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Kapitalismus: Heilmittel der Welt?

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    • Kapitalismus: Heilmittel der Welt?

      Marcus Iunius Brutus schrieb:

      Hiermal ein kleiner Link zu "Libertarian Party":

      de.wikipedia.org/wiki/Libertarian_Party

      Ihr grundlegendes Prinzip ist Eigenverantwortlichkeit, daher wollen sie das amerikanische staatliche Wohlfahrtssystem abschaffen und eine freie Marktwirtschaft ohne staatliche Eingriffe, in der sich die Dinge von selbst regulieren. Der Staat soll sich nur noch um Polizei, Justiz, Militär kümmern.

      Zumindest was das Abschaffen des Sozialstaats angeht, hat sie ein ähnliches Programm wie die AFD.


      Mit dem Vergleich bin ich nicht ganz einverstanden, ich habe mich ausgiebig mit der AfD beschäftigt und für mich sind sie eher eine erzkonservative Partei nach dem Wirtschaftsmodell von Ludwig Erhard. Ich bin ein großer Fan der "Libertarian Party" als Institution und einigen spezifischen Personen der Republikanischen Partei, jedoch hat die LP kein wirkliches äquivalent in Deutschland.

      Die Partei, die ideologisch am nächsten zur LP und GOP steht ist die FDP, die ich auch größtenteils unterstütze, jedoch sind auch diese grundsätzlich nicht gegen den Wohlfahrtsstaats, da dieser im deutschen Grundgesetz soweit ich weiß festgeschrieben steht.

      Ich hielt Bernd Lucke für durchaus kompetent, da er nun mit seiner Gefolgschaft eine neue Partei gegründet hat, ist der verbliebende Rest eher ein kümmerlicher Haufen ohne klares Prinzip. Wer für einen freien Handel und gegen die Rettung von Griechenland ist, sollte Christian Lindner und die FDP wählen und nicht die AfD.

      (Übrigens wurde im früher in der Diskussion erwähnt, dass die AfD gegen den Mindestlohn ist. Das war sie einmal, nun jedoch auch leider nicht mehr. Wirklich Wirtschaftsliberal sind sie demnach nicht)

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    • Marcus Iunius Brutus schrieb:

      Hiermal ein kleiner Link zu "Libertarian Party":

      de.wikipedia.org/wiki/Libertarian_Party

      Ihr grundlegendes Prinzip ist Eigenverantwortlichkeit, daher wollen sie das amerikanische staatliche Wohlfahrtssystem abschaffen und eine freie Marktwirtschaft ohne staatliche Eingriffe, in der sich die Dinge von selbst regulieren. Der Staat soll sich nur noch um Polizei, Justiz, Militär kümmern.

      Kurzum hier soll unter dem Deckmäntelchen der Freiheit Sozialabbau betrieben werden, in der Hoffnung, dass dann die Reichen mehr Arbeitsplätze durch Investitionen schaffen.

      Leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass dann nicht das Paradies auf Erden eintritt, sondern es noch grössere soziale Ungleichheiten gibt.

      Ich verweise nur auf das Arbeiterelend in den Anfängen der Industrialisierung als es noch die frei Marktwirtschaft im Sinne der libertären Parteien gab.

      Übrigens was das Abschaffen des Sozialstaats angeht, haben sie ein ähnliches Programm wie die AFD. ;)


      Ich schlage vor, dass du das "Arbeiterelend" mit der Situation vor der Industrialisierung vergleichst. Diese libertäre Hochphase der Industrialisierung in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Periode des größten Wirtschaftswachstums der dokumentierten Weltgeschichte. Und wenn du die Arm-Reich-Kluft aus der damaligen Zeit zu der Zeit der sozialwirtschaftlichen Reformen vergleichst, siehst du, dass diese erst nach dieser libertären Periode stark angestiegen ist.

      theatlantic.com/business/archi…an-it-was-in-1774/262537/

      Totaler Kapitalismus ist eine effektivere Methode der Armutsbekämpfung als jedes andere System der Welt. Das Arbeiterelend auf einen freien Markt zurückzuführen ist genauso sinnlos wie das zusammenführen des Mindestlohns in Deutschlands auf den ökonomischen Aufschwung. Statistisch und logisch betrachtet sind es zwei völlig verschiedene Dinge, die nicht zueinander gehören.

      Wenn du also "soziale Ungleichheit" bemängelst, nehme ich an, dass du absolute Armut kritisierst, denn soziale Ungleichheit an sich ist komplett normal und überhaupt kein Problem, sollte man kein marxistisches Menschenbild haben.

