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Gedichte

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    • Für Einen


      Die Andern sind das weite Meer.
      Du aber bist der Hafen.
      So glaube mir: kannst ruhig schlafen,
      Ich steure immer wieder her.
      Denn all die Stürme, die mich trafen,
      Sie ließen meine Segel leer.
      Die Andern sind das bunte Meer,
      Du aber bist der Hafen,
      Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
      Kannst Liebster, ruhig schlafen.
      Die Andern … das ist Wellenspiel,
      Du aber bist der Hafen.


      Mascha Kaleko (1934)
      Wenn Du Dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel, der Teufel verändert Dich! (SiTD - Snuff Machinery)

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    • Der Panther

      Im Jardin des Plantes, Paris

      Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
      so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
      Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
      und hinter tausend Stäben keine Welt.

      Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
      der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
      ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
      in der betäubt ein großer Wille steht.

      Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
      sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
      geht durch der Glieder angespannte Stille -
      und hört im Herzen auf zu sein.


      Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris
      "Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren, wie aus einer Quelle, Zufriedenheit in sein Leben."

      - Plutarch
    • Mondnacht

      Es war, als hätt’ der Himmel
      Die Erde still geküßt,
      Daß sie im Blütenschimmer
      Von ihm nun träumen müßt'.

      Die Luft ging durch die Felder,
      Die Ähren wogten sacht,
      Es rauschten leis’ die Wälder,
      So sternklar war die Nacht.

      Und meine Seele spannte
      Weit ihre Flügel aus,
      Flog durch die stillen Lande,
      Als flöge sie nach Haus.

      Joseph von Eichendorff, 1837.

      Das ist mein Lieblingsgedicht neben dem Panther und Schillers "Die Glocke". Aus Lust habe ich selber in diesem Jahr ein Gedicht der Naturlyrik verfasst und wie es der Humanist gesagt hätte, eine "Imitatio" Eichendorffs gewagt:

      Bergschein

      Ich wander' dem Pfad entlang
      An tausend Tannen vorbei
      Und es geht gerad' bergab
      Und ich sing' die Melodei.

      Die Sonne lässt uns grüssen,
      Der Mond ist im Schlummerland.
      Das Tal liegt uns zu Füssen,
      Dies Wunder wirkt stundenlang.

      Es lösen sich die Sorgen
      Wie dunstiger Nebel auf.
      Zum Dorfe komm' ich morgen,
      Zu Gott meine Seele auch.
      "Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren, wie aus einer Quelle, Zufriedenheit in sein Leben."

      - Plutarch

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