auf ihn eröffnen würde. Trotzdem war Nurc eine vergleichsweise ruhige Stadt. Es gab zwar jeden Monat mindestens sieben Tote zu beklagen, dafür hielt sich die Kriminalität in Nurc in Grenzen, besser gesagt sie existierte nicht. Denn wer auch immer Ärger machte musste mit sofortigem, und meistens tödlichem, Besuch von der Gilde rechnen. Niemand sollte behaupten dass die Gilde sich ihre Sonderrechte in den Republiken nicht verdiente. Natürlich gab es auch einige Probleme mit der Gilde, nicht immer hielten sich alle Mitglieder an die Abmachungen. In so einem Fall musste die Stadtgarde einspringen. Die Stadtgarde bestand aus den Elitesoldaten der Häuser Linda, Rist und Thule. Selbst Aratarn Silberblatt, der mit Abstand erfahrenste Kämpfer in den Republiken, musste zugeben dass diese Männer es ohne Probleme mit den Berufssoldaten von Reichsteilen wie Belunda oder Synkrien aufnehmen konnten. Sie alle trugen Wappenröcke in den Farben der Linda, mit einem kleinen Wappen mitten auf der Brust welches ihr Haus symbolisierte. Sie alle waren mit Kettenhemd, Speer, Schild und Schwert ausgerüstet, als Helm diente ihnen ein Barbuta. Außerdem hatte jeder von ihnen mindestens zwei Dolche irgendwo versteckt und kannte wohl mehr schmutzige Tricks als die Männer von Bulldoz, und das sollte etwas heißen. Als Kyons Gruppe an der Reihe war rechnete er schon halb damit von den Wachen einfach niedergemacht zu werden, die Lindas waren nicht gut auf Vanidarien zu sprechen seit ein Fürst des Herzogtums der Gilde vor einigen Jahren mehrere lukrative Angebote weggeschnappt hatte. Aber nein, sie wurden nur gründlich kontrolliert und dann durchgewunken. Alle warfen seltsame Blicke auf Haruhi, oder besser gesagt auf ihr Pferd. Verständlich, wann sah man schon einmal einen Bergbären der friedlich auf dem Kopf eines Pferdes döst? Bessere Frage, wann sieht man jemals einen Bergbären?



    Die Stadt selbst entsprach schon eher Kyons Erwartungen, überall standen kleine, heruntergekommene Häuser und abgerissene Gestalten durchstreiften die Straßen, hielten sich jedoch von der großen, bewaffneten Gruppe fern um nach leichteren Zielen Ausschau zu halten. Meistens waren diese Ziele andere abgerissene Gestalten. Es gab jedoch ein paar Gebäude die sich von dem ganzen abhoben, alle standen in den Vierteln der Adelshäuser. Die Linda hatten sogar einen Burgfried errichten lassen, er stand mitten auf einem Hügel im Westen der Stadt, nahe dem Hafen. Dies war auch der einzige Hafen der Republiken und war eigentlich nur für den Handel gedacht, in den letzten 500 Jahren liefen gerade einmal 20 Kriegsschiffe aus dem Hafen von Nurc aus, sieben davon gehörten den Republiken. Nein, die Republiken waren bei weitem keine Seemacht.
    „Wo sollen wir uns hier eine Unterkunft besorgen? Mir gefällt die ganze Sache überhaupt nicht.“ murrte einer der königlichen Soldaten. Haruhi sah ihn nicht einmal an als sie antwortete
    „Natürlich im Viertel der Linda, wo denn sonst?“
    „Du glaubst auch wirklich dass du das schlauste Mädchen der Welt bist, oder?“ fauchte der Soldat und wurde daraufhin von sämtlichen Vanidaren wütend angefunkelt und angeknurrt, obwohl letzteres eher auf den mittlerweile erwachten Mampfi zurückzuführen ist.
    „Natürlich, ich bin immerhin die Tochter einer Göttin, da muss ich ja wohl alles wissen, oder? Und jetzt sei still, du nervst.“ bevor der Soldat etwas sagen erhob Yuki das Wort
    „Viertel der Linda ist eine gute Idee. Bessere Gasthäuser. Einige gehören der Gilde, für kleinen Aufschlag auf den Übernachtungspreis kriegt man den Schutz der Attentäter.“ woher Yuki das wusste interessierte niemanden, alle interessierten sich lediglich dafür dass man dort vor der Gilde in Sicherheit wäre. Gut, für Haruhi war der Fakt dass das Gasthaus einem Mörder gehörte weit interessanter. Es dauerte eine gute Stunde bis die Gruppe ein vielversprechendes Gasthaus erreichte, es gehörte einem recht bekannten Mörder der Gilde und sah sogar recht ordentlich aus, beinahe so luxuriös wie die Gasthäuser in Benjii und Gurilia.


    Ja, wir hatten unser Gasthaus gefunden. Ich war recht überrascht als ich herausfand dass die Wirtin eine recht nette, junge Frau aus dem Hause Thule war. Sie empfing uns ganz herzlich und ließ sofort genug Zimmer für alle einrichten. Lady Asahina musste zwar ein kleines Vermögen für alle bezahlen, aber immerhin wären wir so vor der Gilde sicher. Was außer Haruhi und Asahina niemand wusste war der Fakt dass nur die Vanidaren, Lady Asahina, Lady Tsuruya, Mampfi und meine Wenigkeit versichert wurden. Für Bulldoz' Männer und die Königlichen wollte Haruhi kein Gold verschwenden. Besser gesagt, sie wollte kein Gold der Mimir verschwenden. Somit saßen wir also in einem Gasthaus welches einem Mörder gehörte, mitten in der Stadt der Mörder und hatten einen schönen Abend. Nun gut, so schön wie ein Abend sein konnte wenn man die ganze Zeit befürchten musste vergiftet zu werden...

    Öhm, ja. Es wurde gewarnt dass diverse Universen ihren Einfluss auf die Geschichte haben könnten :D
    Der Kreuzzug ist einfach toll, deswegen ist er hier vertreten. Mehr brauchst du auch nicht zu wissen, Vani^^

    Vielen Dank für das Feedback. God is a Girl ist mittlerweile auch eigentlich kein AAR mehr da kaum auf das Spiel eingegangen bzw überhaupt nicht gespielt wird, daher haben ich und Vanidar uns entschlossen es einfach einen Best of Anime Report zu nennen :D


    Andere AAR's müsste ich erstmal gucken, habe in anderen Foren noch ein paar Dinger laufen, aber eher weniger AAR's. Habe vor längerer Zeit aber schonmal darüber nachgedacht einen AAR über die Warhammer Mod von Medieval zu schreiben, mal sehen ob es noch was wird ^^

    Tjóin und Ónin


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    Die Hauptstadt der Hochelben ist gefallen