      Inwiefern ist die Freiheit dann ein Deckmantel des Abbaus des Sozialstaats? Das ist nicht der Deckmantel, sondern der primäre Zweck. Wir haben die Zeit bereits überwunden, in dem Kirche und Staat nicht getrennt waren. Nun ist es die liberale Aufgabe die Zeit zu überwinden, in der es noch keine Separation zwischen Staat und Wirtschaft gibt.

      Ich möchte nicht zu harsch mit dir sein, da man an deutschen Schulen in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern über die Tücken und moralischen Probleme eines Sozialstaats so gut wie garnicht diskutiert, daher kann ich dir wirklich empfehlen dich mit Theoretikern wie Ludwig von Mises, F.A. Hayek, Milton Friedman oder Murray Rothbard auseinanderzusetzen. Mich selbst hat es von einem konservativen CDU-Unterstützer zu einem FDP-Wähler umgeformt, für den selbst die FDP oft zu links ist ;)
    • Spoiler anzeigen

      JohannesVB schrieb:

      [...]

      Ein gutes Beispiel sind die Demokraten mit ihren simplen Versprechungen von weiteren Staatsleistungen. Populär sind unendliche Investitionen in Schulen, Medizin, Infrastruktur etc. Sie folgen der kindlichen Vorstellung, dass besser gebildete, gesündere Menschen, die auf besseren Straßen sich fortbewegen auch zwangsläufig eine bessere Wirtschaft aufbauen. Problem an dieser Sache ist nicht das Prinzip an sich, sondern die Vorstellung, dass der Staat die Kompetenz hat, Geld effektiv zu investieren.

      Ausgaben in staatlicher Schulbildung haben sich in den letzten Jahren vervielfacht, jedoch schneiden die Schüler in Tests noch genauso ab wie vorher.
      Jeder hat die Pflicht sich versichern zu lassen (Obamacare) und wer sich nicht versichert, muss eine Strafe zahlen. Das hat nicht nur die Kosten von Versicherungen exorbitant in die Höhe geschossen, sondern ist auch ethisch unverzeihlich. Wenn jemand das Risiko aufnehmen möchte, sich nicht versichern zu lassen, um Geld zu sparen, sollte keine Regierung vorbeikommen und es ihm aufzwingen.
      Sogar dort möchte Sanders noch stärker investieren.

      Die einzig produktiven Investitionen kommen aus dem Privatsektor, nicht aus dem staatlichen Sektor. Verbunden ist dies mit dem einfachen ökonomischen Prinzip, dass Geld effektiver und zukunftsträchtiger ausgegeben wird, wenn es einem selbst gehört.
      Der Staat gibt Geld aus, welches ihm nicht gehört für Menschen, die er nicht persönlich kennt. Überrascht es da jemanden, dass die Ergebnisse nicht effektiv sind?

      Um Versicherungen, Gesundheitsvorsorge und Bildung effektiver und ertragreicher zu gestalten, muss der Staat aus dem Weg geschafft werden, sodass der Privatsektor Zugang findet. Alleine wegen der staatlichen FDA-Behörde sind die Behandlungskosten in den USA für Operationen etc. so verdammt hoch, da sie die Monopolstellung von bestimmten Firmen vor preisgünstiger Konkurrenz schützen. Sanders argumentiert, dass Kapitalismus die Ursache für die hohen Kosten ist, dabei ist mehr Kapitalismus und Markt notwendig, um die Kosten nach unten zu drücken.

      Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die US-Notenbank, die durch ihre "Quantitative Easing"-Politik (Euphemismus für Inflation) die Marktsignale durch künstliche Leitzinsraten manipuliert, wodurch alle paar Jahre eine Crash wie in 2008 entsteht, wo eine künstlich aufgeblähte Blase (üblich Immobilien) plötzlich platzt. Das ist jedoch in diesem Wahlkampf weniger angesprochen, da Rand Paul mittlerweile ausgeschieden ist. Hierzu empfehle ich jedoch einmal die Recherche nach Bob Murphy, Ron Paul und Tom Woods im Internet. Dort wird die Thematik einleuchtend besprochen.

      Der Schlüsselfaktor in der Wahl wird demnach die Schuldenbekämpfung sein, ein Problem, das die beiden Demokraten nicht einmal anerkennen und in ihren Debatten nahezu ignorieren. Ihr Ziel ist es, weitere Wahlversprechen zu verteilen und zu hoffen, dass die finanziellen Konsequenzen erst nach ihrer Amtszeit in Erscheinung treten.

      Deshalb ist Ted Cruz die logischste verbliebene Folge, da er häufiger die Monetaristische Politik der USA bemängelt und öffentlich für einen Goldstandard plädiert hat.
      Er ist auch die Person, die sich als Präsident am meisten aus dem Leben der einzelnen US-Bürger heraushalten wird.