    Es waren einige Monate seit der großen Schlacht im Gebirgspass vergangen und einiges hatte sich getan. Gimlis stieß aus dem Westen mit einer recht großen Streitmacht vor und traf nur auf unbesetzte Städte und Burgen der Orks. Diese schienen nach der Niederlage gegen die Zwerge alles in den Süden gegen Eriador geworfen zu haben und daher war es ein leichtes sie aus dem Westen zu drängen. Vor einer Woche kam Gimli zusammen mit Ónin und einigen Axtkämpfern nach Gundabad wo sich der König mit Tjóin, Balin und einem Boten der Hochelben traf. Gimli betrat gerade die Versammlungshalle und setzte sich auf seinen Platz als der König das Wort erhob: "Meine Freunde, die Situation verschlechtert sich zunehmend. Die Orks des Nebelgebirges haben Bruchtal erobert..." die Generäle im Raum flüsterten während der Bote der Elben zu Boden sah "Ja, Bruchtal ist gefallen und... Lord Elrond mit der Stadt. Im Süden haben die Waldelben aus Lorien Moria angegriffen und damit etwas geweckt dass eigentlich nie hätte geweckt werden dürfen." "Balrog!" zischte Tjóin und schlug seine gepanzerte Faust auf den Tisch in der Mitte des Raums. "Diese verfluchten Spitzohren, nichts für ungut Herr Elb. Was haben die sich gedacht? Sie wussten was dort lauert, Lady Galadriel muss es gewusst haben!" "Beruhige dich, mein Freund." sagte König Dáin mit ruhiger Stimme. "Das Heer der Elben wurde geschlagen und hat sich zurückgezogen. Das Heer der Orks hingegen... es hat sich gen Norden gewandt." "Gundabad?" "So ist es, das Heer der Orks wird unter der Führung eines halbwegs intelligenten Orks namens Radgaz mit dem Balrog gegen Gundabad marschieren." Schweigen machte sich im Raum breit. Dann erhob Balin das Wort "Wir können es uns nicht leisten Zeit dafür zu verwenden die letzten Orks in Angmar auszumerzen, die Verstärkung aus dem Erebor sollte bald hier sein. Wir sollten so viele Zwerge wie möglich sammeln und dann nach Süden vorstoßen." "Ich sehe es genauso, Balin. Du wirst mit den wenigen Kriegern die wir entbehren können den Norden sichern, ich vertraue dir alter Freund." "Danke, eure Hoheit, ich werde euch nicht enttäuschen, Kein Ork wird jemals seinen Fuß in Litash oder Gunbadab setzen solange ich hier weile!" "Tjóin, Gimli, Lofar. Ihr werdet mich und die Soldaten in den Süden begleiten, wir werden so viele gute Krieger brauchen wie wir kriegen können." Somit war es entschieden, das Heer der Zwerge sammelte sich und rückte gen Süden vor...


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/64%20Das%20Heer%20des%20Dain.jpg]
    Das größte Zwergenheer welches je in diesem AAR existierte!


    Das mächtige Heer der Zwerge marschierte Tag und Nacht um den Orks entgegenzutreten. Die Nebelberge waren erfüllt von dem Geschepper welches beinahe 2.000 gepanzerte Stiefel erzeugten, der König hatte sämtliche Eiserne, Axtkrieger und Hellebardiere zusammengezogen die er finden konnte. Hinzu kamen knapp 600 Axtwerfer und 150 Armbrustschützen. Ónins Brust schwoll an vor Stolz, er war dem Trupp seines Vaters zugeteilt worden. Er würde zusammen mit ihm an der Seite des Königs kämpfen und gemeinsam würden sie die Orks vernichten. Ein Horn ertönte und die Zwerge sahen sich um. In einiger Entfernung konnten sie eine große Holzburg erkennen die von einer Palisade geschützt wurde. Tausende dunkle Gestalten drängten sich durch ein kleines Tor in die Burg, die Orks schienen sie entdeckt zu haben und entschieden sich scheinbar dafür nicht auf offenem Felde gegen die Zwerge zu kämpfen, eine gute Entscheidung. Doch auch das sollte sie nicht retten. Vier Tage später erreichten die Zwerge die Burg und sahen sofort dass es keine Herausforderung sein würde diese zu stürmen. Als Vorsichtsmaßnahme hatte man im Tross einige Rammböcke mitgeführt, drei haben die Reise über die Berge nicht überstanden doch sie brauchten auch nur einen. Und so begab sich das Heer der Zwerge in Aufstellung.


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    Die Aufstellung der Zwerge


    Die rechte Flanke stand unter dem Kommando von Gimli. Zusammen mit ihm standen die Axtkämpfer welche er aus dem Westen mit sich gebracht hätte, außerdem die Axtwerfer und Schützen der Zwerge. Die linke Flanke stand unterstand Lofar der dort den Großteil der Zwergenstreitmacht hatte, gute 1.000 Krieger und ein Trupp Hellebardiere. Im Zentrum standen zusammen mit König Dáin und Tjóin die absolute Elite der Zwerge. 250 Eiserne und 250 Axtkrieger aus Erebor. Ein Trupp der Eisernen im Zentrum stellte sich an den Rammbock und machte sich bereit. Der König hielt indessen eine Rede "Männer, wir sind hier um zu gewinnen. Dies, ist das beste und das letzte was uns die Orks des Nebelgebirges entgegenwerfen können. Sobald diese Burg fällt und mit ihr die Orks wird uns der Weg nach Moria offen liegen! Niemand kann sich uns in den Weg stellen, wir werden über die Reihen der Orks hereinbrechen wie eine Lawine aus Stahl! Und nun, Vorwärts, zum Sieg!" Die Soldaten johlten so laut sie konnten und das Heer setzte sich in Bewegung. Hunderte Pfeile flogen auf das Heer der Zwerge zu als sie sich der Palisade näherten, doch richteten diese kaum Schaden an. Allerdings erwiderten nun die Armbrustschützen das Feuer und fällten Dutzende Orks bevor ihnen die Bolzen ausgingen. Nach einigen wenigen Hieben brach das Tor der Burg und die Eisernen bewegten den Rammbock zur Seite um danach das Loch mit ihren Äxten zu vergrößern. Doch dazu kam es nicht. Ein infernalisches Gebrüll ertönte und das Tor flog aus den Angeln wodurch einige Eiserne meterweit nach hinten geschleudert wurden. Aus dem Tor stürmten nun Trolle, ganze zwei Dutzend Gebirgstrolle gefolgt von einigen hundert Orks. Der König fluchte, eigentlich sollten die Eisernen das Tor öffnen um dann die Axtwerfer den Feind dezimieren zu lassen, jetzt blieb ihm nur eine Option. "Zum Angriff! Zwerge, werft euch in den Kampf!" Jubel ertönte und an die 3.000 Zwerge stürmte vor um den Feind zurückzudrängen. Als erstes waren der König und seine Leibwachen beim Feind. Ein Troll schlug mit seiner Keule und erwischte einen Eisernen an der Brust der weit hinter die eigenen Reihen flog und liegen blieb. Ein anderer Troll schlug zu und zertrümmerte drei Zwergenschädel mit einem Hieb. Dann war die Verstärkung da. Tjóin duckte sich unter der Keule eines Trolles weg der dafür einem Ork den Kopf abschlug. Tjóin schlug mit seiner Axt zu und trennte dem Troll drei Zehen ab woraufhin die Kreatur aufheulte und stolperte. Der Zwerg hackte noch dreimal mit seiner Axt gegen die Kniekehle des Trolls welche schließlich zertrennt wurde und den Troll in die Knie zwang. Die Kreatur griff nach Tjóin woraufhin er ihr einen Finger abtrennte. Jedoch schaffte es der Troll ihm die Faust gegen die Brust zu knallen wodurch er auf den Rücken fiel. Tjóin war schwindlig während er verzweifelt versuchte sich aufzurichten und dabei der Keule des Trolls auswich. In diesem Moment schwang sich Gimli zusammen mit Ónin auf den Rücken des Monsters und die beiden begannen auf den Hals der Kreatur einzuhacken. Scließlich wurde der Kopf abgetrennt und der Troll sank zusammen.


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/69%20K%C3%A4mpfe%20in%20der%20Burg.png]
    Die Kämpfe setzen sich in der Burg fort


    Nachdem die letzten Trolle auch noch nieder gerungen wurden zogen sich die verbliebenen Orks in die Burg zurück, doch die Zwerge gaben ihnen keine Ruhe und stürmten nach. Es folgte ein Kampf der mehrere Stunden anzuhalten schien. Ein Zwerg nach dem anderen fiel unter den Schwertern und Speeren der Orks, doch jeder nahm mindestens sieben Orks mit in den Tod. Schließlich schafften es die Zwerge sich zum General der Orks vorzukämpfen, zu diesem Zeitpunkt war bereits ein Fünftel der Zwerge gefallen, jedoch hatten sie doppelt so viele Orks in den Tod geschickt. Tjóin trat dem Ork höchstpersönlich gegenüber und griff an. Der Ork hob sein Schwert und blockierte die Axt, wich jedoch unter der Wucht des Hiebes zurück. Der zweite Hieb schlug dem Ork den Helm vom Kopf, jedoch überlebte der Feind diesen Schlag. Überraschenderweise ging nun Radgaz selbst zum Angriff über, der Leibwächter des Königs parierte die Hiebe und wich zurück. Plötzlich stieß er gegen einen Felsen und stolperte nach hinten. Radgaz nutzte die Chance und schlug nach dem Zwerg. Das Schwert wurde mit solcher Wucht geführt dass es glatt durch die linke Schulter des Leibwächters kam. Tjóin schrie vor Wut und zog den Feind näher ran und verpasste ihm eine Kopfnuss. Der Helm den er trug zerschlug die Nase des Orks zu einem blutenden Klumpen, dann trennte die Axt den Kopf von den Schultern der Kreatur.


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    Der Ork ist tot!


    Die letzten überlebenden Orks wurden zum Zentrum der Burg zurückgedrängt und alles sah so aus als wäre der Kampf vorbei. Da ertönte ein Brüllen und der Himmel schien sich zu verdunkeln. Als Tjóin, der von drei Zwergen gestützt wurde, den Kopf hob sah er auch weshalb. Der Balrog! Er stand auf dem Dach der kleinen Holzburg und breitete seine Flügel aus welche die Sonne verdunkelten. Dann stieß er sich ab und landete mit einem Krachen in der Frontreihe der Zwerge wo er schon bei seiner Landung ein halbes Dutzend unter seinen Füßen zerquetschte. Und erstmals schien ein Anflug von Panik durch die Reihen der Zwerge zu laufen welche noch vor wenigen Stunden dem Ansturm der Trolle getrotzt hatten. Der König wandte sich um und nickte ihm zu. Dann traten sieben Zwerge nach vorn um sich dem Balrog zu stellen, die sieben besten Kämpfer des Heeres. Lofar, Gimli, König Dáin, Ónin, Tjóin und drei der Eisernen traten dem Balrog gegenüber während der Rest sich gegen die Orks wehrte welche scheinbar neuen Mut fassten. Der Balrog brüllte und schlug nach seinen Gegnern, alle konnten ausweichen bis auf einen der Eisernen der von der Klinge des Balrog in zwei Hälften gespalten wurde, selbst die uralte Rüstung der Zwerge konnte also nicht vor dieser ungeheuren Kraft schützen die der Balrog sein Eigen nannte. Gimli rannte unter den gespreizten Beinen seines Gegners hindurch und trennte den Schweif des Balrogs mit einem gut gezielten Schlag etwa zur Hälfte ab. Die Kreatur brüllte und schlug wild um sich. Lofar und Ónin wurden in die Reihen der anderen Zwerge geworfen und der Balrog schlachtete die Krieger welche sich zu ihm umgedreht hatten zu Dutzenden nieder. Da stürmte Tjóin vor und schlug mit aller Kraft die er noch in seinem rechten Arm hatte gegen das Bein der Kreatur. Die Axt grub sich tief in das Bein des Monsters und blieb stecken. Der Balrog schrie nun erst recht in seinem Schmerz und schlug nach Tjóin. Dieser flog durch die Luft und blieb regungslos am Boden liegen, aus seinem Mund lief ein schmaler Streifen Blut. Plötzlich verkrampfte sich das Bein des Balrog in dem die Axt steckte und er sackte auf die Knie. Dutzende Hellebardiere hielten nun auf ihn zu und hackten mit ihren Waffen auf ihn ein, doch er riss sie zu Dutzenden in den Tod. Schließlich gelang es den Männern dem Balrog die Hände abzutrennen woraufhin dieser versuchte mit seinen Hörnern die Zwerge zu töten, die Flügel der Kreatur waren mittlerweile ebenfalls nicht mehr als blutige Stummel. Nun trat Dáin vor, die Rüstung verbeult von einem Schlag des Balrog und stieß mit seinem Schwert zu. Die Klinge durchbohrte nach einem halben Dutzend Hieben den Hals des Balrog woraufhin der Kopf der Kreatur über den Boden rollte, der größte Feind der Zwerge seit Smaug und Sauron war tot.