      Die liberale Prämisse ist: "Du kannst tun was du möchtest, solange du keinem anderen physischen Schaden zufügst." Ted Cruz ist damit nicht komplett auf einer Linie, jedoch am ehesten verglichen mit den anderen Kandidaten.


      Wir haben (leider) grundverschiedene Prioritäten und Ansichten. Neben den starken Schulden der USA gibt es doch ganz andere Probleme. Riesige soziale Ungleichheiten (das schlägt sich in Bildung [einige Schulen sind sehr schlecht ausgestattet, während anderen super modern sind] und Einkommen krass nieder), Rassismus, Medizin (da sind wir uns offensichtlich einig), etc. Wirtschaft ist natürlich auch ein Problem, doch mit Sicherheit nicht das einzige.
      Unsere Prioritäten liegen weit auseinander.
      Deine Position zu Bildung ist mir zu simpel:
      1. Nur weil mehr in Bildung gesteckt wird, heißt das nicht, dass das Geld auch gut bzw. effektiv verwendet wird.
      2. (Schul)Tests zeigen nicht weder unbedingt Intelligenz noch den Grad der Bildung, vor allem nicht im Schulsystem der USA.

      Ich stimme dir zu, dass Regierungen oft (aber nicht in allen Fällen) unverantwortlich mit den ihnen anvertrauten Steuern umgehen. Politiker holen sich leider zu wenig Fachmänner dazu (oder hören zu wenig auf sie?). Wie auch immer.

      Ich bin jedenfalls für Single-Payer-Healthcare, aber ich denke, so etwas ist ein Grundlagending. Entweder man ist für einen Sozialstaat, oder eben nicht.

      Ich finde es erschreckend, dass du noch mehr Kapitalismus forderst. Seit wann hat der jemals für irgendetwas Positives gesorgt?
      Durch deinen Text habe ich das Gefühl bekommen, dass dich Menschen bzw. das Wohlergehen ebenjener nicht einmal ein kleines bisschen interessieren. Schade, aber ich glaube, da bringt es nicht viel zu diskutieren.
      Ist so eine grundlegende Ansichtssache.


      Zu Griechenland:
      Ich finde das schwer zu beurteilen. Die Regierung hat sehr viel Scheiße gebaut.
      Aber jetzt soll die Bevölkerung das ausbaden? Ich denke, man sollte Menschen helfen, wo es nur geht.

      Zu deinem Standpunkt könnte ich sagen, dass ich ebenfalls auf die Liste der Extremen setze, wie Trump zum Beispiel. Du zögerst offenbar nicht, Menschen in Armut zu schicken.

      Wenn die liberale Prämisse lautet: Füge keinen physischen Schaden zu (wobei ich psychischen Schade da noch hinzufügen würde), brechen Kapitalisten diese Prämisse aber am laufenden Band.
      Deine Argumentation hängt.
    • Ich bin 42 Jahre alt, habe mich vom Arbeiterkind über Abitur mit Jobben in einer Metallfabrik in den Semesterferien zum Rechtsanwalt hochgearbeitet.

      Zufälligerweise ist Geschichte auch neuere, mein Steckenpferd, und deshalb weiss ich, dass dieses Wirtschaftswachstum den Arbeitern kaum zugute gekommen ist, sondern 1913 2 % der Amerikaner 60 % des Volkseinkommens besessen haben, Morgan und Rockefeller alleine 20 % (Quelle: DTV-Atlas zur Weltgeschichte, Band 2, S. 117).

      Ein 10 Stundenarbeitstag war die Norm trotzdem hat der Lohn gerade so für die Miete gelangt, sozialer Aufstieg war nur über Stipendien möglich und die sind und waren heute wie damals dünn gesät. Gewerkschaftliche Mitbestimmung wurde von den Unternehmern mit Hilfe von Gangstern und Schlägertrupps, traurigerweise auch mit Hilfe der Polizei unterdrückt.

      Selbst der so hochgelobte Henry Ford hat mit Mafiamethoden Gewerkschaften in seinen Werken unterdrückt.

      Andererseits lehnte Ford Gewerkschaftsverbände innerhalb seiner Fabriken rigoros ab. Um Gewerkschaftsaktivitäten zuvorzukommen, stellte Ford Harry Bennett ein, der offiziell Leiter des Kundendienstes wurde. Bennett benutzte verschiedene Einschüchterungstaktiken, um sich organisierende Gewerkschaften zu vernichten.

      de.wikipedia.org/wiki/Henry_Ford

      Von der Weltwirtschaftskrise 1929 und ihrem Massenelend, die durch den privaten Aktienmarkt verursacht und in den USA erst durch staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme unter Roosevelt beseitigt wurden, will ich erst gar nicht anfangen.