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    Der Balrog fällt nach einem langen Kampf


    Ónin stand am Bett neben seinem Vater welches sich in einem der Räume der Orkburg befand. Nach dem Tode des Balrogs wurden die letzten Orks schnell niedergemacht und die Schlacht war gewonnen. Für Tjóin, Krieger der Leibwache des Königs und bester Kämpfer der Eisernen war es jedoch zu spät. Er erlag seinen Wunden noch auf dem Schlachtfeld ohne ein einziges Wort gesagt zu haben. Hier wurde er für seine Beerdigung vorbereitet welche noch am selben Nachmittag stattfinden sollte. Seine Axt wurde Ónin vermacht der diese mit Freuden annahm, genauso wie einen festen Platz unter den Eisernen. Es war ungewiss was die Zukunft nun bringen würde, nur eines war sicher; Die Zwerge würden weiterhin unaufhaltsam gegen die Orks marschieren bis auch der letzte von ihnen erschlagen wurde. Und dabei würden sie die Lieder von den Heldentaten Tjóins singen, besonders ein Lied welches man Tjóins Vermächtnis nennen würde.

    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/72%20Gewonnen%21.png]
    Der Balrog und die Trolle hatten für hohe Verluste gesorgt


    Tjóin



    Tjóin blickte vom kleinen Hügel auf das Heer hinab welches aus Linash abmarschierte. Im Westen hatte sich ein riesiges Orkheer gesammelt, 6.000 Orks davon knapp die Hälfte Snaga. Immerhin gab es keine Trolle, knapp 2.000 dieser Orks zogen in den Süden um Eriador entgegenzutreten, der Rest ging nach Osten um die Zwerge aus Angmar zu jagen. Die Zwerge hatten gerade einmal 800 Krieger in Linash, Verstärkung aus Erebor war jedoch auf dem Weg. 600 der besten Krieger darunter knapp 150 Eiserne, jedoch würden sie zu spät eintreffen. Der König befahl daher dem Heer sich nach Gundabad zurückzuziehen und dort mit der Verstärkung erneut gegen die Orks zu marschieren. Es widerstrebte Tjóin den Kreaturen die Stadt ohne Gegenwehr zu überlassen, doch Befehl war Befehl. Außerdem waren Nachrichten aus dem entfernten Osten eingetroffen, Rhún würde wohl schon bald kapitulieren müssen, denn die Männer aus Thal hatten sie endlich aus Rhovanion vertrieben und in den Süden zurückgedrängt, außerdem wurden ganze 1.000 weitere Zwerge aus Erebor nach Gundabad geschickt um von dort aus gegen Moria zu ziehen. Einen Lichtblick gab es außerdem noch für Tjóin, sein Sohn würde mit Gimli und einigen Kriegern aus dem Westen kommen und sich mit dem Heer des Königs vereinen, danach würden sie die Orks ausrotten.


    Einige Wochen später...
    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/59%20Schlacht%20am%20Pass.png]
    Orks lernen nie aus ihren Fehlern...


    Tjóin blickte noch einmal auf die Aufstellung der Zwerge. Mit der Verstärkung aus Erebor zählten sie ganze 1.400 Mann und standen den Orks gegenüber. Der König hatte entschieden sich im Pass zu verschanzen und auf den Ansturm der Orks zu warten, eine weise Entscheidung. Die linke Flanke sollte von 150 Eisernen, 300 Kriegern und 150 Axtwerfern zusammen mit der Leibgarde des Königs gehalten werden. In der Mitte standen die Ballisten welche von dort ungestört die Orks bombardieren konnten. Die rechte Flanke bestand aus dem Rest des Heeres, 30 Drachenschlächter, 40 Eiserne, 150 Axtkämpfer, 150 Speerträger, 30 Axtwerfer und knapp 90 Krieger unter dem Kommando von Balin und seiner Leibgarde. So begann die Schlacht. Schnell zeigte sich dass die Aufstellung unnötig war, die Orks fielen ausschließlich über die rechte Flanke her und hätten sie wohl spielend durchbrochen, wenn sie nicht bergauf gegen die standfesten Krieger der Zwerge laufen müssten. Der König gab das Signal und die gesamte linke Flanke, mit Ausnahme einiger Eisernen, begab sich auf die andere Seite um gegen die Orks zu kämpfen. Tjóin überlies das Kommando seiner Eisernen seinem Stellvertreter und schloss sich der Leibgarde des Königs an. Während der Großteil der Zwerge versuchte die Linie zu halten beschloss der König ein anderes Manöver durchzuführen.


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/60%20Die%20Schlacht.png]
    Die Schlacht am Berg, bessere Screenshots habe ich leider nicht bekommen da die Kameraführung bei diesem hohen Beg recht dürftig war.


    Die Snaga der Orks flohen bereits nachdem sie einen kurzen Schlagabtausch mit den Zwergen geliefert hatten. Und nun preschte der König mit der Leibgarde und 150 Kriegern in die Flanke der Orks. Tjóin schwang seine Axt und spaltete einem Ork den Schädel, dieser fiel nach hinten und riss mehrere andere dieser Kreaturen mit sich. Ein anderer Ork wurde enthauptet, ein weiterer bekam die Axt in den Rücken. Tjóin kämpfte wie nie zuvor, doch auch die Orks waren ungewöhnlich zäh, dies war nicht der gewöhnliche, schwache Abschaum gegen den sie gekämpft hatten. Dies schienen die besten Krieger der Orks zu sein. Als Tjóin eine kleine Pause hatte sah er zum Zentrum der Kämpfe und ihm kamen beinahe die Tränen, viele Drachenschlächter und Eiserne waren bereits gefallen, alles Kameraden und viele gute Freunde. Der König folgte seinem Blick und gab den Befehl für diese Männer sich zurückzuziehen. Dann preschten er und die Krieger weiter vor. Nach einigen harten Kämpfen hatten sie die Flanke der Orks auseinander genommen und hatten sich mit ihrem Zentrum getroffen. Die Orks wandten sich unterdessen zur Flucht. Tjóin warf einen Blick auf den König und dieser schüttelte den Kopf. Ein Horn ertönte und die Krieger sanken da zusammen wo sie gerade standen, die Schlacht war gewonnen, das letzte große Orkheer war geschlagen!


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/61%20Die%20gewonnene%20Schlacht.png]
    Sieg! Doch die Verluste unter der Elite waren sehr hoch...


    Nur wenig später kam ein Reiter Eriadors, das Orkheer im Süden war vernichtend geschlagen worden und die Menschen der freien Städte würden sich nun gegen die Nebelorks wenden welche die Hochelfen ziemlich zu bedrängen schienen. Der Jubel jedoch hielt nicht lange an, denn der Reiter überbrachte eine weitere Nachricht; im Nebelgebirge, in Moria hatte man den einen Ring gefunden....


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/63%20Der%20Ring.png]
    Der eine Ring, welche Wendung wird die Kampagne wohl nehmen?