      Und aufgrund dieses Geschichtswissens halte ich einen Gangsterkapitalismus für ungeeignet, soziale und wirtschaftliche Probleme zu lösen.

      Edit: Um wieder die Kurve in die Neuzeit zu kriegen: Sanders wäre der beste Kandidat gewesen, weil er die Probleme erkannt hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marcus Iunius Brutus ()

    • Ted Cruzader meinst du wohl eher. Der Junge ist ein Kreuzfahrer im 21. Jh - superhart konservativ religiös (wiederabschaffung der Homoehe etc.), gegen andere Religionen (Überwachung von Muslimen) und dazu noch nicht unbedingt ein helles Licht im Kopf ("globale Erwärmung existiert nicht").
      Wirkt für mich immer als wäre er ein paar Jahrhunderte zu spät geboren - im Mittelalter hätte er sich sicher pudelwohl gefühlt :laugh:
      Zitat, South Park Staffel 2 Episode 10

      Mr. McCormick: 'Wir haben keinen Nintendo, aber wir haben ne alte Atari-Konsole an den Schwarz-Weiß-Fernseher angeschlossen.'
      Kyle: 'Mein Gott, das ist ja wie in der dritten Welt!'
    • oursee schrieb:



      Ich bin jedenfalls für Single-Payer-Healthcare, aber ich denke, so etwas ist ein Grundlagending. Entweder man ist für einen Sozialstaat, oder eben nicht.

      Ich finde es erschreckend, dass du noch mehr Kapitalismus forderst. Seit wann hat der jemals für irgendetwas Positives gesorgt?
      Durch deinen Text habe ich das Gefühl bekommen, dass dich Menschen bzw. das Wohlergehen ebenjener nicht einmal ein kleines bisschen interessieren. Schade, aber ich glaube, da bringt es nicht viel zu diskutieren.
      Ist so eine grundlegende Ansichtssache.


      Zu Griechenland:
      Ich finde das schwer zu beurteilen. Die Regierung hat sehr viel Scheiße gebaut.
      Aber jetzt soll die Bevölkerung das ausbaden? Ich denke, man sollte Menschen helfen, wo es nur geht.

      Zu deinem Standpunkt könnte ich sagen, dass ich ebenfalls auf die Liste der Extremen setze, wie Trump zum Beispiel. Du zögerst offenbar nicht, Menschen in Armut zu schicken.

      Wenn die liberale Prämisse lautet: Füge keinen physischen Schaden zu (wobei ich psychischen Schade da noch hinzufügen würde), brechen Kapitalisten diese Prämisse aber am laufenden Band.
      Deine Argumentation hängt.


      Woher kommt deine Abneigung gegenüber Kapitalismus? Kapitalismus ist nicht nur ein Wirtschaftssystem, das Menschen über viele Jahrzehnte aus der Armut herausgeholfen hat (nicht umgekehrt), sondern es ist auch ein ethisches Prinzip.

      Kapitalismus bezeichnet einen voluntären Handel zwischen zwei Subjekten, die ohne Zwang eine Übereinkunft treffen, die beide bevorteilt. Sieht eine der beiden Parteien einen Nachteil, kommt ein Handel nicht zustande. Das ist die Grundessenz von Kapitalismus und einer freien Gesellschaft.

      Dem wiederum zugrunde liegt der Schutz und die Würdigung von privatem Eigentum. Ich nehme an, dass du mit diesem Prinzip einverstanden bist, daher gehe ich darauf nicht genauer ein.

      Kapitalismus besagt also, dass du als freier Mensch die volle Kontrolle über dein Eigentum hast, ohne dass eine fremde Person oder die Regierung dich zwingen kann, einen Handel einzugehen, den du nicht möchtest. Nenne mir ein ethisch perfekteres System, mir ist keins bekannt. Die Rolle des Staates liegt darin, dass Zwang unterbunden wird. Wenn ein Subjekt ohne Konsens des Gegenübers einen Handel zu erzwingen versucht, muss der Staat eingreifen und Ordnung wiederherstellen.

      Weshalb kommst du also zu dem Schluss, dass mich das wohlergehen der Menschen nicht interessiert? Im Gegensatz, ich plädiere für den Schutz des Eigentums jedes Individuums. Das ist eine der weiteren Glanzleistungen des Kapitalismus.
      Im Kapitalismus ist es irrelevant welche Hautfarbe, Herkunft oder politische Einstellung du hast. Das einzige worauf es ankommt ist dein Wert auf dem Markt, deine produktiven Fähigkeiten, für die andere Individuen bereit sind, Geld zu bezahlen. Du bist wert, was du wert bist.