    Fín
    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/54%20Aufstellung.png]
    Die Aufstellung vor Mistrand


    Der Kontigent-Führer starrte stur geradeaus auf die Stadt Mistrand, Hauptstadt der Völker der Steppe. Bereits vor einigen Minuten hatten die Ballisten das Feuer auf die hölzernen Tore der Stadt eröffnet. In der Stadt standen knapp 2,200 Menschen gegen ungefähr 1,500 Zwerge, Gloín musste viele Männer zurücklassen um die eroberten Städte zu sichern. Bisher verlief die Kampagne der Zwerge relativ verlustfrei, hier im Osten. Die letzten drei Städte waren so gut wie unbewacht, scheinbar rechnete man nicht mit einem Angriff der Zwerge. Mit dem Fall Mistrands würde sich die Schatzkammer von Rhún rapide leeren und sie würden untergehen. Im Westen hatte Gimli mit einer Streitmacht das Dorf Athilin eingenommen. Fín schreckte aus seinen Gedanken auf als ein Krachen ertönte, gefolgt von einigen Schreien. Ein Bolzen der Balliste hatte das Tor durchschlagen und die Männer welche dahinter standen durchbohrt.


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/55%20Stadt%20unter%20Beschuss.png]
    Das Tor wird durchlöchert


    Es dauerte noch eine Weile, doch dann war das Tor so beschädigt dass es beim nächsten Treffer aus den Angeln sprang. Sofort ertönten die Befehle und alle marschierten los um ihre Position einzunehmen. Fíns Kontigent bestand nur noch aus vier Schwertkämpfer-Kompanien, die Armbrustschützen musste er in Kelepar lassen um die Stadt zu sichern. Die Ballisten wurden mehrere Meter nach vorn geschoben und nahmen von dort den Beschuss auf die Bogenschützen der Menschen auf. Fín und seine Männer waren die ersten in der Stadt, dicht gefolgt von Gloín und dessen Leibwache, dann kamen die Axt- und Hellebardenkämpfer. Die Männer des Ostens waren schwach gepanzert und führten seltsam gebogenen Klingen. Fín schnaubte und stieß dem ersten sein Kurzschwert in den Leib, die großen Schwerter der Menschen waren nicht dazu geeignet in so dichter Formation zu kämpfen und das würde sie teuer zu stehen kommen. Die Bogenschützen hingegen dezimierten eine von Fíns Kompanien, bevor die Ballisten dem ein Ende bereiten konnten.


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/56%20Sturm%20auf%20die%20Stadt.png]
    Sturm auf die Stadt


    Als Gloín dann auch noch die Axtwerfer in den Nahkampf beorderte zerfiel die Moral der Ostlinge zusehends. Langsam rückten die Zwerge weiter vor, bis sie schließlich auf die Truppen trafen welche den Hauptmann und Verwalter der Stadt beschützte. Fín stürmte auf ihn zu und lieferte sich einen heftigen Schlagabtausch mit dem Mann, bis er schließlich eine Lücke in dessen Verteidigung fand und dem Mann die Kehle durchstach.


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/57%20Sieg%20in%20Reichweite.png]
    Sieg in Reichweite


    Nach dem Fall des Hauptmanns wurden die restlichen Truppen am Tor vollkommen aufgerieben und die Zwerge rückten zur Mitte der Stadt vor. Das Zentrum wurde nur noch von Fernkämpfern verteidigt welche im Nahkampf schnell niedergemetzelt wurden. Als der letzte Verteidiger gefallen war rief Gloín: "Männer! Plündert die Stadt und reißt diese seltsamen Gasthäuser ein. Danach werdet ihr hier eine Brauerei errichten, das Gold welches ihr sammelt wird nach Erebor geschickt um diesen Krieg zu finanzieren, jeder darf jedoch ein Zehntel des von ihm gesammelten behalten." Danach fiel Fín erschöpft zusammen.


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/58%20Mistrand%20erobert.png]
    Mistrand wurde erobert, damit dürfte der Krieg für Rhún zu Ende sein

    Tjóin


    Immer wieder erstaunte Tjóin das Unverständnis, nein die vollkommene Ablehnung, von Taktik welches von den Orks an den Tag gelegt wurde. Die rund 1.000 Zwerge unter König Dáin marschierten nach Norden, direkt an Gundabad vorbei, und besetzten den schmalen Pass zwischen Gundabad und den Orkgebieten auf der anderen Seite. Die Orks waren natürlich direkt in die Falle getappt und sind mit über 3.000 Mann direkt auf die Zwerge zumarschiert. Auch hatten sie gedacht Framsburg sei nun unverteidigt, ein törichter Gedanke welcher 400 Orks das Leben gekostet hatte. Am Tage vor der Schlacht vor Gundabad erreichte König Dáin kunde aus Rhún. Dort hatten die Truppen der Zwerge die Steppenbewohner ein weiteres Stück zurückgedrängt und die Hafenstadt Kelepar eingenommen. Als nächstes würde wohl die Hauptstadt fallen. Wieder schweifte Tjóins Blick über die sich nähernden Orks. Er und seine Eisernen hatten ihre Stellung an der rechten Flanke der Zwerge aufgenommen. Auf einem Hügel hatte man die Ballisten platziert und um diesen Hügel hatten die Zwerge einen Schildwall gebildet. Die Orks schickten immer wieder Snagas vor um den Walls aufzubrechen, doch nach einem fünf Minuten langen Beschuss fielen gerade einmal zwei Zwerge, so dass die Orks langsam in den Nahkampf gehen mussten.
    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/49%20Beschuss.png]
    Die Snagas nehmen den Schildwall unter Beschuss


    Immer wieder rannten die Orks gegen die linke Flanke und das Zentrum an. Sie schienen dazu gelernt zu haben und gingen den Eisernen lieber aus dem Weg anstatt ihr Leben zu lassen. Der König hatte die Aufstellung einer weiteren Truppe der Eisernen befohlen, welche wohl bald aus Erebor aufbrechen würde. Immer wieder wurden die Orks zurückgeschlagen und schon bald fragte sich Tjóin ob die Schlacht so bald enden würde. Dann ertönte ein Horn und von einem Berghang aus kamen weitere 1.400 Orks auf das Schlachtfeld. Und nicht nur das, sie führten Ballisten mit sich! Diese nahmen sofort den Beschuss auf die Eisernen auf, welche wohl oder übel die Stellung halten mussten wenn sie die rechte Flanke nicht gefährden wollten. Die Ballisten der Zwerge nahmen nun den Beschuss auf die Verstärkung der Orks auf und schaffte es die Ballisten des Feindes auszuschalten, allerdings fielen bis dahin bereits 40 Eiserne durch den Beschuss.
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    Die Schlachtlinie der Zwerge wurde nicht durchbrochen