      Die Bezüge, die du herstellen möchtest beziehen sich nicht auf die Ideologie des Kapitalismus, sondern auf das staatliche Monopol auf Dinge, mit denen es sich nicht beschäftigen sollte.
      Bankenrettung ist kein Kapitalismus, Subvention ist kein Kapitalismus, staatliche Krankenversicherung ist kein Kapitalismus, staatliche Gelddruckmaschine ist kein Kapitalismus etc etc etc.

      Kapitalismus bezeichnet eine Trennung von Staat und Wirtschaft, sodass sich keine Monopole bilden können und der Staat nicht die Macht hat, Monopolstellung an Lobbys zu verkaufen. Das wird nicht ohne Grund "Sozialismus für Reiche" genannt, es hat mit Kapitalismus wenig zu tun.

      Nach deiner Vorstellung müssten wir ja in einem Traum der Kapitalisten leben, dann wären aber liberale Parteien heutzutage überflüssig, wenn dies der Fall wäre.

      Zu Griechenland:

      Griechenland hat in den vergangenen Jahren endlos seine Bonds an europäische Geschäftsbanken verkauft, um wieder liquide zu werden. Das ist wie der Dollar in der Klospülung, wenn damit keine Reformen im eigenen Land verbunden sind.
      Geschäftsbanken hätten auch garkein Interesse Staatsanteile von Griechenland zu kaufen. Warum auch? Griechenland ist verschuldet.

      Sie kaufen die Bonds, da sie von der EZB im Rahmen des Rettungspaketes subventioniert sind, es wird also neues Geld gedruckt bzw. aus den EZB Reserven geholt, die nach Griechenland fließen. Dies entwertet jedoch die Ersparnisse jeglicher anderer EU-Bürger außerhalb Griechenlands, da die Geldmenge im Umlauf erhöht wird.

      Ein Austreten von Griechenland aus dem Euro würden den Griechen und dem Rest der Europäer helfen.

      Zu "Healthcare":

      Bizarr an der Argumentation von Sanders finde ich, dass er "Healthcare" als ein Recht bezeichnet. Das halte ich jedoch für moralisch nicht vertretbar, da schon aus ethischen Grundsätzen niemand ein Recht auf die Arbeit eines anderen haben kann.

      Man muss dort untescheiden zwischen negativen und positiven Rechten.

      Negative Rechte sind Rechte, die du durch deine Natur als Mensch besitzt und die dir keiner nehmen kann und keiner bereitstellen muss. Beispiele sind die Rechte auf Freie Meinungsäußerung, Bewegungsfreiheit, Privateigentum etc etc. Niemand muss sie dir geben, du hast sie von Beginn an.

      Positive Rechte sind konstruierte Rechte, die als solche ethisch gar keine sind. Sie bezeichnen Rechte, die du von Natur aus nicht besitzt, sie dir also jemand erst bereitstellen muss. Du zwingst quasi eine Person, für dich zu arbeiten. Du hast damit ein Recht auf die Versklavung dieser Person.
      Diese Art von Rechten lehne ich ab. Niemand hat das Recht, dir zu verbieten durch einen auf Konsens basierenden Handel durchzuführen. Und du hast nicht das Recht, anderen zu befehlen, dir etwas bereitzustellen.

      Eine gute moralische Auslegung von Kapitalismus findest du hier (Es lohnt sich wirklich):
      youtube.com/watch?v=XQLKLV8yEKw
    • Turba schrieb:

      @Johannes
      Wie stehst du eigentlich zur Privatisierung von Wasserquellen?


      Moralisch sehr stark zugunsten davon, da ich die Theorie dahinter ja bereits erläutert habe.

      Praktisch betrachtet kann ich nur Vermutungen anstellen, da ich keine Fallbeispiele kenne. Wenn sich der Staat komplett aus dem Bereich heraushalten würde, sollte sich die am meisten kritisierte Problematik von Monopolstellung von selbst lösen, da dann der Markt das Ruder übernimmt.

      Ich kann mir durchaus vorstellen, dass private Unternehmen effizienter darin sind wenn es darum geht, nachhaltiger mit den Ressourcen umzugehen, da sie ein besseres Planungsvermögen haben als staatliche Entitäten.

      Ein Präzedenzfall ist die Forstwirtschaft in den USA. Seit der Privatisierung von etlichen Agrar-und Forstgebieten dort hat sich der Anteil der Forstflächen dort erhöht und der Anteil der Agrarflächen minimiert, während sich der Ertrag vergrößert hat. Ich kann mir eine ähnliche Entwicklung bei Wasser vorstellen, dass weniger verschwendet wird.