    Langsam fingen die Orks an zu fliehen und so befahl der König die Stellungen aufzugeben und dem Feind nachzusetzen. Tjóin stürmte vor und teilte einen Ork in zwei der zu lange gebraucht hatte um zu reagieren. Einem weiteren trieb er seine Axt in den Brustkorb und musste dann enttäuscht feststellen dass seine Kameraden bereits alle anderen erledigt hatten. Er sah sich kurz auf dem Schlachtfeld um und sah dass sich an der linken Flanke ein Kreis gebildet hatte. Orks und Zwerge kämpften noch immer verbissen miteinander, allerdings hatten sie in der Mitte Platz für den König und seine Gegner gelassen. Diese waren der Orkgeneral Lughorn und zwei dessen Leibwächter. Ein Schwung mit der Axt und der Kopf eines Orks wurde vom Kopf getrennt. Der zweite Leibwächter stürmte Zeitgleich mit Lughorn auf den König zu. Dieser stieß dem Leibwächter einfach mit dem Schaft der Waffe zurück, direkt in die Klinge des Generals. Ein weiterer Schwung mit der Axt und dem General wurde ein Bein abgetrennt. Der König ließ die Axt auf den Kopf des Orks niedersausen und schlagartig wurde es still.
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    Der General der Orks ist gefallen


    Nach dem Tod ihres Anführers lieferten die Orks nicht mehr wirklichen Wiederstand. Nach wenigen Minuten flohen sämtliche Orks vom Schlachtfeld und die erschöpften Zwerge versuchten erst gar nicht ihnen hinterher zu laufen.
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    Die Schlacht ist gewonnen


    Zwei Wochen später stand Tjóin in den Straßen von Gundabad und las den Brief den sein Sohn ihn geschickt hatte. Nach der Niederlage gegen das überlegende Orkheer hatte Gimli sich nach Kibil-Dúm zurückgezogen um neue Truppen auszuheben. Er kehrte gerade rechtzeitig zurück um eine Eroberung von Pitkaränte durch die Orks zu verhindern. Tjóin sah wie hier in Gundabad die Mauer repariert wurde und eine Brauerei errichtet wurde. Wahrscheinlich würde man so schon bald die ersten Siedler herlocken können.
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    Die eroberte Stadt

    Tjóin


    Es war ein schöner Morgen als Tjóin aufwachte, sich anzog, seine Axt umschnallte und das Haus verließ. Dieses Haus gehörte einst dem Orkhäuptling der hier regierte. Es sah schon nicht mehr so finster aus für die freien Völker Mittelerdes, auf jeden Fall nicht mehr so finster wie noch vor einigen Jahren. Die Einwohner von Thal führten zwar noch immer einen verzweifelten Kampf gegen die Steppenbewohner, allerdings schien sich das Blatt zu wenden seit General Glóin in Rhún einmarschiert ist. Während die Steppenbewohner im Westen gegen Thal ausbluten hatte Glóin bereits den gesamten Norden Rhúns, mit den Städten Kugavod und Rhomen, beinahe ohne Gegenwehr eingenommen. Bald muss Rhún sich entscheiden ob es weiter mit aller Macht gegen Dorwinion rennt oder Truppen zur Absicherung seiner östlichen Städte abzieht. Bald würde wohl auch Kelepar fallen, die zweit wichtigste Hafenstadt Rhúns. Danach brauchten die Zwerge nur die drei Städte zu halten und Rhún würde keine Chance mehr haben Thal zu vernichten.

    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/42%20Rhun%20wird%20zur%C3%BCckgedr%C3%A4ngt.png]
    Rhomen, die Stadt die praktisch leer stand


    Eine weitere gute Nachricht erhielten der König und sein Rat, Glóin wurde von einem Kontigent-Führer seiner Armee vertreten, die Nachricht das die Schmiede neue Waffen und Rüstungen geschmiedet hatten. Zusätzlich kam die Nachricht das die Zwerge immer mehr Nachwuchs bekamen. Somit konnten mehr Männer zum Kampf rekrutiert werden. Noch am selben Tag bekam Tjóin die Zusage des Königs und der restlichen Ratsmitglieder auf die er gewartet hatte; die Eisernen würden die Führung der Truppen in der Schlacht übernehmen. Bis jetzt zählten die Eisernen nur noch knapp 100 Zwerge, doch schon in wenigen Jahren sollen sie 600 Krieger zählen, das ist der Plan. Gerade als Tjóin sich freute mit seiner Pfeife auf dem Platz vor der neugebauten Brauerei zu sitzen und die Zeit bis zum abendlichen Treffen verstreichen zu lassen ertönte ein Horn. Alarmiert sprang Tjóin auf und rannte zum Bergfried in dem der Rat sich versammelte.

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    Neue Truppe stehen zur Verfügung sobald die Kaserne gebaut wurde


    "Es sind an die 2,500 und so wie es aussieht werden sie in wenigen Wochen hier eintreffen. Von Dáins Hallen aus braucht man knapp fünf Wochen um nach Framsburg zu gelangen. Wenn wir Hilfe wollen müssen wir sofort einen Raben schicken, dann erreicht die Nachricht Lofar in drei Tagen. Danach können wir nur hoffen das die Verstärkung rechtzeitig eintrifft." endete Balin mit seinem Vortrag. Tjóin war geschockt, 2,500 Orks waren aus dem Nichts aufgetaucht! Ein Späher den Tjóin vor Wochen im Westen postiert hatte, bemerkte das Heer, welches sich unaufhaltsam Framsburg näherte. "Schick die Nachricht, Balin! Tjóin! Mach deine Eisernen bereit und setze jetzt tägliche exerzier Stunden an, ich will das jeder Zwerg es mindestens mit drei Orks aufnehmen kann!" befahl der König, und Tjóin machte sich auf den Weg. Aber er hatte keine große Hoffnung, selbst wenn jeder Zwerg vier Orks töten könnte bevor es ihn erwischt wäre es nicht genug um zu gewinnen. Denn selbst wenn sie die Schlacht gewinnen so würden sie doch Framsburg verlieren, da man es nicht mehr halten könnte. Die einzige Hoffnung schien darin zu bestehen das die Verstärkung aus den Grauen Bergen rechtzeitig eintrifft.


    Fünf Wochen später stand Tjóin in einem der Türme und sah zu den Orks die vor der Stadt ihr lager aufgeschlagen hatten. Selbst wenn sie jetzt mit der Belagerung beginnen würden, würde die Verstärkung den Orks in den Rücken fallen. Lofar hatte noch einmal ungefähr 600 Zwerge entsandt um die Orks zurückzuschlagen und ihnen eine ihrer größten Städte abzunehmen. Denn diese Orks kamen nicht aus dem Nebelgebirge, nein! Sie kamen aus Gundabad. Damit schlugen sie dort zu wo man sie nicht erwartet hatte. Nachdem Gimlis Heer beinahe vollständig aufgerieben wurde waren die Orks, welche die Schlacht gewonnen hatten einfach verschwunden. Jetzt wussten die Zwerge wohin. Auf einmal wurden Trommeln geschlagen und die Orks verließen ihr Lager. Sie marschierten in Richtung Brücke, welche als Verbindung zwischen Framsburg und Wrakyaburg diente, welches immer noch von Rebellen besetzt war. Tjóin fluchte. "Sagt dem König bescheid! Die wollen unsere Verstärkung abfangen! Ich und die Eisernen werden schon die Verfolgung aufnehmen, sorgt dafür das ihr die Ballisten mitbringt!" mit diesen Worten kletterte Tjóin aus dem Turm und rannte zu seinen Eisernen. Er erklärte ihnen die Lage und ohne ein weiteres Wort marschierten sie durch die geöffneten Tore und verfolgten die Orks.


    "Du hast ganze Arbeit geleistet Tjóin! Es ist dir zu verdanken das wir so schnell reagieren konnten. Ballisten! Beschießt die Orks und zwingt sie dazu uns anzugreifen." sagte der König während er zusammen mit Tjóin und Balin auf die Orks sah. Für den Kampf hatten die Zwerge einen Wald gewählt da die Orks hier ihre Übermacht nicht ganz ausspielen konnten. Auch waren ihre Bogenschützen weit weniger effektiv.

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    Somit beginnt die zweite Schlacht vor Framsburg


    "In Ordnung Männer! Unsere Ballisten werden die Orks auf uns aufmerksam machen! Danach werden wir auf die Orks prallen! Und dann; haltet ihr die Stellung! Es wird nicht zurückgewichen! Es wird auch nicht die Verfolgung fliehender Orks aufgenommen! Ihr haltet die Stellung! Und zwar bis die Verstärkung eintrifft! Dem ersten von euch, der stirbt weil er seinen Platz verlassen hat werde ich höchstpersönlich aufs Grab pissen! Und jetzt geht es los! Eiserne! Zu mir!" hallte Tjóins Stimme durch den Wald. Er hoffte bloß das die Männer seinen Anweisungen Folge leisteten. Als die Ballisten anfingen zu schießen stürmten die Zwerge mit lautem Kampfgeschrei auf die Orks zu. Die Eisernen prallten in die Reihen der Orks, ein ganzes Dutzend von ihnen gingen gleich nach dem ersten Ansturm zu Boden. Stolz erfüllte Tjóin. Seine Männer waren stets die Ersten die sich dem Feind entgegen warfen und immer die letzten die sich aus einem Gefecht zurückzogen. Dabei waren sie auch noch diejenigen welche dem Feind die größten Verluste zufügten und diejenigen welche am wenigsten Verluste erlitten. Sie waren die absolute Elite des Zwergenreiches! Jetzt standen sie tief in den Reihen der Orks und warteten das die anderen Kompanien ihre Positionen neben ihnen einnehmen würden. Einen Speer fing Tjóin mit seinem Schild ab und zertrümmert den Schaft mit seiner Axt, welche er gleich darauf dem Ork ins Gesicht knallte. Allerdings blieb sie stecken so dass er eine neue Waffe finden musste. Seine Zweihandaxt war hier recht unpraktisch also nahm er mit einem Gesicht auf dem sich Abscheu spiegelte ein Schwert auf, und nicht nur irgendein Schwert, nein! Eine Schmiedearbeit der Orks, oder was auch immer diese Schmiedearbeit nannten.


    In dem Moment, als die Verstärkung das Kampfgeschehen erreichte, ertönte ein Horn hinter den Truppen König Dáins. Einige Orks hatten es geschafft die Linie der Zwerge zu umgehen und die Ballisten anzugreifen. König Dáin und seine Leibwache waren es schließlich die ihre Position verließen und den Männern an den Ballisten zur Hilfe kamen. Da tauchte Dwió neben ihm auf, seine rechte Hand unter den Eisernen. Als sie beide die Orks unmittelbar vor ihnen erschlugen und dadurch eine Pause hatten, sagte Dwió: "Ich würde zu gerne sehen wie du dem König aufs Grab pinkelst!" woraufhin Tjóin ihn nur mit dem Ellenbogen in die Seite stieß und dann laut rief: "Die Schlacht ist so gut wie gewonnen, Männer! Stürmt vor und zeigt diesen Missgeburten gute zwergische Schmiedearbeit!".

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    Die Verstärkung trifft ein


    Der Kampf war gewonnen, und Tjóin blickte über das Schlachtfeld. 800 Orks konnten zwar entkommen, doch fielen in diesem Kampf gerade einmal 300 Zwerge. Jetzt würde man die Orks verfolgen und den Zugang zu Gundabad einnehmen. Damit hätte man sowohl die Orks des Nebelgebirges, aus Gundabad und die Steppenbewohner eingeschränkt. Bald würde einem großen Sieg der Zwerge nichts mehr im Wege stehen.

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    Obwohl sie die meisten Feinde töteten verloren gerade einmal 7 Eiserne ihr leben

    Der Krieg gegen Rhún


    Fín
    Es waren bereits einige Monate vergangen, seit der Bote aus Thal in Azanulimbar-Dûm eintraf und General Glóin um Hilfe bat. Seit langem hatten die Zwerge bereits einen Heerzug in den Eisen Bergen zusammengestellt. Nach kurzer Absprache mit dem König, da dieser in Framsburg weilte mussten wieder einmal die Raben helfen, bekam Glóin die Genehmigung gegen Rhún zu marschieren. Die Armee die Aufbrach war sogar größer als das Heer welches der König gen Graue Berge führte, 2,600 Zwerge marschierten unaufhaltsam in das Nördliche Rhún ein. Der Bote aus Thal sagte das man zwar den Krieg nicht verlor, aber man auch nicht weiter gegen Rhún gehen könnte. Erst vor kurzem wurde aber eine Armee aus Thal geschlagen, und die Einwohner der Steppe haben jetzt die Möglichkeit ein oder zwei Städte der Menschen zu erobern, bevor diese reagieren konnten. Fíns Kontigent bestand aus 4 Kompanien Schwertkämpfern und einer Kompanie Armbrustschützen. Denn in diesem Punkt unterschieden sich Glóin und seine Offiziere vom Rest der Zwerge. Während die anderen meist, wenn überhaupt, auf Axtkämpfer und Ballisten setzten, hatte Glóin schon weniger Skrupel. Er wusste das die Zwerge bei weitem nicht so zahlreich waren wie die Menschen, von den Orks ganz zu schweigen. Deswegen führte er seine Truppen nie in ein Gefecht wo die Gefahr bestand das mehr Zwerge als Feinde starben.
    Der Grund weshalb der Heerzug sich so langsam bewegte, waren die 9 Ballisten, welche man mit sich führte. Doch jetzt war endlich Kugavod, die größte Stadt der Provinz, in Sicht. Bereits vor einigen Wochen ist man auf eine Vorhut aus Rhún gestoßen, die sich bei der schieren Größe der Zwergischen Streitmacht aber zurückgezogen hatte.

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    Der Heerzug hat bald Kugavod erreicht, wie man sehen kann ist die Schatzkammer relativ leer. Deswegen wurde Kugavod zum Ziel auserwählt, da es genauso viel Geld gab wie die Provinzen in den Ered-Luin zusammen.