      Wie gesagt nur Spekulation.
    • Oh man, da muss ich jetzt doch mal das alte Kommunistenschwein geben :D
      Eine freie Marktwirtschaft wäre so ziemlich mein schlimmster Alptraum (was Wirtschaft angeht) :laugh:
      Und ja, mir ist vollkommen bewusst, das Kommunismus aufgrund der menschlichen Natur vollkommen unmöglich umzusetzen ist.
      Dennoch finde ich das der Staat an vielen Stellen zu wenig in die Wirtschaft eingreift.
      Es gibt einfach mMn Dinge die verstaatlicht gehören: Wasser, Strom, Gas, etc. - also alle Grundversorgungsmittel (genau betrachtet inzwischen also selbst Internet).
      Ich glaube man merkt es - ich bin ein großer Fan von Planwirtschaft :D
      Selbstverständlich ist es Schwachsinn alles bis ins letzte Detail durchplanen zu wollen - unabhängige und konkurrierende Unternehmen braucht man definitiv, sonst gibt es keine Verbesserungen in der Qualität. In einer Planwirtschaft kommt man aber deutlich besser mit solchen Dingen wie Arbeitslosigkeit klar - man kann die Unternehmen nämlich einfach verpflichten die Leute einzustellen ;)

      Grundsätzlich ist unsere soziale Marktwirtschaft schon eine ganz gute Idee: die besten Elemente der beiden Systeme zu vereinen. Allerdings ist das ganze momentan ungefähr zu ca. 90% Marktwirtschaft, was man finde ich durchaus noch auf 75-80% runterfahren könnte (also mehr sozialleistungen etc., mehr Regulierung durch den Staat gegen Korruption etc. (Das setzt natürlich vorraus das der Staat selbst nicht korrupt ist)).
    • JohannesVB tut mir leid, ich verstehe deine Argumentation doch glaube ich das deine Schlussfolgerungen nicht korrekt bzw. nicht zuende gedacht sind.

      Du forderst mehr Kapitalismus, im Sinne des Wettbewerbs, um die Kosten zu drücken.
      Kurzfristig wird das funktionieren, aber auf der Dauer wird es Unternehmen geben die erfolgreicher sind als andere die dann anfangen Konkurrenten aufzukaufen. Siehe zum Beispiel Facebook und Whatsapp. Das heißt auf lange Sicht werden sich Oligopole und Monopole bilden, also genau das Gegenteil von dem was du willst. Hier braucht es eine regulierende Hand, den Staat, denn der Markt kann das nicht regeln.

      Ich gebe dir recht das es immer soziale Ungleichheit geben wird, diese ist auch notwendig,damit die Menschen die Motivation haben Leistung zu erbringen.
      Allerdings darf die nicht zu groß werden, sonst kommt es zu Aufständen und Toten.
      Der Staat muss den Reichtum, der sich im Kapitalismus immer bei wenigen sammelt, umverteilen, denn deren Reichtum wurde auf der Arbeit vieler Menschen erbaut. So nützt der Reichtum vielen und dient dem Allgemeinwohl. Es geht dabei nicht darum den Reichen ihr komplettes Vermögen zu nehmen und Schulden können zum Beispiel auch durch höhere Steuern abgebaut werden. Liberalisten vergessen auch zu gern die Schwachen in der Gesellschaft. Was ist mit Menschen die behindert sind und nicht arbeiten können? Was passiert mit armen die krank sind? Sollen sie nur sterben, weil sie kein Geld haben? Liberalisten glauben an den Irrtum das alle die gleichen Chancen haben, aber das ist nicht der Fall. Jemand der Arm ist kann kein Unternehmen gründen und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Jemand der Arm ist kann sich keine Bildung leisten. Tut mir leid, aber diese Vorstellung finde ich pervers.
    • @legofreak97

      Ich werde jetzt nicht genauer darauf eingehen, was du gesagt hast, da ich meine Punkte schon vorher vertreten habe, jedoch finde ich es amüsant, wie du passend zu dem Kommentar ein Kyle-Profilbild von SouthPark hast :D

      Das ist die einzige mir bekannte Comedy-Sendung mit einer libertären politischen Ideologie :)

      Die Macher Trey Parker und Matt Sone sind beide Libertär und auch aktiv in der "Libertarian Party", was man bei genauem hinsehen auch in dem Inhalt der Folgen erkennt :D
    • Nun, South Park ist eben eine meine Lieblingsserien ;)
      Und Trey Parker und Matt Stone sind zwei sehr lustige Menschen, die großartige Satire betreiben - ich hab also keinen Grund sie nach der Wahl ihrer Partei zu beurteilen (sollte man im übrigen generell meistens von absehen finde ich) :D
      Zitat, South Park Staffel 2 Episode 10

      Mr. McCormick: 'Wir haben keinen Nintendo, aber wir haben ne alte Atari-Konsole an den Schwarz-Weiß-Fernseher angeschlossen.'
      Kyle: 'Mein Gott, das ist ja wie in der dritten Welt!'
    • Nazgul93453 schrieb:

      JohannesVB tut mir leid, ich verstehe deine Argumentation doch glaube ich das deine Schlussfolgerungen nicht korrekt bzw. nicht zuende gedacht sind.

      Du forderst mehr Kapitalismus, im Sinne des Wettbewerbs, um die Kosten zu drücken.
      Kurzfristig wird das funktionieren, aber auf der Dauer wird es Unternehmen geben die erfolgreicher sind als andere die dann anfangen Konkurrenten aufzukaufen. Siehe zum Beispiel Facebook und Whatsapp. Das heißt auf lange Sicht werden sich Oligopole und Monopole bilden, also genau das Gegenteil von dem was du willst. Hier braucht es eine regulierende Hand, den Staat, denn der Markt kann das nicht regeln.

      Ich gebe dir recht das es immer soziale Ungleichheit geben wird, diese ist auch notwendig,damit die Menschen die Motivation haben Leistung zu erbringen.
      Allerdings darf die nicht zu groß werden, sonst kommt es zu Aufständen und Toten.
      Der Staat muss den Reichtum, der sich im Kapitalismus immer bei wenigen sammelt, umverteilen, denn deren Reichtum wurde auf der Arbeit vieler Menschen erbaut. So nützt der Reichtum vielen und dient dem Allgemeinwohl. Es geht dabei nicht darum den Reichen ihr komplettes Vermögen zu nehmen und Schulden können zum Beispiel auch durch höhere Steuern abgebaut werden. Liberalisten vergessen auch zu gern die Schwachen in der Gesellschaft. Was ist mit Menschen die behindert sind und nicht arbeiten können? Was passiert mit armen die krank sind? Sollen sie nur sterben, weil sie kein Geld haben? Liberalisten glauben an den Irrtum das alle die gleichen Chancen haben, aber das ist nicht der Fall. Jemand der Arm ist kann kein Unternehmen gründen und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Jemand der Arm ist kann sich keine Bildung leisten. Tut mir leid, aber diese Vorstellung finde ich pervers.


      Es gibt keinen Trend zu Monopolen, speziell in der Tech-Industrie gibt es monatlich neu auftauchende Konkurrenz. Die Hypothese, dass im Falle eines Falles ein Monopol unter ganz bestimmten Umständen entstehen könnte ist für mich keine Rechtfertigung von staatlicher Kontrolle. Oligopole schon garnicht in der modernen Welt, da es zahlreiche kleinfirmen gibt, die riesige Probleme haben überhaupt den Kunden anzusprechen. Sollte ein Unternehmen ein kleineres Unternehmen aufkaufen gibt es eine Sparte für neue Konkurrenz. Im Falle whatsapp und facebook ist dies die Firma "threema", die momentan im Aufschwung ist.

      Ich gehe mit deiner Argumentation nicht mit, dass Geld umverteilt werden "muss". Wird das Geld nicht von alleine durch wirtschaftsleistungen und trickle-down transferiert, dann hat das gute Gründe. Beispiele sind Ressourcen-Neuverlagerungen nach Finanzkrisen etc. wo überlicherweise der Konsum stark nachlässt für die Phase der Rezession. Du hilst nicht dem Allgemeinwohl, wenn du einfach Geld jemandem wegnimmst und einem anderen in die Tasche steckst, dann hilfst du nur dem vorübergehenden Wohl des Geldempfängers. Dem Allgemeinwohl hilfst du, indem du keine Handelsbarrieren festlegst, sodass Personen im gemeinsamen Konsens Handel betreiben, da sie das Produkt des anderen für jeweils wertvoller als das eigene betrachten. Nur dann ist wirklich jedem geholfen.