    Zwei Wochen später stand das Heer vor Kugavod. Anstatt den Befehl zu geben Zelte aufzuschlagen rief der General:
    "Baut die Ballisten auf! Danach nehmt ihr das Tor unter Beschuss, benutzt Feuerschüsse!"
    Sofort wurde dem Folge geleistet.

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    Die Zwerge bombardieren das Tor


    Es dauerte nicht lange und das Tor war zerbrochen. Aber Glóin hatte keine Eile. "Nehmt die Verteidiger unter Beschuss, benutzt die gewöhnlichen Speere!". Damit wurden die Verteidiger bereits ziemlich aufgeweicht. Als die Ballisten ihren Vorrat an Speeren verbraucht hatten sagte Glóin:
    "Fín! Nimm dir deine Armbrustschützen und zwei Kompanien Schwertkämpfer! Dann lass die Schützen ihre Köcher leeren!"
    "Zu Befehl! Schützen! Zu mir! Nírn, Tíon! Ihr und eure Kompanien folgt mir!" mit diesen Worten marschierten die Zwerge auf die Stadt zu.
    "Blockiert die Straße! Und dann bildet einen Schildwall! Schützen, ihr nehmt auf der Erhöhung euren Platz ein!" sagte Fín als er bemerkte das direkt hinter dem Tor eine Erhöhung war. Damit konnten die Armbrustschützen direkt über die etwas tiefer gestellten Zwerge schießen.


    Nachdem die Schützen ihre Bolzen verschossen hatten, rief Fín seine anderen beiden Kompanien. Er bezweifelte zwar das er sie brauchte, aber er wollte kein unnötiges Risiko eingehen. Der Schildwall öffnete sich und knapp 600 Zwerge rannten auf die letzten, knapp 90, Verteidiger zu. Was folgte war kein Kampf, sondern ein Gemetzel. Nur wenige Zwerge fielen im Kampf gegen die Verteidiger. Ein Großteil der Gefallenen starb durch die Türme, welche den Beschuss auf die vorrückenden Kompanien aufgenommen hatten, bevor sich ihre Besatzung zurückzog.

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    Die letzten Verteidiger


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    Kugavod wurde im Sturm genommen


    Nach dem Sieg bezogen die Zwerge Quartier. Man würde sich hier einbunkern, und den Einwohnern von Thal die Möglichkeit geben sich zu sammeln. Mit der Zeit würden auch Zwerge ihren Weg hierher finden und Siedeln. Das größte Problem war, das ein Großteil des Heerzugs in Zelten schlafen musste, bis man neue Häuser bauen konnte. Einige wenige, die durch das Los ausgewählt wurden, konnten im Rathaus oder dem Gasthaus schlafen. Nachdem die Einwohner, zumeist Menschen aus Rhún, gemerkt hatten das die Zwerge ihre Stadt nicht plünderten und für alles zu bezahlten gedachten was sie nahmen, fanden sie sich schon nach kurzer Zeit damit zurecht neue Herren zu haben. Ganz davon zu schweigen das fürs erste beinahe doppelt so viele Zwergische Soldaten als Bewohner in der Stadt weilten und ein Aufstand somit glatter Wahnsinn gewesen wäre.

    Einige Jahre lang, passierte nicht viel im Zwergenreich. Truppen wurden neu zusammengestellt und es wurde gebaut. Hier ein Blick auf Erebor, und den neuen Stammbaum des Königs.

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    Pflasterstraßen wurden in Erebor fertiggestellt und ein Mienen-Netzwerk wurde gebaut


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    Wie man sehen kann, gab es reichlich Nachwuchs


    Ónin
    Ónin schluckte. Das hier lief gar nicht wie es geplant war! Gimli hatte, sobald sich 800 Mann in Pitkäranta gesammelt hatten, den Marsch in Ork-Gebiet befohlen. Ihm war klar das man mit der kleinen Streitmacht keine größeren Städte oder Burgen erobern konnte, aber das war auch nicht der Plan gewesen. Der Plan sah vor das die Streitmacht um Gimli den Nachschub der Orks störte, die immer weiter gegen die Menschen Eriadors vorrückten. Die Einwohner Eriadors waren seit neuestem mit den Zwergen verbündet und man hoffte mit der kleinen Armee die Verstärkung welche die Orks in Gruppen von jeweils um die 500 Krieger in den Süden schickten zu stören.


    Gerade als die Zwerge ein erstes Orklager entdeckt hatten, wo um die 400 Orks weilten, waren sie in eine Falle getappt. Über 3,000 Orks waren direkt auf sie zu marschiert.Gimli hatte zwar noch rechtzeitig die Gefahr erkannt und die Truppen zurückgezogen, doch jetzt standen sie hier auf dem Hügel und sahen auf die Massen der Orks hinab die auf den Hügel zu rannten.


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    "Mit 800 Zwergen in Gundabad einmarschieren", dumme Idee Mimir, dumme Idee...


    Ónin und seine Freunde standen in der vordersten Reihe und erwarteten den Ansturm der Orks, leise fluchte Tírn zu seiner rechten. Und mit guten Grund! Sie hätten nicht die Axtwerfer in Pitkäranta lassen sollen! Die wären hier eine echte Hilfe gewesen. Ein Horn ertönte, und von der rechten Flanke konnte man hören wie Orks auf Zwerge trafen. Dann waren auch die Orks von vorne heran. Ónin enthauptete den ersten, der vom Anmarsch auf den Hügel viel zu erschöpft war um sich zu verteidigen. Tírn spaltete einem anderen den Schädel, während Glón gleich zwei Orks in Schach hielt. Doch es half nichts, es waren zu viele. Gimli stand mit seiner Leibwache weit in den Reihen der Orks. Leise fluchte Ónin, wenn der General fällt dann ist alles verloren!


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    Die Schlacht am Hügel


    [Blockierte Grafik: https://dl.dropbox.com/u/77559445/34%20Die%20Orks.png]
    Das Heer der Orks


    "Zwerge! Zu mir!" rief Ónin. Außer Tírn, Glón und Dorín folgten noch etwa ein Dutzend Krieger seinem Ruf. Sie warfen sich gegen die Orks und schafften es tatsächlich den Ring, welchen diese um Gimli gebildet hatten, zu durchbrechen. Ein Speer zuckte vor und zerfetzte Tírns Kehle, ein weiterer fand seinen Weg durch Glóns Kettenhemd, welcher daraufhin von Gimli und Dorín zurückgezogen wurde. Als Gimli eine Verschnaufpause hatte und das Schlachtfeld überblicken konnte blies er in sein Horn und befahl den Rückzug. Zu spät, denn es waren nicht mehr viele Zwerge die diesem Aufruf folge leisten konnten.


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    Die Schlacht ist verloren, doch hat sie die Orks einiges gekostet.


    Im nächsten Teil beginnt der Krieg im Osten gegen Rhún.