      Letzter Punkt betrifft private Wohltätigkeitsvereine und Organisationen. Es ist empirisch bewiesen, dass Individuen spendablere Verhaltenszüge aufweisen, wenn sie selbst mehr Geld in der Tasche haben. Schon jetzt übernehmen private Organisationen mitunter Kirchen einen immensen Anteil an Hilfe für Behinderte und Menschen in starker Armut.
      Die einzige Rolle des Staates sollte darin bestehen, ihnen nicht die Chance zu verbauen, einen Neuanfang zu schaffen. De facto ==> Solide und stabile Währungspolitik, keine Barrieren wie Mindestlohn oder Arbeitsschutzgesetze. Pervers halte ich die Vorstellung das eigene Gewissen zu reinigen, indem man eine Partei wählt, die dafür plädiert das Eigentum von anderen umzuverteilen. Entweder man macht es mit seinem eigenem Eigentum oder man lässt es. Alles andere ist unmoralisch.
    • Zum Thema Oligopol diese Grafik p5.focus.de/img/fotos/crop3974…-lebensmittelkonzerne.png

      Oder man schaue sich die Oligopole in der Luftfahrt an oder in der Automobilindustrie.

      "Es ist empirisch bewiesen, dass Individuen spendablere Verhaltenszüge aufweisen, wenn sie selbst mehr Geld in der Tasche haben."

      Diesem Satz stimme ich so zu, aber der ungehemmte Markt führt im großen Stil zu Lohndumping. Die Mehrheit der Bevölkerung wird weniger Geld in der Tasche haben. Da helfen auch niedrigere Preise irgendwann nicht mehr. Dazu muss man nur in der Zeit der Industrialisierung schauen.
      Ja, die Arbeitsschutzgesetze sind schon echt hinderlich beim Profite machen...die Gesundheit der Arbeiter auf dem der eigene Wohlstand beruht? Wen interessiert das, wenn jemand aufmuckt wird halt der nächste eingestellt der für die schlechten Bedingungen arbeitet. Gäbe es nur gute Arbeitgeber, ich würde dir umgehend zustimmen, aber leider gibt es zu viele schlechte, welche die Menschen gnadenlos ausbeuten würden. Letztendlich ist das dann nur eine moderne Form der Sklaverei.
      Deutschland hat seinen breit gefächerten Wohlstand zu großem Teil der Umverteilung zu verdanken. Warum sollten Steuern Diebstahl von Eigentum sein? Immerhin baut er Infrastruktur und Straßen für alle und er sorgt für Ordnung und Sicherheit.
    • Sorry, aber das ist die größte Fehleinschätzung, die man machen kann. Reiche Menschen geben mehr. In totalen Zahlen, nicht prozentual. Klar kann ich mal nen Fuffi spenden, wenn mein Monatseinkommen an den 10k kratzt, aber das macht mich nicht zu guten Menschen.
      Jede Studie der Sozialgeschichte zeigt, Eliten neigen dazu sich abzugrenzen. Sozial, wirtschaftlich und intellektuell, darum werden Reiche Menschen auch reicher, auch wenn die entsprechenden Leistungen gar nicht mehr erbracht werden. Die Erbschaftssteuer in den USA zum Beispiel ist ein Witz, und einer der Gründe für Trumps Reichtum. Problematisch ist es, dass Eliten sich legitimieren wollen und erst dann aggresiv ihre Macht ausspielen, wenn ihnen diese Möglichkeit verwehrt ist. Wenn der einzige Grund für den Elitenstatus allerdings der eigene Reichtum ist, greift man schneller zur "Keule".

      Das Problem ist leider, das Kapitalismus mehr ist, als ein wirtschaftliches System des "freien Handels". Zum einen ist dieser Handel aufgrund von Sachzwängen nicht frei, zum anderen ist Kapitalismus natürlicherweise politisch und kulturell. Wir glauben an eine "Leistungsgesellschaft", weil damit der Reichtum der momentan hegemoniellen Klasse gerechtfertigt ist. Wenn man sich aber ein wenig damit beschäftigt, ist die "Leistungsgesellschaft" völlig ausgehöhlt. Der Crash der Wallstreet 2007 ist auch deshalb so verheerend gewesen, weil in vielen Banken und Unternehmen Führungspersonal versagt hat. Führungspersonal, dass beste Noten an besten Universitäten hatte. Wie passt das zusammen?
      Dazu muss man sich nur das Phänomen der "Grade Inflation" anschauen. An Ivy League Universitäten werden grundsätzlich keine schlechten Noten mehr vergeben, denn es wird angenommen, dass ein Student, der in Harvard ist gut sein muss, denn Harvard ist ja eine gute Uni. (Genial, wie schön zirukläre Argumente interne Logik besitzen;)) Das führt dazu, das Studenten, deren einzige Qualifikation ist, dass ihre Eltern die Studiengebühren zahlen, am Ende Abschlüsse haben, von denen wir nur träumen können. Sind die damit besser? Im Gegenteil. Privatisierung ist immer ein Problem, denn ich stelle das Allgemeinwohl an den Galgen der Wirtschaftlichkeit.
      Family, Duty, Honor (Words of House Tully)

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